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81 τέλος
τέλος, εος, τό, (1) Ende, Ziel, Vollendung; γάμοιο, die Vollziehung der Heirat; τέλος ἐπιτιϑέναι τινί, z. B. μύϑῳ, das Wort in Erfüllung gehen lassen; τέλος ἐπιγίγνεταί τινι, einem kommt die Erfüllung seines Wunsches; τέλος ἔχειν, das Ziel oder die Vollendung erreicht haben, vollendet oder fertig sein; εἵως κε τέλος πολέμοιο κιχείω, bis ich das Ziel des Kriegs erreicht habe; ἐν γὰρ χερσὶ τέλος πολέμου, ἐπέων δ' ἐνὶ βουλῇ, die entscheidende Kraft des Kriegs, die den Kampf vollendet, beruht in den Fäusten; ἐν ϑεῷ τέλος, Gott hat die Entscheidung; ϑανάτου τέλος, eigtl. des Todes entscheidende Gewalt; πυγμᾶς τέλος, des Faustkampfs entscheidender Erfolg; die Grenze, das Äußerste; τέλος ἀγαϑῶν τε κακῶν τε, die Grenzscheide; auch festgesetzte Zeit, τέλος μισϑοῖο, die gesetzte Zeit, der Termin der Auszahlung des Lohnes. Hauptzweck, Hauptsache. Der Zustand der Vollendung oder Vollkommenheit, überh. das Ende; τέλος ἐπιϑεῖναι τῷ λόγῳ, vollenden. Οἱ τὸ τέλος ἔχοντες, die Vollendeten, Gestorbenen; ἐπὶ τέλος ἄγειν, zu Ende führen; μηδὲν ἔστω τέλος πλὴν ἐπὶ κήρυκι καὶ γραμματεῖ, nichts soll gültig sein; τὸ τέλος, endlich, am Ende, zuletzt; διὰ τέλους, bis ans Ende; immerfort; εἰς τέλος, = ganz und gar; (2) eine Schar Krieger, wahrscheinlich von bestimmter Anzahl; die Schar der Wächter: φυλάκων ἱερὸν τέλος; eine Reiterschar; κατὰ τέλεα, turmatim. Im römischen Heere die Legion. Auch übertr. auf andere Dinge; (3) der höchste Stand im bürgerlichen Leben, oder das höchste Ziel der bürgerlichen Ehre, dah. obrigkeitliches Amt u. Würde; οἱ ἐν τέλεϊ ἐόντες, die die Ausführung der Beschlüsse haben, die ein Staatsamt Verwaltenden, die in Amt und Würden. Auch der Befehl eines Beamten; τέλος ἐξέφερε, er sandte den Befehl; (4) der Zoll, Abgabe, Steuer, auch Tribut; überh. Ausgaben, Aufwand; ἰδίοις τέλεσιν, auf eigene Kosten. In Athen das Vermögen des Bürgers, nach welchem seine Abgaben bestimmt wurden, und weil er danach auch zu einer gewissen Klasse der Bürger gehörte, übh. Bürgerklasse, Stand, Rang, dem römischen Census entsprechend; (5) die heilige Weihe, bes. die Einweihung in die eleusinischen Mysterien, wahrscheinlich, weil sie als das höchste Ziel oder die Vollendung des Lebens betrachtet wurde; auch die Mysterien selbst hießen τέλη, οὗ πότνια σεμνὰ τιϑηνοῦνται τέλη ϑνατοῖσιν. Übh. religiöse Feierlichkeit oder Ceremonie. Τέλος γάμου, Einweidung u. Aufnahme in den Ehestand, der Ehestand selbst; ἔλιπον Ζηνὶ τροπαίῳ πάγχαλκα τέλη scheint die Waffenbeute zu bedeuten, welche als Weihgeschenk im Tempel aufgehängt wird -
82 πρίν
πρίν, dor. πράν, adv. der Zeit; – a) in unabhängigen Sätzen; zuvor, vormals, ehemals, sonst; bei Hom. wie πάρος, in früherer, Zeit, gleichviel, ob die Vergangenheit als eine frühere oder. spätere bezeichnet werden soll; auch Hes., Tragg.; εἶπον δὲ καὶ πρίν, Aesch. Suppl. 393; ἀρχάς, ἃς ἐκεῖνος εἶχε πρίν, Soph. O. R. 259; μὴ πρίν = μὴ πρότερον, nicht eher, Il. 24, 781 u. sonst; oft int Ggstz von νῠν, 2, 112. 344. 9, 19. 18, 208 Od. 5, 334. 8, 155; τὸν οὔτε πρὶν νήπιον, νῠν τ' ἐν ὅρκῳ μέγαν, Soph. O. R. 652. Wie bei andern Zeitpartikeln tritt auch der Artikel hinzu, τὸ πρίν, auch τοπρίν geschrieben, wie τοπάρος (wiewohl diese Schreibung nicht nothwendig ist, um es von dem folgenden Gebrauche der Attiker zu unterscheiden, da überall der Zusammenhang ergiebt. ob τὸ πρίν für sich als adv. zu fassen oder rum folgenden Nomen gehört); Il. 6, 125. 16, 573. 21, 476 Od. 3, 265. 4, 32. 518; h. Apoll. 476; νηπίους ὄντας τὸ πρίν, Aesch. Prom. 441; Ch. 552; τὸ πρίν im Ggstz von νῠν, Her. 1, 129; τὸ πρίν γε, Il. 5, 54. 13, 105. – Zwischen Artikel und Nomen tretend, so daß eigentlich ὤν zu ergänzen ist, wird es als Adjektivum früher übersetzt, τὰ πρὶν πελώρια, Aesch. Prom. 121, τὸν πρὶν ὄλβον, Eum. 533; κακῶν τῶν πρὶν μηδαμῶς μνείαν ἔχειν, Eur. Phoen. 467; ἐν τῷ πρὶν χρόνῳ, in der frühern Zeit, Soph. Phil. 1208. 1282; Θησεὺς τοῠ πρὶν Αἰγέως τόκος, O. C. 69, des frühern, alten, der vormals herrschte; ὦ λῷστε τῶν πρὶν ἐντόπων, Phil. 1186; τέρεα μέζονα τοῦ πρὶν γενομένου τέρεος, Her. 8, 37, u. sonst noch, wenn auch nicht häufig in attischer Prosa, ἡ πρὶν ἡμέρα, der früher dagewesene, verflossene Tag, τὸ πρὶν ἔργον, die in früherer Zeit geschehene That. – Es wird auch noch ποτέ hinzugesetzt, πρίν ποτε, sonst einmal, in früherer Zeit einmal, Od. 6, 4, u. so als Ggstz πρίν ποτε und δὴ τότε γε, 15, 226; πολὺ πρίν, lange vorher, Il. 9, 250. 11, 236 Od. 2, 167; – πρὶν ὥρη, sc. ἐστί, bevor es Zeit ist, Od. 15, 394; auch πρὶν ὥρας, Pind. P. 4, 43, u. so in späterer Prosa, πρὶν τοῠ βλέψαι, S. Emp. adv. log. 4, 162, vgl. 2, 445, u. oft. – Dieses πρίν hat auf den folgenden Modus keinen Einfluß; es steht außer dem indic. noch der optat. potent. dabei, πρίν κεν καὶ νὺξ φϑῖτο, zuvor, eher wohl verginge die Nacht, Od. 11, 330, πρὶν δέ κεν οὔτι δεχοίμην, 14, 155. – b) noch häufiger bezieht sich πρίν relativisch auf einen vorhergehenden Satz zurück, bevor, ehedem, ehe, Hom., Hes. u. Her.; am genauesten tritt diese Beziehung beider Sätze auf einander hervor, wo in beiden πρίν steht, z. B. τίς κεν ἀνὴρ πρὶν τλαίη πάσσασϑαι ἐδητύος, πρὶν λύσασϑ' ἑτάρους, wer könnte es über sich gewinnen, von der Speise eher zu kosten, bevor er die Gefährten erlös't hat, Ol. 10, 384, τοί κεν Ἀχαιῶν νόσφιν βουλεύωσι – πρὶν Ἄργοςδ' ἰέναι, πρὶν καὶ Διὸς γνώμεναι εἴτε ψεῠδος ὑπόσχεσις, ἠὲ καὶ οὐκί, Il. 2, 346 ff., u. ib. 354 ff. τῷ μήτις πρὶν ἐπειγέσϑω οἶκόνδε νέεσϑαι, πρίν τινα πὰρ Τρώων ἀλόχῳ κατακοιμηϑῆναι; vgl. 4, 114. 7, 481. 8, 452 Od. 13, 192. 19, 475; πρὶν – πρίν γε bezieht sich auf einander Il. 1, 97. 9, 650. 16, 334 Od. 4, 254. 747, Hes. On. 16. 17; τοπρίν – πρίν, Il. 9, 403. 22, 156, τοπρίν – πρίν γε, 15, 72; πρίν γε – πρίν γ' ἤ, 5. 288. auch treten in dem ersten Satze andere Zeitpartikeln ein, πάρος – πρίν γε, 5, 218; πάρος γε – πρίν γε, Od. 2, 127. 18, 288; πρόσϑε – πρίν γε, 23, 137; vgl. Ruhnk. h. Cer. 333; auch mit einer Umstellung des relativen Satzes, πρίν – τόφρα, Il. 21, 100; πρότερον – πρίν, Her. 7, 8, 2; πρότερον – πρὶν ἤ, 7, 197. – Von der Construction ist zu merken, daß – 1) bei Angabe eines bloßen Faktums der indic. steht, auch wo der relative Satz selbstständig hingestellt ist, τὴν δ' ἐγὼ οὐ λύσω, πρίν μιν καὶ γῆρας ἔπεισιν, Il. 1, 29. 18, 283; πρίν γε, Od. 13, 336; Hes. O. 360; daher πρίν γ' ὅτε, so lange, bis daß, Od. 13, 322, h. Cer. 195. 202; πρίν γ' ὅτε δή, c. indic. aor., Il. 12, 437 Od. 4, 180. 23, 43, h. Apoll. 49; – mit dem indic. impf., Il. 9, 588. πρὶν μίχϑη, Pind. Ol. 9, 57; πρὶν ἐγὼ σφίσιν ἔδειξα κράσεις, Aesch. Prom. 479; πρίν μοι τύχη τοιάδ' ἐπέστη, Soph. O. R. 776; u. so in Prosa: οὐκ ἤϑελεν ἰέναι, πρὶν ἡ γυνὴ αὐτὸν ἔπεισεν, er wollte nicht eher gehen, als bis die Frau ihn überredet hatte, Xen. An. 1, 2, 26; ὅτι ἐποίουν ἠμφιγνόουν πρὶν Κλέαρχος ἧκεν, 2, 5, 33; Plat. Phaedr. 266 a u. öfter, immer auf die Vergangenheit bezüglich. – 2) bedingt ausgesprochen; – a) in Beziehung auf die Gegenwart oder Zukunft, bes. nach negativen Sätzen, πρὶν ἄν c. conj., φράσῃς μοι μὴ πέρα, πρὶν ἂν μάϑω πρῶτον τόδε, Soph. Phil. 332; μήπω γε, πρὶν ἂν τῶν ἡμετέρων ἀΐῃς μύϑων, 1395; οὐδὲ λήξει, πρὶν ἂν ἢ κορέσῃ κέαρ, Aesch. Prom. 165, vgl. 175. 721; in Prosa: οὐκ ἀνίει, πρὶν ἂν διαφάγῃ, Her. 3, 109; auch in indirecter Rede, οὐκ ἔφη χρήσειν, πρὶν ἢ τὸν νηὸν ἀνορϑώσωσιν, 1, 9, wo ἄν fehlt (s. nachher); οὔτε τοῠ χρυσοῠ ἅπτεσϑαι, πρὶν ἄν σφι ἀπισωϑῇ, 4, 196; οὐ χρή με ἐνϑένδε ἀπελϑεῖν, πρὶν ἂν δῶ τὴν δίκην, Xen. An. 5, 7, 5; οὐδαμῶς ἀφήσειν, πρὶν ἂν εἴπῃ, Plat. Phaedr. 228 c; δεῖται αὐτοῠ μὴ πρόσϑεν καταλῠσαι, πρὶν ἂν αὐτῷ συμβουλεύσηται, Xen. An. 1, 1, 10, aus dem bei der griechischen lebhaften Darstellungsweise so häufigen Uebergange in das Directe zu erklären. – Bei Hom. steht der bloße conj. aor. ohne ἄν, Il. 24, 551 Od. 10, 172, wie auch bei πρίν γε, Il. 18, 135 Od. 17, 9; Hes. Th. 222; nur einmal πρίν γ' ὅτ' ἄν, Od. 2, 374. Auch bei attischen Dichtern fällt ἄν zuweilen weg, μὴ στέναζε, πρὶν μάϑῃς, Soph. Phil. 905; οὐκ ἴσασι, πρίν τις ἐκβάλῃ, Ai. 944; u. so öfter bei den Tragg., vgl. Pors. Eur. Med. 222, Elmsl. ib. 215; einzeln auch in Prosa, Her. 6, 82, Thuc. 8, 9, Xen. Oec. 12, 1; vgl. Stallbaum zu Plat. Phaed. 62 c. – b) in indirecter Rede und in Beziehung auf die Vergangenheit der optat., ebenfalls bes. bei vorangehenden negativen Sätzen, Ἀγήνωρ οὐκ ἔϑελεν φεύγειν, πρὶν πειρήσαιτ' Ἀχιλῆος, Il. 21, 580; auch bei πρίν γ' ὅτε δή, 9, 488; πρίν γε, Hes. Sc. 17; auch bei πρίν κεν, Od. 4, 117; Soph. Phil. 199; ὡς οὐ πρότερον ἐσόμενοι γραμματικοὶ πρὶν οὕτως ἔχοιμεν, Plat. Rep. III, 402 b; οὐδαμόϑεν ἀφίεσαν, πρὶν παραϑεῖεν αὐτοῖς ἄριστον, Xen. An. 4, 5, 30, wo zugleich das oftmalige Vorkommen damit ausgedrückt ist; – ἄν steht bei diesem optat. selten, Soph. Tr. 2; Xen. An. 7, 7, 57 hat es Krüger wohl mit Recht weggelassen. – 3) c. inf. aor., der, wenn der Satz mit πρίν sein eigenes Subject hat, acc. c. inf. ist; von Hom. an sehr häufig. auch bei πρίν γε, Il. 3, 430. 9, 387. 12, 170 Od. 23, 138 u. sonst; Hes. Sc. 40; πρὶν τυχεῖν, τελέσσαι, Pind. P. 2, 92. 3, 8; ἃ πρὶν μολεῖν δεῠρ' ἐκμεμόχϑηκε, Aesch. Prom. 827; πρὶν ἀγγέλους ἱκέσϑαι, Spt. 267; πρὶν σκεδασϑῆναι ϑεοῦ ἀκτῖνας, Pers. 494; u. in Prosa: Her. 8, 144 u. öfter, der auch ἄν dabei hat, οὐ πρότερον ϑάπτεται ὁ νέκυς πρὶν ἂν ἑλκυσϑῆναι, 1, 140; πρὶν μαϑεῖν, Plat. Prot. 350 a; διέβησαν πρὶν τοὺς ἄλλους ἀποκρίνασϑαι, Xen. An. 1, 4, 16, u. sonst. Seltener ist inf. praes., Aesch. Ag. 1037, u. perf., πρὶν ἓξ μῆνας γεγονέναι, Plat. Prot. 320 a. – Es findet sich übrigens auch πρίν γ' ἤ, z. B. οὔτε τι νῶϊν ὅρκια ἔσσονται πρίν γ' ἢ ἕτερόν γε πεσόντα αἵματος ἆσαι Ἄρηα, nicht eher als bis, Il. 22, 266, vgl. 5, 288; u. so Her., u. in attischer Prosa, wenigstens bei Thuc.; vgl. Elmsl. Eur. Med. 179, Reisig comm. crit. de Soph. O. C. 36; wo man denn auch πρινή als ein Wort schrieb u. es eben so, wie πρίν, mit dem indic. u. conj. mit ἄν verband; vgl. Her. 1, 19. 6, 33. 7, 197. 9, 87; inf. aor., 2, 2. 4, 167. 5, 65. 7, 3. 9, 13.
[Ι ist von Natur kurz, Il. 2, 344. 354, aber lang bei Hom. in der Vershebung, Il. 2, 348. 16, 839. 21, 179. 344. 24, 245 Od. 4, 254. 13, 192. 15, 210. 394. 17, 105. 19, 475, u. auch in der Senkung, Il. 6, 81. 9, 403. 13, 172. 16, 322. 840. 22, 17. 156 Od. 4, 668. 13, 113, u. zwar immer im dritten Fuße nach der Cäsur. Ob die attischen Dichter dieses nachahmten, ist noch unentschieden, siehe Reisig's Conj. Ar. p. 60 Elmsl. Ar. Ach. 176 u. Br. Ar. Eccl. 857.]
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83 κνῖσος
κνῖσος oder κνῖσσος, τό, Nebenform von ἡ κνῖσα, wie ἡ δίψα, τὸ δίψος, ἡ πάϑη, τὸ πάϑος. Der sing. von τὸ κνῖσος wird in einem Schol. Iliad. 2, 423 aus einem nicht genannten Komiker angeführt, τὸ κνῖσος όπτῶν ὀλλύεις τοὺς γείτονας, Meineke Com. Graec. 4 p. 687. Der plural. τὰ κνίση erscheint in Stellen Homers als var. lect. So Iliad. 21, 363, ὡς δὲ λέβης ζεῖ ἔνδον, ἐπειγόμενος πυρὶ πολλῷ, | κνίσην μελδόμενος ἁπαλοτρεφέος σιάλοιο, | πάντοϑεν ἀμβολάδην, ὑπὸ δὲ ξύλα κάγκανα κεῖται, | ἃς τοῠ καλὰ ῥέεϑρα πυρὶ φλέγετο, ζέε δ' ὕδωρ. Hierzu giebt es im cod. A folgendes Scholium aus Aristonicus: μελδόμενος: (ἡ διπλῆ,) ὅτι ἀντὶ τοῦ μέλδων, τήκων τὰ κνίση, παϑητικὸν ἀντὶ τοῦ ἐνεργητικοῦ. Hiernach also hat Aristarch geschrieben κνίση μελδόμενος, neutr. plur. τὰ κνίση. Dagegen in mehreren aus Didymus ausgezogenen Scholien und Theilen von Scholien wird bezeugt, daß Aristarch κνίσην geschrieben habe; Schol. Ακνίσην: οὕτως Ἀρίσταρχος· ἄλλοι δὲ κνίσης; ein anderes, an das Aristonicëische sich anschließendes Schol. A γράφουσι δέ τινες κνίσην σὺν τῷ ν· οὕτως γὰρ καὶ Ἀρίσταρχος, καί φησιν, ὅτι ἀντὶ τοῦ τηκόμενος, ὅπερ ἰσοδυναμεῖ τῷ τήκων. κνίσην δὲ πᾶν τὸ πιμελές. Der Widerspruch zwischen Didymus und Aristonicus ist darauf zurückzuführen, daß Aristonicus Angabe sich auf Aristarchs zweite Ausgabe bezieht, Didymus Angabe auf Aristarchs erste Ausgabe. Aristonicus Werk erklärte überall lediglich Aristarchs zweite Ausgabe, s. Sengebüsch Homer. dissert. 1 p. 34. Die Worte Aristarchs aber, welche in dem zweiten Didymeischen Scholium A angeführt werden, καί φησιν, ὅτι ἀντὶ τοῠ τηκόμενος, ὅπερ ἰσοδυναμεῖ τῷ τήκων. κνίσην δὲ πᾶν τὸ πιμελές, sind unzweifelhaft aus einem ὑπόμνημα Aristarchs geschöpft. Hypomnemata aber hat Aristarch nur zu Aristophanes Ausgabe und zu seiner eigenen ersten Ausgabe geschrieben; seine zweite Ausgabe war von keinen Hypomnematis begleitet, s. Sengebusch Homer. dissert. 1 p. 27. Nun scheint es sicher, daß Didymus, auf Aristarchs ὑπομνήματα sich verlassend, wirklich κνίσην hier für die einzige Aristarchische Lesart hielt. Denn wenn man annehmen wollte, daß Didymus selbst geschrieben habe διχῶς Ἀρίσταρχος, κνίσην καὶ κνίση oder ἐν μὲν τῇ προτέρᾳ τῶν Ἀρισταρχείων ἐγέγραπτο κ νίσ η ν, ἐν δὲ τῇ ἑτέρᾳ κ νίσ η oder dergl., wie könnte man da den Umstand erklären, daß keine einzige der aus Didymus stammenden Nachrichten auch nur eine Spur von der doppelten Lesart enthält, sondern alle sammt und sonders behaupten, daß die einzige Aristarchische Lesart κνίσην gewesen sei? Es gehört aber außer den beiden oben angeführten Scholien A hierher auch der aus Didymus und Aristonicus zusammengeflossene Anfang eines Scholiums B: σὺν τῷ ν Ἀρίσταρχος. τὸ δὲ μελδόμενος ἀντὶ τοῦ τήκων. κνίση δὲ πᾶν τὸ πιμελές. τινὲς δὲ οὐδετέρως ἤκουον, ἵν' ᾖ τὰ κνίση, ὡς τὸ » Τηλέμαχος τεμένη νέμεται ( Odyss. 1), 1851«. ἀλλ' ἀεὶ παρ' Ὁμήρῳ ἡ κνίσα ϑηλυκῶς εἴρηται. Bis πιμελές fußt der Verfasser auf Didymus, von da ab bis νέμεται auf Aristonicus. Daß in diesem zweiten auf Aristonicus fußenden Theile der Darstellung nicht Aristarch als Auctor der Lesart τὰ κνίση genannt wird, sondern statt des Namens ein τινές erscheint, kommt ganz einfach daher, weil in Aristonicus Werke hier wie sonst überall Aristarch gar nicht genannt war. Ob das Citat aus Odyss. 11, 185 vom Verfasser des Scholiums selber hinzugethan ist, höchst passend, oder ob das Werk des Aristonicus selbst dies Citat schon enthielt, so daß es aus dem oben vorgelegten Scholium A des Aristonicus durch Schuld eines Epitomators verschwand, läßt sich schwerlich entscheiden. Ein anderes Scholium B fängt so an: οἱ μὲν οὖν διορϑοῦντες ἠξίουν μετὰ τοῦ ν γράφειν, κνίσ ην μελδόμενος, ἀντὶ τοῦ τήκων ἀκούοντες, ἵν' ᾖ τὴν κνίσαν τήκων. οὐκ εἶχον δὲ παρ' Ὁμήρῳ δεικνύναι οὐδετέρως τὸ κνίσσος λεγόμενον, ἀλλ' ἀεὶ ϑηλυκῶς. Dies ist bis τὴν κνίσαν τήκων sicher aus Didymus geflossen; auch der Ausdruck οἱ διορϑοῦντες zeigt den Didymus an, dessen Buch Περὶ τῆς Ἀρισταρχείου διορϑώσεως betitelt war. Dasselbe Scholium steht, als Auseinandersetzung des Porphyrius bezeichnet, im cod. Paris. 2679, Cramer An. Paris. 3 p. 28; es ist aber im Paris. länger, indem an das auch im B Stehende sich im Paris. noch eine entstellte Auseinandersetzung anschließt: δύναται καὶ οὐδετέρως κνίσση, ὡς ἡ κωμῳδία »τὸ κνίδος ὀπτῶ«. ἄλλοι δὲ τὸ κνίσος εἰς τοὺς γείτονας (verderbt aus τὸ κνῖσος ὀπτῶν ὀλλύεις τοὺς γείτονας, s. oben), ὁ δὲ ποιητὴς ἀεὶ ϑηλυκῶς τὴν κνίσσαν φησίν κτἑ. An dieses Scholium reih't sich dann im Paris. mit ἄλλως ein anderes, auf Aristonicus fußendes, von Didymus Nichts wissendes: ὡς ἀπὸ εὐϑείας οὐδετέρας τῶν πληϑυντικῶν, ὅτι οὐκ ἔστι παρὰ τὸ τὰ μέλη ἔλδειν τὸ μελδόμενος, ἀλλ' ἀπὸτοῦ ἄλδω, ὅϑεν τὸ »μέλε' ἤλδανε«, τὸ μελδόμενος παϑητικὸν ἀντὶ ἐνεργητικοῠ τοῦ μέλδων, ὅ ἐστι κατατήκων. Das Ende des Porphyrianischen Scholiums mit dem andern, durch ἄλλως angeknüpften findet sich auch im Paris. 2766, Cramer An. Paris. 3 p. 292. Bei Eustath. Iliad. 21, 363 p. 1241, 10 sqq. wird Aristarch nicht genannt; die Lesarten (τῇ) κνίσσῃ und (τὰ) κνίσση werden besprochen, die Lesart κνίσην ist nicht erwähnt; über Didymus läßt sich aus Eustathius Nichts ersehen. Wir haben aber doch über Didymus schon eine Reihe von Zeugnissen, deren Vergleichung es zweifellos zu machen scheint, daß Didymus hier in der That (τὰ) κνίση als Lesart der ἑτέρα nicht kannte, sondern κνίσην für die einzige Aristarchische Lesart hielt. – Iliad. 2, 423 heißt es μηρούς τ' ἐξέταμον κατά τε κνίσῃ ἐκάλυψαν | δίπτυχα ποιήσαντες, ἐπ' αὐτῶν δ' ὠμοϑέτησαν. Hierzu giebt es folgendes Scholium BL: κατά τε κνίση ἐκάλυψαν: Ἀρίσταρχος τὰ κνίση οὐδετέρως ἀκούει, καίτοι εἰπὼν οὐδὲν ἀδιαίρετον εἶναι τῶν εἰς ος ληγόντων οὐδετέρων. παρ' Ὁμήρῳ κατὰ τὸ πληϑυντικόν· τείχεα γὰρ καὶ βέλεα λέγει. ἀλλ' ὥσπερ τὰ τεμένη ἀδιαιρέτως εἴρηκεν, ὡς τὸ »Τηλέμαχος τεμένη νέμεται ( Odyss. 1), 1851«, οὕτω καὶ τὰ κνίση. καὶ ἔστιν ἐν τῇ κωμῳδίᾳ τὸ ἑνικόν· »τὸ κνῖσσος ὀπτῶν ὀλλύεις τοὺς γείτονας«. πλεονάζει δὲ Ὅμηρος τῇ ϑηλυκῇ προςηγορίᾳ. σημαίνει δὲ καὶ τὴν ἀναϑυμίασιν τῶν κρεῶν, ὡς ὅταν λέγῃ »καὶ τότε με κνίσσης ἀμφήλυϑεν ἡδὺς ἀυτμή. ( Odyss. 12, 369)« καὶ »κνίσση δ' οὐρανὸν ἷκεν ἑλισσομένη περὶ καπνῷ ( Iliad. 1, 317)«. σημαίνει καὶ τὸ λίπος, ὡς ἐπὶ τῶν γαστέρων ἔφη »ἐμπλείην κνίσσης τε καὶ αἵματος ( Odyss. 18, 119)«. σημαίνει καὶ τὸν ἐπίπλουν, ὡς ὧδε· »κατά τε κνίσσῃ ἐκάλυψαν, δίπτυχα ποιήσαντες«. διπλᾶ γὰρ ποιήσαντες τὰ κνίσση, τοὺς μηροὺς ἐπεκάλυψαν. δίπτυχα δὲ αὐτὰ τὰ κνίση· ἐπεὶ γὰρ δύο οἱ μηροί, τὸν ἐπίπλουν εἰς δύο διελόντες ἑκάτερον αὐτῶν ϑατέρῳ μέρει τοῦ ἐπίπλου ἐκάλυπτον. Den letzten Theil der Auseinandersetzung von δίπτυχα ποιήσαντες. διπλᾶ γάρ ab hat Bachmann als besonderes Scholium zu vs. 424. Der erste Theil der höchst lehrreichen Auseinandersetzung besagt deutlich Folgendes: Aristarch schrieb zuerst κνίσῃ, κατεκάλυψαν κνίσῃ μηρούς, = »sie umgaben die Knochen mit der Fetthaut«, später jedoch schrieb Aristarch (τὰ) κνίση, κατεκάλυψαν τὰ κνίση = »sie legten die Fetthaut herum«. Aristarch ward zuerst, als er die Lesart (τῇ) κνίσῃ vorzog, von der Ansicht geleitet, daß Homer den nom. acc. voc. plur. der Neutra auf ος sonst nirgends contrahire, also τὰ κνίση hier eben so wenig gesagt haben werde wie anderswo τὰ τείχη, τὰ βέλη u. s. w. Diese seine frühere Ansicht (καίτοι εἰπών) gab jedoch Aristarch auf, weil ersich überzeugt hatte, daß Odyss. 11, 185 die Lesart τεμένη der Lesart τεμένεα vorzuziehen sei. Sobald dies feststand, fiel auch Iliad. 2, 423 der Grund weg, die Lesart (τῇ) κνίσῃ vor der Lesart (τὰ) κνίση zu bevorzugen. Abgesehn von diplomatischen Rücksichten, die bei Aristarch überall in erster Linie maßgebend waren, schließt sich das δίπτυχα ποιήσαντες offenbar an (τὰ) κνίση weit besser an als an (τῇ) κνίσῃ. Ueber die Construction vergleiche man das Didymeische Scholium A Iliad. 24, 20. 21, welches, nach Bekker ohne Lemma, nach Villoison mit dem Lemma περὶ δ' αἰγίδι πάντα κάλυπτεν χρυσείῃ, also lautet: οὕτως αἰγίδα χρυσείην αἱ Ἀριστάρχου· περὶ ὅλον αὐτὸν ἐκάλυπτε τὴν χρυσῆν αἰγίδα. καὶ μήποτε Ὁμηρικώτερον· »τοῖόν τοι ἐγὼ νέφος ἀμφικαλύψω χρύσεον ( Iliad. 14, 343)«. Hieran schließt Bekker aus V die Bemerkung καὶ »τόσσην οἱ ἄσιν καϑύπερϑε καλύψω ( Iliad. 21, 321)«. Mit dem Siege der Lesart τεμένη Odyss. 11, 185 fiel auch der Grund weg, Iliad. 21, 363 die Lesart κνίσην vor der Lesart (τὰ) κνίση zu bevorzugen, welche letztere dort eben auch diplomatisch besser beglaubigt gewesen sein wird. Diese drei Stellen stehn in unlösbarem Zusammenhange: in Aristarchs erster Ausgabe stand Odyss. 11, 185 τεμένεα, Iliad. 2, 423 (τῇ) κνίσῃ, Iliad. 21, 363 κνίσην, in Aristarchs zweiter Ausgabe Odyss. 11, 185 τεμένη, Iliad. 2, 423 und 21, 363 (τὰ) κνίση. Die Stelle Iliad. 2, 423 kehrt Iliad. 1, 460 und Odyss. 12, 360 wörtlich wieder, und fast wörtlich Odyss. 3, 457, ἄφαρ δ' ἐκ μηρία τάμνον | πάντα κατὰ μοῖραν, κατά τε κνίσῃ ἐκάλυψαν | δίπτυχα ποιήσαντες, ἐπ' αὐτῶν δ' ὠμοϑέτησαν. Ueber diese Parallelstellen scheint es keine hierher gehörige Ueberlieferung zu geben; sie werden in Aristarchs Ausgaben wohl das Schicksal von Iliad. 2, 423 getheilt haben. Was Didymus von Aristarch berichtete, ist auch Iliad. 2, 423 nicht zu erkennen. In Bezug auf Odyss. 11, 185 befand er sich, so scheint es, in demselben Irrthume wie Iliad. 21, 363, indem er die Lesart der ersten Aristarchischen Ausgabe für die einzige Aristarchische hielt. Man vergleiche hierüber in diesem Wörterbuche den Artikel τέμενος. Ein anderer ähnlicher Fall ist in diesem Wörterbuche s. v. ἑῶμεν erörtert. Ueber die Stellen Iliad. 21, 363. 2, 423 und ihre Lesarten κνίσην, (τὰ) κνίση, (τῇ) κνίσῃ vergleiche man La Roche Homer. Teztkritik S. 299, welcher Forscher nicht zu der hier vorgetragenen Ansicht gelangt ist. Das Aristonicëische Scholium A zu Iliad. 21, 363 erwähnt La Roche gar nicht; er hat offenbar übersehen, daß in diesem Scholium die Aristarchische Lesart (τὰ) κνίση steckt. Den Stellen des Eustathius, welche La Roche anführt, kann man Iliad. 7, 95 p. 668, 32, Odyss. 3, 457 p. 1477, 1 und Odyss. 17, 214 p. 1817, 3 hinzufügen. Als Parallelstellen zu Iliad. 2, 423 kennt La Roche nur Odyss. 3, 457 und 12, 360; die Stelle Iliad. 1, 460 nennt er nicht.
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84 σύν
σύν, (1) Adverbium, zugleich, zusammen; bes. vom Zusammentreffen zweier oder mehrerer Handlungen in einem Zeitpunkte; von Personen: noch dazu, außerdem; allesamt, zusammen; (2) Präposition mit dem dat.: mit; gewöhnlich (a) von Personen, die Gesellschaft, die Begleitung ausdrückend: zugleich mit, samt, nebst; eigentlich gleichstellend; δεῠρό ποτ' ἤλυϑε σὺν Μενελάῳ, mit dem Menelaos, in Begleitung desselben. Doch auch den anderen unterordnend, von Dienern, vom Gefolge; u. bes. von dem begleitenden oder folgenden Kriegsheere; Μένων καὶ οἱ σὺν αὐτῷ, und seine Soldaten; Πέρσαι καὶ οἱ σὺν αὐτοῖς, mit ihrem Anhange, den ihnen unterworfenen Völkern; u. bes. den Begleiter als den Helfer, Beistand bezeichnend, durch dessen Vermittelung man etwas erreicht oder ausführt; dah. σύν τινι στρατεύεσϑαι, als Bundesgenosse; u. so bes. unter dem schützenden Geleit, unter Beistand eines Gottes; σὺν γὰρ ϑεῷ εἰλήλουϑμεν, wie auch wir sagen 'mit Gott', nach seinem Willen und unter seinem Schutze; νῠν δὲ σὺν ϑεοῖς εἰπεῖν, ein Ausdruck der Bescheidenheit; σὺν ἡμῖν οἱ ϑεοί, sie sind auf unserer Seite, für uns; u. so σύν τινι γίγνεσϑαι oder εἶναι, auf jem. Seite treten, von seiner Partei sein; ἐξέπεσον αἱ ψῆφοι καὶ ἐγένοντο πᾶσαι σὺν Κριτοβούλῳ, alle Stimmen waren für den, zu Gunsten des Kritobulus; μάχεσϑαι σύν τινι, 'in Gemeinschaft mit jem.'; ὁ σὺν γυναιξὶ τὰς μάχας ποιούμενος, 'der gegen Weiber kämpft'; (b) bes. bei Dichtern auch oft von Sachen, mit denen einer ausgerüstet, versehen ist, von begleitenden Umständen einer Handlung, wo gew. eine lebhaftere, fast personificierende Hervorhebung dieser Dinge nicht zu verkennen ist, aber doch auch in manchen Abstufungen der Gebrauch sich bis zu dem vom dat. instrumentalis nicht mehr zu Unterscheidenden abstumpft; τὰ Πέργαμα ξὺν τοῖςδε τόξοις πέρσας, = unterstützt von diesem Bogen, der als die Entscheidung herbeiführend angesehen wird; σὺν τεύχεσιν, mit den Waffen; häufig von der Bewaffnung; sogar von geistiger Eigenschaft; ἦ ἄρα σὺν μεγάλῃ ἀρετῇ ἐκτήσω ἄκοιτιν, eine Frau mit großer Tugend; (c) zuweilen auch von den notwendigen Folgen oder Wirkungen; σὺν μεγάλῳ ἀποτῖσαι, mit großen Kosten, schwer abbüßen; σὺν δημοσίῳ κακῷ, so daß Schaden des ganzen Volkes die Folge ist, zum Schaden; σὺν μιάσματι, zur Besudelung gereichend; σὺν τοῖς φιλτάτοις, mit Aufopferung des Liebsten. Eben so zur Bezeichnung der Übereinstimmung: gemäß, nach, mit, gemäß den Gesetzen; σὺν τῷ δικαίῳ, der Gerechtigkeit entsprechend, gerecht; σὺν τῷ καλῷ, auf eine edle Weise. In der Zusammensetzung bedeutet es: (1) gewöhnlich mit, zusammen, zugleich, gemeinsam; von mehrern zu gleicher Zeit geschehenden Handlungen od. von gemeinschaftlicher Tätigkeit Mehrerer bei einer Handlung, dah. auch Übereinstimmung und Teilnahme. Bei trans. Verbis kann die Präposition sowohl auf das Subject, als auf das Object bezogen werden, συγκτείνειν z. B. kann heißen 'einen und zugleich andere töten', und auch 'anderen helfen einen zu töten'. (2) Vollendung einer Handlung: ganz, durchaus; (3) bei Zahlwörtern ist es distributiv, σὺν δύο, je zwei -
85 πεζός
πεζός, zu Fuße gehend, Fußgänger; Hom. im Ggstz von ἱππεῖς u. ἵπποι, ἀπὸ χϑονὸς ὤρνυτο πεζός Il. 5, 13, πεζὸς πρόσϑ' ἵππων 13, 385, u. oft, von den zu Fuße, Kämpfenden; οἱ μὲν ἐφ' ἵτπων, οἱ δ' ἐπὶ ναῶν πεζοί τε βάδην, Aesch. Pers. 19; πεζούς τε καὶ ϑαλασσίους νᾶες ἤγαγον, 550. So Her. πεζὸς στρατός, Fußheer im Ggstz der ἵπποι, 4, 128. 7, 84, wie Pol. 2, 11, 7 u. öfter, wie sonst. – Zu Lande gehend, im Ggstz zum Seefahrer, ἐν νηῒ ϑοῇ ἢ πεζὸς ὁμαρτέων, Il. 24, 438. 17, 612 Od. 11, 58, u. in der wiederkehrenden Vrbdg οὐ μὲν γάρ τί σε πεζὸν ὀΐομαι ἐνϑάδ' ἱκέσϑαι, wie Od. 1, 173; ναυσὶ δ' οὔτε πεζὸς ἰών, Pind. P. 10, 29; ναυτικὸς στρατὸς κακωϑεὶς πεζὸν ὤλεσε στρατόν, Aesch. Pers. 714; καὶ ναυσὶ καὶ πεζοῖσι, Ar. Ach. 597. So bei Her. Landheer mit u. ohne στρατός, 3, 25. 6, 45. 7, 84; auch τὸ πεζόν, 7, 81; Ggstz ναυτικὸς στρατός oder νέες, 4, 97. 6, 95. 7, 121; Thuc. setzt 4, 12 τὰ πεζά gegenüber ταῖς ναυσί (vgl. πεζικός), wie Pol. 3, 95, 3; δύναμις πεζὴ καὶ ναυτική, 2, 24 u. sonst. – Uebh. auf dem Lande, καὶ χερσαῖος, Plat. Tim. 40 a, καὶ ἔνυδρον, Polit. 288 a; ὅσαι τε πεζαὶ καὶ ὅσαι κατὰ ϑάλατταν γίγνονται, Legg. III, 679 d, vgl. τὰ ὀχήματα τά τε πεζὰ καὶ τὰ ἐν τῇ ϑαλάττῃ πλοῖα, Hipp. mai. 295 d; auch τὰ πεζὰ καὶ τὰ πτηνὰ ϑηρία, Conv. 207 a; ἡ πεζὴ ϑήρα, Jagd auf dem Lande, auf Landthiere, Soph. 222 b, wie τὰ πεζὰ ϑηρεύματα, Legg. VII, 823 b. – Uebtr., was sich nicht von der Erde erhebt, auf dem Erdboden bleibt, bes. πεζὸς λόγος, die sich nicht zum poetischen Ausdruck erhebende Rede, Prosa, oratio pedestris, auch wohl von der niederen, sich an den gewöhnlichen Ausdruck haltenden komischen Poesie, im Ggstz der lyrischen u. tragischen, die gewohnte Ausdrucksweise verlassenden, Luc. conscr. hist. 8; τὰ πεζὰ τοῖς ἐμμέτροις προςτιϑείς, Dem. enc. 22 u. a. Sp., bes. Gramm. – In der Musik = ψιλός, entweder vom bloßen Gesange ohne Instrumentalbegleitung, oder von der bloßen Instrumentalmusik ohne begleitenden Gesang, VLL.; so πεζὸς γόος, ohne Sang und Klang, Phot. lex.; μέλη πεζὰ καὶ φορμικτά, Soph. beim Schol. Eur. Alc. 448. – Dah. πεζαὶ ἑταῖραι, Theopomp. bei Ath. XII, 532; auch πεζαὶ μόσχοι, comic. in VLL., Huren der gemeinsten Art, welche ihr Gewerbe ohne alle Verhüllung, ohne Tonkunst, Tanz oder sonst eine schöne Kunst treiben, im Ggstz von ἑταῖραι μουσικαί oder μουσοποιοί. – Adverbial wird πεζῇ gebraucht, zu Fuß, man ergänzt gewöhnlich ὁδῷ; πεζῇ ἕπεσϑαι, zu Lande folgen, Her. 7, 110. 115; πεζῇ μάχεσϑαι, zu Fuße oder zu Lande kämpfen, Thuc. 4, 132 u. A.; πρὸς τὴν τῶν πεζῇ δρόμων ἄσκησιν, Plat. Legg. I, 625 e; gew. zu Lande, κατὰ ϑάλατταν καὶ πεζῇ, Polit. 289 e, πεζῇ μέν – ναυσὶ δέ, Menex. 239 e. – Auch in Prosa, pedestri oratione, Ggstz μετὰ μέτρων, Plat. Soph. 237 a. – In den VLL. wird auch ein compar. πεζότερος u. ein superl. πεζότατος angeführt.
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86 πείθω
πείθω, fut. πείσω, aor. ἔπεισα (wovon Hom. nur optat. πείσειε, Od. 14, 123 hat) u. poet. ἔπιϑον, bei Hom. immer mit der Reduplication, πεπίϑω, πεπιϑών, πεπιϑεῖν, πεπίϑοιμεν, πέπιϑε; Pind. πεπιϑών, I. 3, 90, πιϑών P. 3, 28; πιϑών auch Ar. Ran. 1168; πεπιϑήσω = πείσω, Il. 22, 223, eigentl. ich werde machen, daß er Vertrauen hat; perf. πέπεικα u. πέποιϑα (s. unten); med. fut. πείσομαι, aor. II. bei den Ep. ἐπιϑόμην, ἐπίϑοντο, πιϑέσϑαι, u. mit der Reduplication πεπίϑοιτο, Il. 10, 204. Die Nebenformen des fut. u. aor. πιϑήσω u. πιϑήσας bei Hom. sind intrans., wie πιϑήσας Pind. P. 4, 109 u. πιϑήσασα δώροισι Μίνω Aesch. Ch. 609; – 1) Activ., durch gütliche Mittel, bes. Worte od. Zureden, bewegen oder gewinnen, überreden; πείϑεις δή μευ ϑυμόν, Od. 23, 230, u. oft so φρένας, ϑυμόν, ϑυμὸν ἐνὶ στήϑεσσιν. Bes. erbitten, durch Bitten bewegen, Il. 24, 219 Od. 14, 363; besänftigen, begütigen, zufriedenstellen, Il. 1, 100. 9, 112. 181. 386; Hes. Sc. 450; Ζηνὸς ἦτορ λιταῖς ἔπεισεν, Pind. Ol. 2, 88; bes. durch die Rede bewegen, Etwas zu thun, τόνδε – πεπιϑήσω ἐναντίβιον μαχέσασϑαι, Il. 22, 222; δᾶμον πείσας λόγῳ, Pind. Ol. 3, 17; γνώμᾳ πεπιϑών, I. 3, 90; πείσαισ' ἀκοίταν βουλεύμασιν, N. 5, 28; νὶν πίϑον παρασχεῖν, P. 3, 65; π. τινὰ ὥςτε δοῦναι, Her. 6, 5; πιϑεῖν Τιτᾶνας οὐκ ἠδυνήϑην, Aesch. Prom. 204; πείϑω νιν λόγῳ, Ag. 1022; ἔπειϑον οὐδέν' οὐδέν, 1185; πρὸς τοῦ δ' ἐπεί. σϑης καὶ τίνος βουλεύμασιν, Eum. 563; ταῖς ἐμαῖς γνώμαις πεισϑείς, überredet, Soph. O. R. 570; ἐκ τοῦ φίλων πεισϑεῖσα, El. 401; ἐννύχοις πεπεισμένη ὀνείροις, Eur. Hel. 1206; πείϑει Ὀρέστην μητέρα κτεῖναι, Or. 29; u. mit doppeltem accus., τίνα δοκεῖς πείσειν τάδε, wen meinst du davon zu überreden? Hec. 1205; vgl. Her. 1, 163; Xen. Hier. 1, 16; Plat. Apol. 37 a; κεναῖσιν ἐλπίσιν πεπεισμένος, Aesch. Pers. 790; τί δ' ἐν δόλῳ δεῖ μᾶλλον ἢ πείσαντ' ἄγειν, Ar. Plut. 102; ἢ λόγῳ πείσαντες ἄξειν ἢ πρὸς ἰσχύος κράτος, 590, u. in Prosa überall, τὸ πείϑειν οἷόν τ' εἶναι τοῖς λόγοις δικαστάς, Plat. Gorg. 452 e; καταδέσμοις τοὺς ϑεοὺς πείϑοντές σφισιν ὑπηρετεῖν, Rep. II, 364 c, u. A.; auch τοὺς πολλοὺς εἰς τὴν ὁμολογίαν, dazu bewegen, Thuc. 5, 76; im schlechten Sinne, τοὺς δικαστὰς ἀργυρίῳ πείϑειν, die Richter durch Geld bewegen, bestechen; ξεῖνόν τινα χρήμασι πείσας, Her. 8, 134; μισϑῷ, 9, 33, für Sold wozu dingen, wie Thuc. 1, 31; δώροις, 4, 65, χρήμασι, 1, 137 u. öfter; vgl. δῶρα ϑεοὺς πείϑει, Hes. frg. bei Plat. Rep. III, 390 e; u. Lys. 7, 21; auch bereden, beschwatzen, durch List, milderer Ausdruck für betrügen, täuschen, Il. 1, 132. 6, 360 Od. 2, 106. 14, 123. – Auch von leblosen Dingen, ϑυέλλας, erregen, Il. 15, 26. – Πείϑω ἐμαυτόν, ich überrede mich, d. i. ich bin überzeugt, glaube, Plat. Gorg. 453 a u. öfter; ὥς γε ἐμαυτὸν πείϑω, Dem. 24, 6, u. A. – Das part. πείσας heißt oft durch gütliches Zureden, durch Unterhandlungen, auf dem Wege der Güte, πείσας ἄγει τὸ στράτευμα, er führt das Heer mit dessen Einwilligung; οὐ πείσας τὸν δῆμον, ohne das Volk beredet zu haben, ohne Beistimmung des Volks, Aeschin. u. A., bes. Plut.; vgl. τὰς πόλεις ἑκούσας ἔπεισε ποιεῖν τὰς ὁδούς Xen. An. 5, 1, 14, u. Hell. 6, 1, 14. – Das impf. kann auch durch zureden übersetzt werden, ἕκαστός τις ἔπειϑεν αὐτὸν ὑποστῆναι τἡν ἀρχήν, Xen. An. 5, 9, 19, vgl. Hell. 6, 5, 23; Pol. 4, 64, 2. 5, 63, 3. – 2) Im pass., fut. πείσομαι, auch πιϑήσω, Od. 21, 369, aor. ἐπείσϑην, bei Hom. ἐπιϑόμην u. πιϑήσας, Il. 9, 119, sich durch gütliche Mittel, bes. durch Worte gewinnen lassen, sich überreden, überzeugen lassen, überredet, überzeugt sein, gehorchen (vgl. S. Emp. pyrrh. 1, 2301; Hom. u. Folgde überall; mit folgdm accus. c. inf., εἰ μὴ πέπεισϑε ἀδικίαν δικαιοσύνης ἄμεινον εἶναι, Plat. Rep. II, 368 a; mit folgdm ὡς, Legg. VII, 801 b; – c. inf., ὑπὸ χρυσοῦ πεισϑῆναι πλούσιον ἄνδρα ἰάσασϑαι, Plat. Rep. III, 408 c; – gew. τινί, gehorchen, folgen, μηδὲ ἄρξειν μηδὲ ἄρχοντι πείσεσϑαι, Critia 120 a; καὶ παρεικαϑεῖν, Soph. O. C. 1336; mit folgdm inf., πείϑεσϑέ μοι ῥαβδοῠχον ἑλέσϑαι, Plat. Prot. 338 a, folget mir und wählet, u. A. – Die Sache, wozu Einer überredet wird, oder in der er einem Andern folgt, steht auch im accus., wie das act. mit doppeltem accus. vrbdn oben erwähnt ist. πάντα πιϑέσϑαι, in allen Dingen folgen, Alles befolgen, Od. 17, 21; σημαίνειν, ἅ τιν' οὐ πείσεσϑαι ὀΐω, worin Niemand, wie ich meine, gehorchen wird, Il. 1, 289; u. so ist auch 20, 466 Od. 3, 146, οὐδὲ τὸ ᾔδη, ὃ οὐ πείσεσϑαι ἔμελλεν, zu erklären, worin Jener ihm nicht nachgeben werde, wo man gew. πείσεσϑαι als pass. für πεισϑήσεσϑαι erklärt; πείϑεσϑε τούτῳ ταῠτα, Ar. Th. 595; τί σοι πιϑώμεσϑα, Av. 164; auch σοῖς ταῠτα πείσομαι λόγοις, Aesch. Ch. 770; 'Αϑηναῖοι ταῠτα Αἰσχίνῃ πείϑονται, Her. 6, 100; – εἰς ἀγαϑόν, Il. 11, 799; Hom. vrbdt es auch mit dem doppelten dat., τινὶ ἔπεσι, μ ύϑοις, Il. 1, 150. 23, 157; γήραϊ πείϑεσϑαι, dem Alter gehorchen, sich in die Nothwendigkeit des Alters geduldig fügen, Il. 24, 345; στυγερῇ δαιτὶ πείϑεσϑαι, sich in den Gebrauch des traurigen Mahles fügen, 23, 48; πείϑεσϑαι νυκτί, der Einladung der Nacht zum Schlafe folgen, 8, 502. 9, 65. – Seltener ist dabei der gen., πείϑεσϑαί τινος, Her. 1, 126. 5, 29. 33. 6, 12; als v. l. auch Il. 10, 57; Thuc. 7, 73, u. öfter bei sp. D., wie An. Rh. 3, 308. – Πείϑεσϑαί τινι, Jemandem glauben, trauen, woran glauben, μύϑῳ, oft Hom; ταῠτ' ἐγώ σοι οὐ πείϑομαι, darin traue ich dir nicht, das glaube ich dir nicht, Plat. oft. – 3) Das perf. πέποιϑα, πεποιϑέναι, plusquampf. πεποίϑεα, Od. 4, 434. 8, 181, hat die Bdtg sich haben überzeugen lassen, vertrauen, seine Zuversicht worauf setzen, mit dem dat. der Person oder der Sache, auf die man vertraut, Hom. u. Hes., auch wird noch ein inf. hinzugesetzt, ὔμμιν ἔγωγε μαρναμένοισι πέπ οιϑα σαωσέμεναι νέας ἁμάς, Il. 13, 95, ich vertraue euch, daß ihr die Schiffe retten werdet, vgl. 16, 171 Od. 16, 71. 21, 132; auch absol., ὄφρα πεποίϑῃς, auf daß du Zutrauen fassest, Il. 1, 524 Od. 13, 344; τῇ σῇ πέποιϑα χειρὶ δεξιᾷ, Eur. Alc. 1118; χρησμοῖς, τύχῃ, Aesch. Ch. 295 Ag. 654; Ζηνί, 790; πεποιϑοίη, Ar. Ach. 904; auch c. acc. c. inf., ἔπεμψα τοὺς πέποιϑα μὴ ματᾶν ὁδοῠ, Aesch. Spt. 37, vgl. 426. 503; u. c. inf., καὶ δίχα κείνων πέποιϑα ταῠτ' ἐπισπάσειν κλέος, Soph. Ai. 756, ich hege die Zuversicht, diesen Ruhm zu erringen; vgl. χρήμασιν ἐπεποίϑεσαν διωϑέεσϑαι, Her. 9, 88; διὰ τὸ αὑτῷ πεποιϑέναι, Plat. Menex. 248 a; einen imperat. πέπεισϑι hat Aesch. Eum. 599, Hom. die syncop. Form ἐπέπιϑμεν, Il. 14, 55; so ist auch πιϑήσας gebraucht, Il. 22, 107; vgl. auch πεπίϑοιτο, Il. 10, 204; γνώμᾳ πεπιϑὼν πολυβούλῳ, Pind. I. 3, 90. – Sp, wie N. T., verbinden auch πεποιϑέναι ἐπὶ τὸν ϑεόν. – Adi. verb. πειστέον, man muß gehorchen, Plat. Phil. 28 b u. A.
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87 ΔΥΏ
ΔΥΏ, einhüllen, versenken, vgl. induere, Curtius Grundz. d. Griech. Etym. 2, 205, fut. δύσω, aor. ἔδῡσα, perf. δέδῡκα, perf. pass. δέδῠμαι, aor. pass. ἐδΰϑην; fast nur in composs.; häufig auch als simpl. das depon. δύομαι, sich einhüllen, sich eintauchen, versinken, hineingehen, fut. δύσομαι, aor. ἔδῡν, perf. δέδῡκα, adj. verb. δῠτέον. Von diesen Formen der Att. Prosa findet sich bei Homer in transitiver Bedeutung gar Nichts; intransitiv vom activ. das particip. δύων Iliad. 21, 232, δύοντα Odyss. 5, 272, das perf. δέδυκεν Iliad. 5, 811. 9, 239 Odyss. 12, 93 und häufig Formen des aor. ἔδυν: 3. sing. ἔδυ und δῠ, ἐδύτην Iliad. 6, 19. 10, 254. 272, ἔδυτε Odyss. 24, 106, 3. plur. ἔδυν Iliad. 11, 263, ἔδυσαν 18, 145, conjunct. δύω, Iliad. 22, 99, δύῃς Iliad. 9, 604, δύῃ, Iliad. 11, 194, optat δύη Odyss. 18, 348. 20, 286, imperat. δῠϑι Iliad. 16, 64, δῦτε Iliad. 18, 140, infin. δῠναι, δύμεναι, Iliad. 6, 185, particip. δύντα Iliad. 19, 308, δύντε Odyss. 22, 201; vom passiv. oder medium bei Homer, intransitiv, praes. δύεται Iliad. 5, 140, imperf. δυέσϑην Odyss. 22, 114, δύοντο, Iliad. 15, 345, fut. δύσομαι Odyss. 12, 383, δύσεαι Iliad. 9, 231, δύσονται Iliad. 7, 298, infin. δύσεσϑαι Odyss. 7, 18, particip. δυσομένου mit Präsensbedeutung Odyss. 1, 24. Diese letztere Form wird jedoch vielleicht besser als Aorist betrachtet; Homer hat nämlich auch sonst von δύω einen aorist. med. nach Analogie der Formen ( ἐ)βήσατο oder (ἐ)βήσετο, ἄξοντο, ὄρσεο, οἶσε, ἄξετε, ἷξον. So bei Homer öfters ἐδύσατο oder ἐδύσετο, δύσατο oder δύσετο, vgl. Scholl. Didym. Iliad. 2, 578 Odyss. 5, 337, δύσαντο Iliad. 23, 739, optat. δῡσαίατο Iliad. 18, 376 var. lect. δύσονται, s. Scholl., imperat. δύσεο Iliad. 16, 129. 19, 36 Odyss. 17, 276. Außerdem findet sich noch die intransitive Iterativform δύσκεν Iliad. 8, 271. – Homerische compp. ἀναδύω, ἐξαναδύω, ὑπεξαναδύω, ἀποδύω, ἐκδύω, ἐνδύω, ἐπιδύω, καταδύω, παραδύω, περιδύω, ὑποδύω. – Hesiod. O. 384 δυσομενάων; bei Hippocr. δυῆναι; Bion. 16, 6 δύεν intransitiv. Vgl. δύνω. – Das deponens δύομαι wird in folgenden Bed. gebraucht: – 1) von Orten, sich hineinbegeben, eindringen; – a) mit dem acc.; εἰ μέν κε πύλας καὶ τείχεα δύω ( aor. II. conj.), wenn ich in das Thor gekommen sein werde, Il. 22, 99; πόλιν Od. 7, 18; νέφεα σκιόεντα ἔδυ ἀστήρ Il. 11, 63; ϑαλάσσης εὐρέα κόλπον, unter, 18, 140; γαῖαν, unter die Erde, d. i. sterben, 6, 19; ἐρεμνὴν γαῖαν ἔδυτε Od. 24, 106; ἀνδρῶν δυσμενέων δῦναι στρατόν Il. 10, 221, eindringen in das Heer der Feinde; ὅμιλον ἀνδρόμεον 11, 537; μάχην 6, 185; πόλεμον 14, 63, wie πολέμου στόμα 19, 313, in den Kampf gehen; δύσεο δὲ μνηστῆρας, gehe unter die Freier, Od. 17, 276. Uebertr., κάματος γυῖα δέδυκεν, Ermattung ist in die Glieder gedrungen, Il. 5, 811; κρατερὴ δέ ἑ λύσσα δέδυκεν 9, 239; Μελέαγρον ἔδυ χόλος 9, 553; vgl. 19, 16; ἄχος κραδίην Od. 18, 348; mit doppeltem accusat. Od. 20, 286 ἄχος κραδίην Ὀδυσῆα; δῠ δέ μιν Ἄρης Il. 17, 210, Ares, d. i. Muth fuhr in ihn. Einzeln so auch Tragg.; αἰϑέρα δῠναι Soph. Ai. 1171; χάσμα χϑονός Eur. El. 1271; κἀμέ τοι ἔδυ φόβος Rhes. 569. – b) mit praepos.; καϑ' ὅμιλον ἔδυ Il. 3, 36; βέλος εἰς ἐγκέφαλον 8, 85; εἰς Ἀίδαο Od. 12, 383; ἐς πόντον, ὑπὸ πόντον, 5, 352. 4, 425; ὑπὸ κῦμα Il. 18, 145; εἴσω ἔδυ ξίφος Il. 16, 340; ἔδυν δόμον Ἄιδος εἴσω 11, 263; δύσκεν εἰς Αἴαντα, duckte sich zum Ajas hinan, um unter dessen Schild Schutz zu suchen, 8, 271; κατὰ σπείους δέδυκεν Od. 12, 93. So auch Folgde; ἐς ἄντρον Aesch. frg. 240, wie Diosc. 11 (VI, 220); πρὸς στόμα Soph. Ant. 1202; ἐς δόμους Eur. Herc. Fur. 873; κατὰ βένϑος Ap. Rh. 4, 967; u. in Prosa; ἐς ϑάλατταν Her. 8, 8; κατὰ γῆς Plat. Tim. 25 d; Phaed. 113 c; εἴς τι εἴσω Phaedr. 247 e; vgl. Tim. 78 d; u. Sp., z. B. Plut. Artax. 8 ἐς μέσα τὰ δεινά, sich mitten in die Gefahr stürzen; ἀκίδες δεδυκυῖαι διὰ φλεβῶν Crass. 25. – 2) von Kleidern, Waffen u. dgl., sich hineinstecken, sie sich anlegen, anthun; χιτῶνα(ς) δῠναι u. δύσασϑαι, Il. 18, 416. 23, 739; τεύχεα δῠναι 6, 340, χροῒ δ' ἔντε' ἐδύσετο Il. 9, 596; δύσετο τεύχεα καλὰ περὶ χροΐ 13, 241; τεύχεα ὤμοιιν, sich die Rüstung um die Schultern legen, 16, 64. Auch ἐς τεύχεα, Od. 22, 201; ἐν τεύχεσσι δύοντο 24, 496; ὅπλοισιν ἔνι Il. 10, 254. 272; ἐν τεύχεσι Ap. Rh. 3, 638. – Uebertr., δύσεο ἀλκήν Il. 19, 36, lege an, d. i. waffne dich mit Kraft. Einzeln auch Folgde, ἀνάγκας λέπαδνον ἔδυ, d. i. er beugte sich unter das Joch, Aesch. Ag. 211; φάρεα Eur. El. 225. – 3) scheinbar absolut, von der Sonne, untergehen, eigtl. unter die Erde, den Okeanos, das Meer, den Horizont gehen, untertauchen; Hom. Odyss. 3, 329 ἠέλιος δ' ἄρ' ἔδυ, Iliad. 18, 241 ἠέλιος μὲν ἔδυ, Odyss. 2, 388 δύσετό τ' ἠέλιος; Odyss. 1, 24 δυσομένου Ὑπερίονος Bezeichnung des Westens; so das particip. praes. activ. vom Abende Iliad. 21, 232, δείελος ὀψὲ δύων, und von einem Sternbilde Odyss. 5, 272, ὀψὲ δύοντα Βοώτην; Hesiod. O. 384 δυσομενάων (Πλη-ιάδων); von Sternen auch Aristot.; vom Monde und den Pleiaden Sappho ap. Hephaest. 65 u. Apostol. V, 98 c (Bergk P. L. G. ed. 2 p. 679 kr. 52) δέδυκε μὲν ἁ σελάνα καὶ Πληίαδες; vom Monde das imperfect. act, Bion. 16, 6, τάχιον δύεν; Plutarch. Arat. 7 δυομένης (τῆς σελήνης); δύεται ἥλιος Her. 4, 181; πρὸ δύντος ἡλίου 7, 149; δυομένῳ ἡλίῳ Xen. An. 2, 2, 8 entspricht dem δύνοντι 2, 2, 6; Plat. u. Folgende. – Untergehen, zu Grunde gehen, vernichtet werden; eigtl., νῆσος ὑπὸ σεισμῶν δῠσα Plat. Criti. 108 e; übertr., δόμος πρόπας Aesch. Ag. 983; βίου δύντος αὐγαῖς 1094. – Das υ in δύομαι ist des Verses wegen bei sp. Ep. auch lang, z. B. Ap. Rh. 1, 925; Nonn. D. 7, 286.
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88 ἀλλά
ἀλλά, Conjunction, eine Verschiedenheit ausdrückend; eigentl. accus. neutr. plur. von ἄλλος, der Accent geändert, um die Aenderung der Bed. anzuzeigen; ἀλλά drückt aus 1) das Gegentheil, so daß das Vorhergehende ganz aufgehoben wird, also: – a) wenn ein negativer Satz vorangeht, so ndern; Hom. Od. 8, 197 ἐπεὶ οὔ τι μεμιγμένον ἐστὶν ὁμίλῳ, ἀλλὰ πολὺ πρῶτον, 17, 416 οὐ μέν μοι δοκέεις ὁ κάκιστος Ἀχαιῶν ἔμμεναι, ἀλλ' ὤριστος, ἐπεὶ βασιλῆι ἔοικας. Homer liebt es in diesem Falle den Satz mit ἀλλά ganz wegzulassen, z. B. Iliad. 15, 11 ὁ δ' ἀργαλέῳ ἔχετ' ἄσϑματι κῆρ ἀπινύσσων, αἷμ' ἐμέων, ἐπεὶ οὔ μιν ἀφαυρότατος βάλ' Ἀχαιῶν, Scholl. Ariston. οὔ μιν ἀφαυρότατος: ὅτι τὸ ἐναντίον ὑπακουστέον, ἀλλ' ἰσχυρότατος· οὐ γὰρ ἐκ πλήρους ἀποδέδωκεν, ὡς ἐπὶ τοῠ »δός, φίλος οὐ γάρ μοι δοκέεις ὁ κάκιστος Ἀχαιῶν ἔμμεναι, ἀλλ' ὤριστος (Od. 17, 416)«; s. Lehrs Aristarch. p. 14: – οὐκ ἀνϑρώπινον – ἀλλὰ ϑεῶν Xen. Oec. 21, 12; οὐχ ἅπαξ, ἀλλὰ πολλάκις Plat. Phaedr. 228 a; – nach μὴ ὅτι, sondern vielmehr, μὴ ὅτι ἰδιώτην τινὰ ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέα Apol. 40 d. – b) wenn ein affirmativer Satz vorhergeht, wo das Gegentheil negirt wird, und im Deutschen ἀλλά gewöhnlich unübersetzt bleibt, ἐκεῖϑεν ἀλλ' οὐκ ἐνϑένδε ἡρπάσϑη (u.) nicht von hier, Plat. Phaedr. 229 d; φιλοσόφους ἀλλ' οὐ φιλοδόξους κλητέον Rep. V, 480 e. – 2) nur Verschiedenes, so daß das Vorhergehende nur zum Theil aufgehoben und beschränkt wird: – a) nach Concessivsätzen: allein, jedoch; im ersten Satzgliede stehen μέν, γέ u. ä., αὐτὸς μὲν γὰρ ἐγὼ μενέω νηῶν ἐν ἀγῶνι, ἀλλ' ἕταρον πέμπω Il. 16, 240; τὰ μὲν καϑ' ἡμᾶς ἔμοιγε δοκεῖ καλῶς ἔχειν ἀλλὰ τὰ πλάγια λυπεῖ με Xen. Cyr. 7, 1, 16. – b) wenn ein vorhergehender Negativsatz durch eine Ausnahme beschränkt wird, so viel als πλήν, εἰ μή, son dern, als, ἄλλος δ' οὔ τίς μοι τόσον αἴτιος Οὐρανιώνων, ἀλλὰ φίλη μήτ ηρ Il. 21, 276; vgl. Od. 8, 312; ἔπαισε δ' αὐτόχειρ νιν οὔτις ἀλλ' ἐγὼ τλάμων Soph. O. R. 1331; ἐν τῷ μέσῳ ἄλλη μὲν πόλις οὐδεμία οὔτε φιλία οὔτε Ἑλληνίς, ἀλλὰ Θρᾷκες Xen. An. 6, 4, 2; vgl. Plat. Symp. p. 181 d; οὐδὲν ὄντας ἀλλὰ κωφούς Ar. Ach. 651. Häufiger steht in solchen Sätzen ἀλλ' ἤ, sondern nur, μὴ χρῆσϑαι ἐλαίῳ, ἀλλ' ἢ ὅτι σμικροτάτῳ Plat. Prot. 334 c; οὐδὲν ἄλλο σκοπεῖν ἀλλ' ἢ τὸ ἄριστον Phaed. 97 d; auch nach vorangegangener Frage, die einen negativen Sinn hat, τίνος ἕνεκα κἄν τις ζώῃ, ἀλλ' ἢ τῶν τοιούτων ἡδονῶν ἕνεκα Phaedr. 258 e; ἀργύριον μὲν οὐκ ἔχω, ἀλλ' ἢ μικρόν τι Xen. An. 7, 7, 53, Geld hab' ich nur wenig; vgl. Heindorf zu Plat. Prot. 374 b; Bergler zu Ar. Equ. 790 u. bes. G. T. A. Krüger de formula ἀλλ' ἤ. Ebenso τουτὶ τί ἶν τὸ πρᾶγμα ἀλλ' ἤ, was war das anders als, für: es war nichts, sondern nur, Ar. Ran. 440, gleichsam für τί ἄλλο ἦν ἤ. In vielen Stellen kann es sogar zweifelhaft sein, ob ἄλλ' ἤ oder ἀλλ' ἤ zu schreiben; so hat Bekker Ar. Ran. 227 οὐδὲν γάρ ἐστ' ἀλλ' ἢ κόαξ, wo frühere Herausgeber ἄλλ' hatten; Kühner entscheidet sich für οὐδὲν ἄλλ' u. τί ἄλλ', in den Vrbdgn, wo ποιῶ zu ergänzen ist. – c) nach Comparativen mit einer Negation, um den Ggstz stärker, als durch das gleichstellende ἤ hervorzuheben, z. B. οὐ τὸ κερδαίνειν μᾶλλον τέρπει ἀλλὰ τὸ τιμᾶσϑαι, nicht Gewinn, sondern victmehr Ehre erfreut, Thuc. 2, 44 u. öfter. – d) nach einem hypothetischen Vordersatze, so, alsdann, εἴ περ γάρ τε χόλον γε καὶ αὐτῆμαρ καταπέψῃ, ἀλλά τε καὶ μετόπισϑεν ἔχει κότον, so zürnt er doch später, Il. 1, 82 vgl. 21, 577. 22, 192. Ebenso nach ἐπεί, Her. 9, 41 ἐπεὶ ὑμεῖς οὐκ ἴστε – ἀλλ' ἐγὼ ἐρέω, vgl. Soph. O. C. 241; nach ἐπεὶ δή Od. 14, 151. Bei Plat. mit οὖν u. γε, εἰ μὴ πάσῃ σαφηνείᾳ δυνάμεϑα λαβεῖν, ἀλλ' οὖν λόγου γε ἐνδεεῖς μηδὲν γιγνώμεϑα, so wollen wir wenigstens nicht... Soph. 254 c. Mit Weglassung des Vordersatzes bildet sich der elliptische Gebrauch des ἀλλά in der Mitte des Satzes, πειράσατ' ἀλλ' ὑμεῖς γε κινῆσαι στόμα, versucht ihr doch wenigstens (wenn kein Anderer es kann), Soph. O. C. 1276; ἀνοιγέτω τις δῶμα – ὡς ἂν ἀλλὰ παῖδ' ἐμὴν ῥυσώμεϑα, damit wir wenigstens meinen Sohn retten, Eur. Or. 1561. Es hebt in diesem Falle nur das Wort, vor dem es steht, hervor; vgl. Soph. Ant. 552; sogar σὺ δ' ὰλλά Ar. Ach. 997. – e) als elliptische Ausdrücke schließen sich hieran: οὐ μὴν ἀλλά u. οὐ μέντοι ἀλλά, doch nein! sondern, jedoch; οὐ γὰρ ἀλλά, freilich, φέρε δὴ ταχέως αὔτ', οὐ γὰρ ἀλλὰ πειστέον (denn ich darf mich nicht weigern), ich muß ja doch gehorchen, Ar. Ran. 499. – 3) In Antworten tritt der Gegensatz nicht immer so deutlich hervor, ist aber vorhanden, häufig in den Diverbien der Tragg. und den Dialogen des Plato, wohl, allerdings, ἀλλ' ἀνάγκη, ich muß ja wohl, Plat. Prot. 357 b; ἀλλ' ὁμολογῶ Gorg. 476 d; dazu treten noch Betheuerungen: μὰ τὸν Δία, ἀλλ' ἐγὼ οὐδὲ αὐτὸς συνίημι 463 d; νὴ τοὺς ϑεοὺς ἀλλ' ἐπιϑυμῶ 481 c; u. so ein doppeltes ἀλλά; μὰ Δί' ἀλλ' οὐκ ήγνόουν ἔγωγε, ἀλλὰ σαφῶς ἐγίγνωσκον Alc. I, 110 c. Der Gegensatz ist leicht hinzuzudenken. Ein doppeltes ἀλλά s. auch Il. 2, 241. 859 Od. 14, 151. – 4) Noch mehr tritt der Gegensatz zurück, wenn es nur den Uebergang zu etwas Neuem bezeichnet oder kurz die Rede abbricht, ἀλλὰ ταῠτα μὲν τί δεῖ λέγειν, doch, Soph. Phil. 11 u. sonst; oder nach längerer Unterbrechung wieder auf das Frühere zurückweis't. Beispiele überall. Sogar ganz im Anfange der Rede steht es so, zuweilen nachdrücklich, als Mißbilligung des Vorigen, Od. 4, 472, oder gegen eine herrschende Vorstellung gerichtet, wie Xen. sein Sympos. anfängt: ἀλλ' ἐμοὶ δοκεῖ. Es entwickeln sich hieraus folg. besondere Fälle: – a) es tritt zu lebhaften Aufforderungen u. Ermahnungen im imperat. u. conj., ἀλλὰ μάχεσϑε, ἀλλ' ἄγε Hom. Iliad. 1, 62, ἀλλ' ἄγετε 2, 72, ἀλλ' ἴϑι 14, 267, ἀλλ' ἴϑι νῦν 2, 163, ἀλλὰ σύ γ' ὄρνυϑι τοῦτον 6, 363; in Prosa, ἀλλ' οὖν ἀκούετε, so höret doch, Plat. Prot. 310 a; ἀλλ' ἴωμεν 311 a. Aehnl. beim vocat., dem es nachsteht, ὦ Φίντις, ἀλλὰ ζεῠξον Pind. Ol. 6, 22; Soph. O. R. 1503; nach Gregor. Cor. 88 ist dies besonders attische Eigenthümlichkeit. – b) in Fragen; Fälle, wie εἰ μή ἐστι τοῠτο τὸ πάϑημα – ἀλλὰ τί ποτ' ἔστι, εἴπατον ἡμῖν Plat. Prot. 353 a, erinnern an 2 d und lassen auch die anderen Fälle elliptisch betrachten, wenn sie nicht einen Einwand ausdrücken; ἀλλὰ τί οὐ βαδίζομεν ib. 311 a. So ἀλλ' ἆρα, num, z. B. Euth. 9 d; – anders ἀλλ' ἄρα – μὴ ὁ Κτήσιππος ἶν ὁ ταῠτ' εἰπών, aber vielleicht war es nicht Ktesippus, Euthyd. 290 e; ἀλλ' ἦ, eine leidenschaftliche Frage, auf die eine verneinende Antwort erwartet wird, ἀλλ' ἦ μέμηνας Soph. El. 879, bist du denn rasend? an eine andere Frage anknüpfend, an?, vgl. Plat. Prot. 309 c, auch wenn diese nicht bestimmt ausgedrückt ist, Phaedr. 261 b. Häufig steht es mehrere Male hinter einander in lebhaften, durch Fragen dargestellten Folgerungen und Beweisen, ἀλλὰ χρημάτων –; ἀλλὰ ταὐτόν μοί ἐστιν– ἀλλὰ δὴ φυγῆς τιμήσομαι Plat. Apol. 37 c Rep. II, 382 a; so auch außer der Frage, Prot. 341 d u. sonst. – 5) οὐ μόνον – ἀλλὰ καί, wo auch, und oft nachdrücklicher, καί fehlt, schließt sich an 1) an u. stellt die beiden Satzglieder gleich. – Verbindungen von ἀλλά mit anderen Partikeln: ἀλλὰ καὶ ὧς Hom. Iliad. 1, 116, ἀλλ' οὐδ' ὧς Od. 1. 6; – ἀλλ' ἄρα, sondern vielmehr, nach einer Verneinung, Il. 6, 418. 12, 320; Soph. aber nun, Trach. 502; – ἀλλὰ – γάρ, aber freilich, ἀλλ' οὐ γάρ πως ἔστιν. aber es ist ja unmöglich, Od. 19, 591; Her. 1, 14. 9, 27, u. sonst; γάρ behält seine Bedeutung, daß es den Grund des Gegensatzes angiebt, wenn derselbe auch nur aus dem Zusammenhange ergänzt werden muß, ἀλλὰ ζητῶ γάρ Plat. Charm. 165 b; – ἀλλὰ γὰρ δή Hipp. mai. 301 b; – über οὐ γὰρ – ἀλλά s. 2 e; – ἀλλὰ – γε, doch wenigstens, ἀλλὰ πειράσομαί γε, aber versuchen will ich's doch, Phaed. 63 d; die Stellen, wo ἀλλά γε neben einander stehen, sind unsicher; – ἀλλὰ δή, bes. den Einwand eines Andern vorwegzunehmen, aber wirst du sagen, ἀλλὰ δὴ βελτίονα ὴμῶν αἱρήσεσϑε Prot. 338 c; vgl. Stallb. zu Crit. p. 54; – ἀλλά που Hom. Iliad. 13, 225; – ἀλλ' ἤ, außer der Frage, wahrlich, s. oben; – ἀλλ' ἤτοι, aber freilich, indessen, theilweis einräumend. μέντοι γε, Plato, aber jedoch; – ἀλλὰ μήν, aber doch, atqui; – οὐ μὴν ἀλλὰ καί, verumtamen; – ἀλλά περ, im Nachsatze nach εἰ, Il. 12, 349. 362, wie auch ἀλλά τε den Nachsatz nach εἴ πέρ τε, εἴ περ γάρ einleitet, Il. 1, 82. 10, 226. 21, 577. 22, 192; – ἀλλ' οὖν, aber doch; – ἀλλ' οὖν γε, aber doch wenigstens; – ἀλλά – τοι, jedoch. – Im Nachsatze ἀλλά auf homerische Art περιττῶς Iliad. 24, 771 ἀλλ' εἴ τίς με καὶ ἄλλος ἐνὶ μεγάροισιν ἐνίπτοι –, –, ἀλλὰ σὺ τόν γ' ἐπέεσσι παραιφάμενος κατέρυκες.
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89 ἐν
ἐν, p. ἐνί, Il. 13, 608 u. öfter, Soph. Tr. 6 (s. unten), u. εἰν, Od. 1, 162 u. öfter, Soph. Ant. 1226, wo man an das ep. εἰν Ἀΐδαο δόμοισιν erinnert wird; auch εἰνί, Il. 8, 199 Od. 9, 417; Eur. Heracl. 893. Sein od. Verweilen in, an, auf Etwas. – 1) vom Orte u. zwar – a) am gewöhnlichsten innerhalb eines Raumes, in, ἐν νήσῳ, ἐν δώμασιν u. ä., Hom. u. Folgde überall; τίς. ἔνδον ἐν δόμοις Aesch. Ch. 643; ἐν οἴκοις ἢ 'ν ἀγροῖς Soph. O. R. 112; ἐν ξένᾳ, in der Fremde, Phil. 135. – Wie bei εἰς wird οἶκος oft ausgelassen. ἐν Ἅιδου, von Hom. an überall, πολλὰ δ' ἐν ἀφνειοῠ πατρὸς κειμήλια κεῖται Il. 6, 47; ἐνὶ Κίρκης ἔρχαται Od. 10, 282; vgl. 7, 132; ἐν ἀνδρὸς εὐσεβεστάτου τραφείς Eur. I. A. 926; ἐν παιδοτρίβου καϑίζειν Ar. Nub. 972; ἐν Πυϑίου Thuc. 6, 54, wie Plat. Gorg. 472 a; ἐν Ἀρίφρονος ἐπαίδευε, ἐν κιϑαριστοῠ, ἐν διδασκάλων, Prot. 320 a Theaet. 206 a Alcib. I, 110 a; τὸ χωρίον τὸ ἐν γειτόνων Dem. 53, 10, woran sich auch ἐν αὑτοῦ reiht, Ar. Vesp. 642; Plat. Charm. 155 d, s. unten 6. – b) auf, ἐν ἵπποις, ἐν ϑρόνοις, Hom., Aesch. Ch. 969; ἐν σάκει, Spt. oft; ἐν ϑαλλοῖς συγκατῄϑομεν Soph. Ant. 1186; ἐν στιβάσι κείμενοι Xen. An. 5, 9, 4; ἐν τῇ γῇ, ἐν τῇ ϑαλάττῃ ἄρχειν, 6, 4, 13; ἐν τῷ δεξιῷ, auf dem rechten Flügel, 1, 8, 5; ἐν τοῖν ὀβολοῖν ϑεωρεῖν, auf dem Zwei-Obolenplatz, Dem. 18, 28; ἐν τοῖς στεφανώμασιν, auf dem Kranzmarkt, Ar. Eccl. 303 u. Phereer. Ath. XV, 658 b, wie ἐν τῷ μύρῳ, in dem Salbenladen, Ar. Eq. 1371 u. Polyzel. Schol. Ar. Plut. 550; ἐν τοῖς ἰχϑύσιν, auf dem Fischmarkt, Antiphan. Ath. VII, 287 e. – c) das Daransein, die unmittelbare Nähe ausdrückend; ἐν οὐρανῷ, am Himmel, Il. 8, 555; ἐν ποταμῷ, am Flusse, 18, 521 Od. 5, 466; ἐν τόξῳ, ἐν ξίφει, ἐν ῥυμῷ, ἐν χρῷ, s. χρώς; ἐν πέτροισι πέτρον ἐκτρίβων, daran reibend, Soph. Phil. 295; χεῖρας αἱμάξαι ἔν τινι Ai. 448; τἂν ποσίν, das vor den Füßen, das Gegenwärtige, Ant. 1309, vgl. τὰ ἐν μυχοῖς 1279. Aber ἐν τοῖς δένδροις ἑστάναι = zwischen den Bäumen, Xen. An. 4, 7, 9; u. ἀνάπαυλαι ἐν τοῖς δένδρεσίν εἰσιν σκιαραί = unter, Plat. Legg. I, 625 b; ἐν τῷ λιμένι Xen. An. 6, 2, 1; oft ἐν τῷ Πόντῳ, am Pontus. Bes. seit Her. ἐν Κύπρῳ ναυμαχεῖν, 5, 115, von Schlachten, die bei einem Orte, im Gebiete desselben geliefert werden, Thuc. u. Folgende; so ἐν Κορωνείᾳ κινδυνεύειν Xen. An. 5, 3, 6; ἡ ἐν Τροίᾳ μονή, vor Troja, Plat. Crat. 395 a; u. sehr gew. οἱ ἐν Μαραϑῶνι, die Kämpfer bei Mar. oder die dort Gebliebenen, Thuc. 2, 34; Selten so von Personen, παρέσται ἐν πόσει, Eur. El. 641; προξένων ἔν τῳ κατέσχες Ion 365, vgl. Heracl. 757. – d) auch bei Verbis, die eine Bewegung ausdrücken, um die Erreichung des Zieles u. das Verweilen daselbst anzudeuten. Schon Hom. oft ἐν κονίῃσι πέσε, ἐν χερσὶ πεσεῖν u. ä., ἐν χείρεσσι λάβ' αἰγίδα Il. 15, 229, ἐν Τρωσὶν ὄρουσαν 16, 258, λέων ἐν βουσὶ ϑορών 5, 261, ἐν ἀμφιφορεῦσιν ἄφυσσον Od. 2, 349, ἐν τεύχεσι δύνειν Il. 23, 131, ἂν δ' ἔβαν ἐν δίφροισι 132; κάββαλ' ἐνὶ πόντῳ Hes. Th. 189; τοιαῦτ' ἀκούων ἐν φρεσὶν γράφου Aesch. Ch. 443, wie ἐνὶ φρεσὶν βάλλω, Hom.; ἐλπίδας κατῴκισα ἐν αὐτοῖς, habe ich in ihnen erweckt, Aesch. Prom. 250; ἵζει μάντιν ἐν ϑρόνοις Eum. 18. Bes. bei τίϑημι, πίπτω u. ä., ἐνμέσῳ τίϑημι, ἐν δώμασι πιτνών, Aesch. Ch. 36. 143; ἐν πέδῳ βαλῶ Ag. 1145; ἐν τάφῳ ϑεῖναι Soph. Ant. 499; ἐν ποίμναις πιτνών, ἐν βουσὶ πεσών, Ai. 184. 367; ἐν μέσῳ σκάφει ϑέντες Trach. 800; ἐν δ' ἐμῷ κάρᾳ ϑεὸς ἔπαισεν Ant. 1258; auch in Prosa, ἐμπίπτειν ἐν Thuc. 7, 87; ἐν ἀπορίᾳ ἐνε-πεπτώκεισαν Plat. Euthyd. 292 e; ἐν τῇ γῇ καταπεφευγέναι Thuc. 4, 14; ᾤχοντο δ' ἐν τοῖς ὀχυροῖς καὶ τὰ ἐπιτήδεια ἐν τούτοις ἀνακεκομισμένοι ἦσαν Xen. An. 4, 7, 17; in welchen Beispielen das perf. zu beachten; ἐν μέσοις ἀναμεμιγμένοι τοῖς Ἕλλησιν 4, 8, 8; ὡς ἐν ἐχυρωτάτῳ ποιεῖσϑαι, an den sichersten Ort bringen, Cyr. 1, 6, 26. Auffallender ἐν Ἀμβρακίᾳ ἀπῄεσαν, ἀποστελοῠντες ἐν Σικελίᾳ, Thuc. 4, 42. 7, 17, wie ἡ ἐν τῷ Πειραιῷ τῶν νεῶν καταφυγή 8, 11; ὁ ἐν Σικελίᾳ πλοῦς Lys. 19, 43; ῥιπτοῠντες σφᾶς ἐν τῇ ϑαλάττῃ Arr. An. 1, 19, 3; Sp., häufig geradezu für εἰς, wie διαβάντες ἐν Σάμῳ Paus. 7, 4, 3. – Bei den Doriern steht ἐν für εἰς, dah. c. acc. bei Pind. P. 2, 11. 86. 5, 38 N. 7, 31. – 2) auf Menschen übertr., – a) unter; ἐν πρώτοις μάχεσϑαι Il. 9, 709; ἐν προμάχοισι φανείς 3, 31; κλέος ἐσϑλὸν ἐνὶ Τρώεσσιν ἀρέσϑαι 17, 16; οἴη ἐν ἀϑανάτοις 1, 398; νεῖκος ἐν ἀϑανάτοισιν ὄρωρεν 24, 107; ἐν δὲ τῇσι (βουσὶ) νομεύς 15, 632; ἄρχειν, ἀνάσσειν ἐν πολλοῖς, unter vielen, 13, 689 Od. 19, 110; φῦλον ἐν ἀνϑρώποισι ματαιότατον Pind. P. 3, 21. So oft Tragg.; ἄτιμος ἐν ϑεοῖς Aesch. Eum. 691 (vgl. Soph. O. R. 215 Xen. An. 7, 7, 501; τὰ ἐν βροτοῖς πήματα Prom. 440; ἐν πρώτοις ἕπει Soph. El. 28; Prosa, ὄνομα μέγιστον ἐν πᾶσιν ἀνϑρώποις ἔχειν Thuc. 2, 64; ἐν ϑεοῖς καὶ ἀνϑρώποις Plat. Legg. IX, 879 b; ἐν πᾶσιν εὐδόκιμοι τοῖς Ἕλλησιν, bei, I, 631 c; vgl. Prot. 337 b 343 c; μνήμην παρέχειν ἔν τισι Xen. An. 6, 3, 24; bes. λέγειν, νομίζειν, καταριϑμεῖν, λέγεσϑαι ἐν, dazu, darunter rechnen, Aesch. Prom. 975 Eur. Herc. Fur. 175 Plat. Polit. 266 a Xen. An. 1, 6, 1 Hem. 2, 2, 1; – οἱ ἐν γένει, die Verwandten, Soph. O. R. 1430. – Auch von Dingen, ἐν ἐλπίσι τρέφω Soph. Ant. 888. – b) bei λέγειν u. ä. geht es in die Bedeutung vor, in Gegenwart über; ἐν ὑμῖν ἐρέω Il. 9, 528; ἐν πᾶσι, in Gegenwart aller, Od. 2, 194. 16, 378; ἐν τῷ δήμῳ Plat. Rep. VIII, 565 b; ἐν μάρτυσι Conv. 175 e; nach λέγειν ἐν τῷ δικαστηρίῳ, Antiph. 6, 24, auch ἐν τοῖς δικασταῖς, ibd. 23; Is. 2, 4; Dem. 8, 1. 27; κατηγορεῖν Plat. Legg. X, 886 e; sehr gew. ἐν εἰδόσι μακρηγορεῖν u. ä., Thuc. 2, 26, wohin auch ἐν νομοϑέταις ϑέσϑαι, λύειν νόμον gerechnet werden kann, Dem. 3, 10. 2433, wie ἐν ὑμῖν (vor, bei euch, den Richtern) πειράσομαι τῶν δικαίων τυχεῖν 40, 3. – Aehnl. δεῖξαι ἐν Ἀργείοις μέσοις Soph. Phil. 626, vgl. 1053; εἰ τάδ' έστὶν ἐν ϑεοῖς καλά, wenn das vor den Göttern recht ist, Ant. 916. – c) bes. zu bemerken ist ἐν τοῖς beim superlat., wobei man von Stellen ausgeht, wie πολλὰ μὲν οὖν καὶ ἄλλα οἱ λόγοι ὑμῶν καλὰ ἔχουσιν, ἐν δὲ τοῖς καὶ τοῦτο μεγαλοπρεπέστερον, Plat. Euthyd. 303 c, wo es deutlich unter diesem Guten ist; ὃ δὴ δοκεῖ ἐν τοῖς μεγίστοις μέγιστον εἶναι Crat. 427 e; τοῦτό μοι ἐν τοῖσι ϑειότατον φαίνεται γίγνεσϑαι Her. 7, 137; häufig Thuc., z. B. ἐν τοῖς πλεῖσται δὴ νῆες, ἐν τοῖς πρώτη ἐγένετο, 3, 17. 82; Plat. ἣν ἀγγελίαν ἐγώ, ὥς μοι δοκῶ, ἐν τοῖς βαρύτατα ἂν ἐνέγκοιμι Crit. 43 c; am häufigsten ἐν τοῖς μάλιστα, z. B. Thuc. 8, 90 Plat. Theaet. 186 a. Aehnl. ἐν πᾶσι, vor Allen. – 3) an 1 c) schließt sich die Bdtg des Umgebenseins von Etwas, οὐρανὸς ἐν αἰϑέρι καὶ νεφέλῃσι, der Him-mel in Lichthelle u. Wolkenumhüllung, Il. 15, 19. Bes. – a) von Kleidern, Waffen u. dgl.; ἐν ῥινῷ λέοντος στάς Pind. I. 6, 53; χαλκέοισι δ' ἐν ἔντεσι Ol. 4, 22; ἐν πεπλώματι Soph. Tr. 610; ἐν τρισὶ μορφαῖσιν ibd. 10; κἂν τοῖςδε κόσμοις καταγελωμένη Aesch. Ag. 1244; ὑφαντοῖς ἐν πέπλοις κείμενος 1562; ἐν ῥακίοις περιειλόμενος Ar. Ran. 1093; ἐν ἐσϑῆσι Her. 2, 159; ὀξυπρώροισι βρέμων ἐν αἰχμαῖς Aesch. Prom. 422; in Prosa oft; ἐν ὅπλοις εἶναι Her. 1, 13; Thuc-6, 74; ἐξέτασιν ἐν ὅπλοις ποιεῖσϑαι, γενέσϑαι, Xen. Cyr. 2, 4, 1 An. 5, 3, 3; Mem. 3, 9, 2. Vgl. ἐν κανοῖς, mit Körben, Dem. 59, 78; u. bei Luc. ἐν πώγωνι, ἐν γενείῳ βαϑεῖ, Salt. 5; auch ἐν μαλακοῖς ἠμφιεσμένον, Hatth. 11, 8, womit ἐν πάσῃ τῇ δόξῃ αὑτοῠ zu vgl., 6, 29; ἐν ἐξωμίσι φαύλαις Ael. V. H. 9, 34. – Aehnl. ἐν μεγάλοις φορτίοις βαδίζειν, unter schweren Lasten, Xen. Cyr. 2, 3, 14; δένδρα ἐν καρποῖς, mit Früchten, Long. past. 1, 11. – b) von Banden u. Fesseln; ἐν δεσμῷ δῆσαι Il. 5, 386; Od. 12, 54; ἐν ἐλλεδανοῖσι δέεσϑαι Il. 18, 553; ἔζευξα πρῶτος ἐν ζυγοῖσι κνώδαλα Aesch. Prom. 460; ἄνδρα πεδήσασα ἐν πέπλῳ Eum. 604; ἐν βρόχῳ ϑανεῖν Ch. 550; ἐν ξύλῳ δήσας Ar. Equ. 393. 702; ἐν πέδαις δεδέσϑαι Xen. An. 4, 3, 8. – c) Aehnlich ist, wo es zum Theil mit dem instrumentalen dat. zusammenfällt, ἐν χεροῖν λαβεῖν, κατέχειν, Soph. O. R. 912 O. C. 1696; οὐ κόμπον ἐν χεροῖν ἔχων Aesch. Spt. 455; woran sich reihen ἐν παλάμῃσι κατέκταϑεν ὀξέϊ χαλκῷ Il. 5, 558, vgl. 7, 105 (aber ϑανέειν ἐν χερσὶν ἐμῇσι, 22, 426, ist = in meinen Armen); ἀγαναῖσιν ἐν χερσὶν ἐδάμασσε πώλους Pind. P. 2, 8; ἐν ξέναισι χερσὶ κηδευϑείς, ἐν φίλαισι χερσὶν ἐκόσμησα, Soph. El. 1128. 1130; so bei Thuc. oft, γενομένης δ' ἐν χερσὶ τῆς μάχης, als es zum Gefecht kam, 6, 70, wo der Schol. bemerkt: nachdem die Schleuderer aufhörten; ἦν ἡ μάχη κρατερὰ καὶ ἐν χερσὶ πᾶσα 4, 43; so ἐν χερσὶν εἶναι, γίγνεσϑαι, 3, 108. 7, 5; ἀποκτείνειν 3, 66 u. ä., s. χείρ; – ἐν ὠσὶ νωμᾶν καὶ φρεσὶν πυρὸς δίχα χρηστηρίους ὄρνιϑας Aesch. Spt. 25; ἐν τοῖσιν ὠσὶ δάκνει Soph. Ant. 317; ἐν ὄμμασιν ὁρᾶν 760, nie Il. 3, 306 Od. 10, 385; ἐν ὄμμασιν φαίνεται Aesch. Pers. 596; Ag. 863; ἐν ὀφϑαλμοῖς ἔχειν, vor Augen, Xen. An. 4, 5, 29; ἔργον ἐν κύβοις Ἄρης κρινεῖ, vermittelst der Würfel, Aesch. Spt. 396; ἐν κώπαισι πλεῖν, Ggstz zur Segelfahrt, Men. bei Stob. fl. 59, 9; ἐν ἐπιστολαῖς ἴστε Thuc. 7, 11; ἐν ποτηρίοις πίνειν Xen. An. 5, 9, 4; vgl. Luc. merc. cond. 26 D. D. 6, 2; ἡ ἐν αὐλοῖς μουσική Ephipp. Ath. XIV, 617 f; ἐν μέτρῳ μετρεῖν, ἐν κρίματι κρίνειν, Hatth. 7, 1; ἐν τοῖς ποσὶν καταπατεῖν ib. 6, u. ä. oft im N. T. u. bei a. Sp.; – ἐν στρατιᾷ καταστρέψασϑαι Xen. Cyr. 8, 6, 20; ἐν λόγοις κοσμεῖν Dem. 20, 141, wie πείϑειν Soph. Phil. 1393; Plat. Legg. II, 660 a; ἐν ὄψει διαγιγνώσκειν, ἐν ἀκοῇ, Theaet. 206 a; pleonastisch scheint ἐν τιμῇ σέβειν Aesch. Pers. 162; ἐν μιᾷ πληγῇ κατέφϑαρται ὄλβος, mit einem Schlage, 247; ἐν λόγῳ πεύϑομαι Ch. 668; ἐν ϑανάτῳ ἀπόλλυσϑαι Plat. Phaed. 95 d; στάζειν ἐν αἵματι Eur. Bacch. 1163; sp. D., wie ἐν ὄμμασιν αὐδᾷ Hel. 13 (XII, 63). So sagen Gramm. ψάλια ἐν τῷ α Ἀττικοί, διὰ τοῦ ε Ἕλληνες, Moeris p. 214, 6, mit einem Buchstaben schreiben. – 4) Von der Zeit, in, in nerhalb; ἐν ἡμέρῃ, in einem Tage, Her. 1, 126; ἐν πολλῷ χρόνῳ Aesch. Ag. 537; oft in Prosa, wie Plat. Phaed. 58 b; ἐν τρισὶν ἡμέραις Xen. An. 4, 8, 8; Mem. 3, 13, 5; ἐν εἰρήνῃ, ἐν σπονδαῖς, während des Waffenstillstandes, Thuc. 2, 5. 3, 13; ἐν τῇ μονῇ Xen. An. 5, 1, 5, u. Aehnliches öfter, bes. ἐν καιρῷ. Dah. ἐν τούτῳ, ἐν ᾧ, unterdeß, während welcher Zeit, von Her. 6, 89 Thuc. 7, 29 an häufig; ἐν τῷ αὐτῷ, in derselben Zeit. – 5) Von jedem Zustande, in dem man sich befindet, sowohl äußerlich als innerlich, wie ἐν πολέμῳ, ἐν ἀγῶνι, ἐν ἔργῳ; χαίρετ' ἐν κακοῖς ὅμως Aesch. Pers. 826, der auch ὑβρίζειν διδαχϑεὶς ἐν κακοῖς so vrbdt, Ag. 1594; Eum. 266. Aehnl. ἐν ἀφϑόνοις βιοτεύειν, στρατοπεδεύειν, Xen. An. 3, 2, 25 Cyr. 5, 4, 40; vollständiger ἐν ἀφϑόνοις τοῖς ἐπιτηδείοις διαχειμάσαι An. 7, 6, 31, bei; vgl. τρέφεται ϑαλίῃ ἐνὶ πολλῇ Il. 9, 143; ἐν βολίτοις τρέφειν Ar. Ach. 990; ξενύδρια ἐν προσφάτοις ἰχϑυδίοις τεϑραμμένα Men. Ath. IV, 132 e, vgl. ζήσεται ἐν παντὶ ῥήματι Matth. 4, 4; Uebertr., ἐν φιλότητι, ἐν πένϑεϊ, ἐν δοιῇ Il. 7, 302. 9, 230. 22, 483; oft bei Attikern. ἐν φόβῳ, ὀργῇ εἶναι u. ä.; ἐν ἡδονῇ ἐστίν οἱ, mit folgdm acc. c. inf., es ist ihm ein Vergnügen, Her. 7, 15; ἐν αἰτίᾳ εἶναι, ἔχειν, s. αἰτία; οὐκ ἐν αἰσχύνῃ τὰ σά Eur. Phoen. 1282, deine Lage ist nicht so, daß du dich schämen darfst; οὐκ ἐν σιωπῇ τἀμά Ion 1397; ἐν αἰσχύναις ἔχειν, sich schämen, Suppl. 164. – Dah. auch = beschäftigt sein mit Etwas, ὢν ἐν τῇ τέχνῃ Plat. Men. 91 e, vgl. Phaed. 84 a; οἱ ἐν ποιήσει γενόμενοι, die Dichter, Her. 2, 82; οἱ ἐν πράγμασιν Thuc. 3, 28; öfter οἱ ἐν τέλει, Magistrate; ἐν φιλοσοφίᾳ εἶναι, Plat. Phaed. 59 a; ὁ Κῠρος ἐν τούτοις ἦν Xen. Cyr. 3, 1, 1; ἐν λόγοις, ἐν σίτῳ, 4, 3, 23. 5, 2, 17. Dah. οἱ ἐν φιλοσοφίᾳ, ἐν νόσῳ, Umschreibung für die Philosophen, die Kranken, bes. Sp. – Ganz adverbialisch sind Verbindungen wie ἐν τῷ ἐμφανεῖ, ἐν τῷ φανερῷ, = φανερῶς, Thuc. 2, 21 Xen. An. 1, 3, 21. 2, 5, 25; ἐν δίκῃ Soph. Tr. 1058; ἐν τάχει oft = ταχέως; – ἐν σμικρῷ ποιεῖσϑαι Soph. Phil. 496; ἐν παρέργῳ ϑέσϑαι 471, vgl. 863; so Her. ἐν ὁμοίῳ ἔχειν, ποιεῖσϑαι, wie ἐν ἴσῳ, oft, z. B. 8, 109, wie ἐν ἐλαφρῷ, 5, 154; vgl. ἐν οὐδενὶ λόγῳ ποιεῖσϑαι; – ἐν ἀσφαλεῖ Eur. Hec. 980 Hipp. 785; ἐν εὐμαρεῖ ἐστι, = εὐμαρές, I. A. 974; ἐν ἀσφαλεστέρῳ ἦν Xen. Hell. 7, 5, 8; seltener im plur., ἐν ἀργοῖς, = ἀργῶς, Soph. O. R. 287. Vgl. noch ἐν ἅρμασιν ἔχειν, ἐν οὐσίᾳ κτᾶσϑαι, Plat. Legg. X, 899 a XI, 913 b. – Wie einzelne dieser Beispiele schon »einem Zustande gemäß« bedeuten, so ist auch γλῶσσαν ἐν τύχᾳ νέμων, γαῖαν ἐν αἴσᾳ διατέμνων, Aesch. Ag. 671. 892 zu nehmen, womit οὕτως ἀπαλλάσσουσιν ἐν ϑεῶν κρίσει 1262 zu vgl.; κακὸν τὸ λῆμα, κοὐκ ἐν ἀνδράσιν, ziemt sich nicht für Männer, Eur. Alc. 735; ἐν μοίρᾳ Plat. Legg. VI, 775 e; ἐν μέτρῳ Thuc. 6, 1; ἐν τῷ αὐτῷ τρόπῳ, ἐν τοῖς ὁμοίοις, ᾧ 1, 77. 7, 67; ἐν τούτῳ, dem gemäß, 1, 37; ἐν ᾡ, in wiefern, 6, 55, wohin auch ἐν ῥυϑμῷ ᾔεσαν Xen. An. 5, 9, 11 gerechnet werden kann. Eben so τὰ ἐν τοῖς νόμοις δίκαια Isocr. 20, 20, das in den Gesetzen Begründete; αἱ ἐν τοῖς νόμοις ζημίαι, gesetzmäßige, Dem. 20, 154; Lycurg. 1. Dah. ἐν τοῖς νόμοις βασιλεύειν, τὰς κρίσεις ποιεῖσϑαι, nach den Gesetzen, Plat. Criti. 131 b Isocr. 4, 40. Daran schließt sich – 6) Bezeichnung der Abhängigkeit von Etwas, es steht bei Einem; νίκης πείρατ' ἔχονται ἐν ϑεοῖς, der Sieg liegt in den Händen der Götter (eigtl. der Faden haftet an den G.), Il. 7, 105; δύναμις γὰρ ἐν ὑμῖν Od. 10, 69; vgl. auch das sinnliche ϑεῶν ἐν γούνασι κεῖται u. ἐν γὰρ χερσὶ τέλος πολέμου, ἐπέων δ' ἐνὶ βουλῇ Il. 16, 630; ἐν ϑεῷ γε μὰν τέλος Pind. Ol. 13, 104; vgl. μόνον γὰρ κέρδος ἐν τεϑνηκόσιν Aesch. Spt. 666; τὰ κέδν' ἐν ὑμῖν ἐστί μοι βουλεύματα Pers. 168; ἐν σοὶ γάρ ἐσμεν Soph. O. R. 313, wie ἐν ὑμῖν ὡς ϑεῷ κείμεϑα, hangen von euch ab, O. C. 247; u. ähnl. ἐν σοὶ πᾶσ' ἔγωγε σώζομαι, meine Rettung beruht auf dir, Ai. 515, vgl. Tr. 618; ἐν τῷ ἕκαστον δικαίως ἄρχειν ἡ πολιτεία σώζεται Lys. 26, 9; ὁπόταν ἐν χρήμασιν ᾖ σωϑῆναι τῇ πόλει 27, 3; ἐν ταῖς ναυσὶ τῶν Ἑλλήνων τὰ πράγματα ἐγένετο, die Macht beruhte auf den Schiffen, Thuc. 1, 74; ἐν σοὶ νῠν ἐστι καταδουλῶσαι Ἀϑήνας Her. 6, 109; mit folgdm acc. c. inf., Andoc. 1, 39; τὰ λοιπὰ ἐν αὐτοῖς ἡμῖν ἐστιν, ὅσον ἐστὶν ἐν ὑμῖν, Dem. 4, 50. 23, 4; ἐν τῷ ϑεῷ τὸ τούτου τέλος ἦν, οὐκ ἐν ἐμοί, das Gelingen stand in Gottes Hand, 18, 193; ähnl. ἐν τοῖς νόμοις ἐξέσται 20, 158; εἰ γὰρ ἐν τούτῳ εἴη Plat. Prot. 310 d 313 a, wie auch Xen. An. 6, 2, 22 zu nehmen, ob Etwas daran läge; Thuc. vrbdt sogar μὴ ἐν ὑμῖν κωλυϑῇ, an euch, sofern es bei euch steht, 2, 64, wie Dem. 10, 73 δόξα, ἣν αἰσχρόν ἐστιν ἐν σοὶ καταλῠσαι. Auch ἐν τῷ γὰρ φρονεῖν ἥδιστος βίος Soph. Ai. 440 ist ähnlich, wie ἐλπίς, πίστις ἐν τοῖς δρωμένοις, Soph. Tr. 585. 722; – ἐν ἑαυτῷ γίγνεσϑαι, zu sich kommen; ἐν ἑαυτῷ εἶναι, bei sich sein, bei Sinnen sein, oft bei Attikern. – 7) Bezeichnung dessen, wobei oder woran sich eine Thätigkeit zeigt; ἐν τοῖς σοῖς πόνοις χλίουσι μέγα Aesch. Ch. 135; ἐν κακοῖς γελᾶν, ἐν πράγματι φωνεῖν, 220 Eum. 268; ἁμαρτάνειν ἐν λόγοις Soph. Ai. 1075; ἐν ὑμῖν ἐψεύσϑημεν Her. 9, 48; ἐπιδείκνυσϑαι ἔν τινι Plat. Men. 82 a; πεῖραν λαβεῖν ἔν τινι Xen. An. 5, 8, 15, wie πειρᾶσϑαι Plat. Phileb. 21 a; σκέπτεσϑαι ἔν τινι, δηλοῦν, Soph. 239 b Thuc. 1, 10. Spätere sogar ἐν τῇ πίστει ὠνείδισε, Arr. An. 3, 30, 2. Vgl. εἰς. – Auch bei adj., ἐν πάντεσσ' ἔργοισι δαήμων Il. 23, 671; χρηστὸς ἐν τοῖς οἰκείοις Soph. Ant. 657; ὑβριστής, ϑρασύς, ἐν ὅρκῳ μέγας, 1071 1294 O. R. 651; κρείσσων ἐν κυναγίαις Eur. Bacch. 339; ἐν γυναιξὶν ἄλκιμος Or. 754; φϑονερός Her. 7, 46; ἡ ἐν ὅπλοις μάϑησις, das Studium der Fechtkunst, Plat. Lach. 190 d; ἄριστοι ἐν τοῖς πολεμίοις Thuc. 4, 80; vgl. διαφέρειν ἔν τινι, in einer Sache, Isocr. 8, 122; so noch Sp., wie D. Sic. 14, 37 ἐν εὐγενείᾳ καὶ πλούτῳ πρῶτος. – Aber ἐν σφετέρῳ καλῷ τὸν πόλεμον ἀναβάλλεσϑαι, Thuc. 5, 46, ist = zu eurem Besten. – Bei Sp., wie Pol. Exc. Leg. 82, bezeichnet es das Prädicat: λαβεῖν ἐν φερνῇ, als Mitgift empfangen.
Adverbial, ohne Casus, steht es oft von Hom. an, wo man es häufig ohne Noth als Tmesis betrachtet. Am gewöhnlichsten ist ἐν δέ, darunter, dabei, z. B. ἐν δ' ἄλοχοι ἐπιστενάχουσι Soph. O. R. 183, vgl. Tr. 205 (Herm. schreibt ἔν, wie auch Mein. in dem von Stob. fl. 8, 10 dem Philem., von Suid. dem Men. zugeschriebenen Sprichwort, Diogen. 5, 89, κακὴ μὲν ὄψις, ἐν δὲ δειλαῖαι φρένες); u. so in Prosa von Her. 1, 185. 9, 32 an häufig. Bei Hom. Od. 5, 260, ἐν δ' ὑπέρας τε κάλους τε πόδας τ' ἐνέδησεν ἐν αὐτῇ, steht noch ἐν dabei: überdies band er am Schiffe an, wovon Her. 2, 176 ἐν δὲ καὶ ἐν Μέμφι, überdies auch in Memphis, verschieden ist.
Seinem Casus wird es zuweilen nachgesetzt, bes. bei Ep., z. B. Il. 18, 218 Od. 12, 103 Ap. Rh. 4, 546, was bes. bei der Form ἐνί der Fall ist, die dann ἔνι geschrieben wird, Il. 7, 221 Od. 5, 57.
In der Zusammensetzung herrscht – a) bei Verbis die örtliche Bedeutung vor, daran, darauf, darüber; auch mit Verbis der Bewegung wird ἐν zusammengesetzt. – b) in adj. drückt es das Versehensein mit Etwas aus, ἔναιμος, ἔνϑηρος, oder die Annäherung an den Begriff des Adjectivs. ἔμπικρος, etwas bitter, wie ἔλλευκος, ἔνσιμος, seltener das Angemessensein, wie in ἔνδικος.
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90 ἐθέλω
ἐθέλω und θέλω, wollen, wünschen, Luft haben, Neigung empfinden; Ableitung ungewiß. Ueber den Unterschied von βούλομαι s. dies Wort; interessant ist die Verbindung von βούλομαι und ϑέλω Eurip. Iph. A. 338 τῷ δοκεῖν μὲν οὐχὶ χρῄζων, τῷ δὲ βούλεσϑαι ϑέλων; für βόλεται (= βούλεται) Iliad. 11, 319 var. lect. ἐϑέλει. In der Att. Prosa ist das a verbo von ἐϑέλω folgendes: ἐϑέλω und ϑέλω, ἐϑελήσω, ἠϑέλησα, ἠϑέληκα; imperf. ἤϑελον. Die Formen des praes. ϑέλω besonders in einzelnen Verbindungen, wie εἰ ϑέλεις, ἂν ϑεὸς ϑέλῃ, s. Lobeck Phryn. 7, am häufigsten bei Xenoph. u. Oratt. Bei Dichtern fut. auch ϑελήσω, aor. ἐϑέλησα, perf. τεϑέληκα, imperf. ἔϑελον; conj. aor. ϑελήσῃ Aesch. Prom. 1028, imperat. ϑέλησον vs. 783; opt. ϑελήσαιμι Soph. O. Col. 1133, partic. ϑελήσας vs. 757; opt. perf. τεϑελήκοι Scholl. Iliad. 1, 38; τεϑέληκας var. lect. für ἠϑέληκας Aeschin. Fals. leg. 139; vgl. Lob. Phryn. 332; praes. ϑέλω sehr oft bei Dichtern, bes. im Att. Trimeter; imperf. ϑέλον Apoll. Rhod. 2, 960. Bei Homer Formen vom praes. ἐϑέλω, conj. ἐϑέλωμι Odyss. 21, 348 Iliad. 9, 397 (Scholl. Didym. ἐϑέλοιμι: Ἀρίσταρχος ἐϑέλωμι), opt. ἐϑέλοιμι, imperat. ἔϑελε, part. ἐϑέλων, imperf. ἤϑελον u. ἔϑελον u. iterativ. ἐϑέλεσκον, fut. indicat. ἐϑελήσω, aor. ἐϑέλησα Odyss. 13, 341, ἐϑέλησεν var. lect. ἐϑέλεσ κεν Iliad. 18, 396. Formen, die mit dem ϑ beginnen, hat Homer nach Aristarch gar nicht, geholl. Aristonic. Iliad. 7, 111 Odyss. 3, 272. Auch Iliad. 1, 277, wo Einige lesen μήτε σύ, Πηλείδη, ϑέλ' ἐριζέμεναι βασιλῆι ἀντιβίην, sah Aristarch die dreisylbige Form des imperativ., ἔϑελε, deren erste Sylbe mit der letzten von Πηλείδη in eine Sylbe zusammengezogen werden müsse; um dies möglichst hervorzuheben, schrieb er Πηλείδἤϑελ', wobei zu berücksichtigen, daß die Wörter in seinen Ausgaben überhaupt nicht durch Zwischenräume getrennt waren; s. Pluygers Retract. edit. p. 11 Scholl. Aristonic. Iliad. 1, 277. 11, 217 Herodian. 1, 277. 8, 229; für unsere modernen Ausgaben empfiehlt sich die Bekkersche Schreibung μήτε σύ, Πηλείδη, ἔϑελ' ἐριζέμεναι, so daß die Zusammenziehung nur dem Lesen überlassen bleibt. Odyss. 15, 317 schreibt Bekker αἶψά κεν εὖ δρώοιμι μετὰ σφίσιν, ὅ ττ' ἐϑέλοιεν; ein aus Didymus geflossenes Schol. zu der Stelle bemerkt, Aristarch habe ἐϑέλοιεν geschrieben; er schrieb also etwa wie Bekker ὅ ττ' ἐϑέλοιεν oder ἅσσ' ἐϑέλοιεν; der gegen ὅ ττ' ἐϑέλοιεν erhobene Einwand, daß das ι in ὅτι oder ὅττι sonst bei Homer nirgends elidirt werde, hat keinerlei Gewicht. Iliad. 1, 554 scheint Aristarch ἅσσ' ἐϑέλῃσϑα geschri eben zu haben; von Dionysius Sidonius wird behauptet, er habe ὅττι geschrieben, also vielleicht ὅττι ϑέλῃσϑα, s. Scholl. Zenodot schrieb für Ἴλιον ἠνεμόεσσαν Iliad. 18, 174 Ἴλιον αἰπὺ ϑέλοντες, s. Scholl. Aristonic. Neuere setzen voraus, daß Aristarch seiner Theorie des stets dreisylbigen Homerischen ἐϑέλω zu Liebe Conjecturen gemacht, Lesarten erfunden und das »Ursprüngliche« »geändert« habe; diese Annahme entbehrt aber jedes Grundes; vielmehr muß bis zum Erweise das Gegentheil angenommen werden, daß Aristarch sich auch hier wie sonst strenge an die beste Ueberlieferung hielt. Gar keine Schwierigkeit machen Stellen wie Odyss. 3, 92 αἴ κ' ἐϑέλῃσϑα oder αἴ κε ϑέλῃσϑα, Iliad. 1, 133 ἦ ἐϑέλεις oder ἦε ϑέλεις. – Da ἐϑέλω so sehr oft bei Homer vorkommt, etwa dritthalbhundertmal, ist es auffallend, daß Homer außer dem nur einmal gebrauchten ἐϑελοντήρ, Odyss. 2, 292, kein einziges abgeleitetes oder anderweitig als unzweifelhaft verwandt erkennbares Wort gebraucht; ein compos. περιεϑέλω hat man fälschlich Iliad. 24, 236 zu sehen geglaubt, περὶ δ' ἤϑελε ϑυμῷ λύσασϑαι φίλον υἱόν. – Oefters wird ἐϑέλω absolut gebraucht: τὴν δ' ἐϑέλων ἐϑέλουσαν ἀνήγαγεν ὅνδε δόμονδε, gern die Willige, Od. 3, 272; τὸν Εὐφράνης ἐϑέλων ἄεισεν Pind. N. 4, 89; u. so tritt oft im partic. der Begriff des freiwilligen, geneigten stark hervor, vgl. Plat. Theaet. 143 d; καὶ ἑκών Polit. 299 e; – οὐκ ἐϑέλων, wider Willen, Iliad. 4, 300; παρ' οὐκ ἐϑέλων ἐϑελούσῃ Odyss. 5, 155. – Gewöhnl. mit dem inf. praes. od. aor., ἴσχεο, μηδ' ἔϑελ' οἶος ἐριζέμεναι βασιλεῠσιν Il. 2, 247, wolle nicht streiten, streite nicht, wie noli; πάντ' ἐϑέλω δόμεναι 7, 364; ὅτι χρὴ πάσχειν ἐϑέλω Aesch. Prom. 1069; κεδνῶν ἕκατι πραγμάτων ἂν ἤϑελον γνωστὸς γενέσϑαι Ch. 690; a. D., wie in Prosa, οὐ πάνυ εὐϑέως ἐϑέλει πείϑεσϑαι ὅ, τι ἄν τις εἴπῃ, er läßt sich (überhaupt, immer) nicht gern sogleich überreden, Plat. Phaed. 63 a; τετρωμένον οὐκ ἐϑέλων ἀπολιπεῖν, indem er (in diesem Falle) den Verwundeten nicht verlassen wollte, Conv. 220 a. Auch mit dem acc. c. inf., Ζεὺς ἤϑελ' Ἀχαιοῖσιν ϑάνατον πολέεσσι γενέσϑαι Il. 19, 274; ἐϑελῆσαί οἱ γενέσϑαι γυναῖκα Her. 1, 3. – Selten steht dabei ὥστε, Κύπρις γὰρ ἤϑελ' ὥστε γίγνεσϑαι τάδε Eur. Hipp. 1327. – Es folgt auch der conj., Soph. El. 80 ϑέλεις μείνωμεν αὐτοῠ κἀνακούσωμεν γόνων. – Wohl nur scheinbar ist die Verbindung mit ὄφρα Iliad. 1, 133 ἦ ἐϑέλεις ὄφρ' αὐτὸς ἔχῃς γέρας, αὐτὰρ ἔμ' αὔτως ἧσϑαι δευόμενον, κέλεαι δέ με τήνδ' ἀποδοῦναι, wo nach Classen Beobacht. üb. d. hom. Sprachgebr. 1 (1854) S. 25 von ἐϑέλεις zunächst ἐμὲ ἧσϑαι abhängt, an das sich ὄφρα αὐτὸς ἔχῃς als Absichtssatz reih't; nach ἐϑέλεις muß bei dieser Auffassung ein Comma stehen; das αὐτάρ ist grammatisch περιττῶς, rhetorisch aber von großer Wirkung, weil es die ungeordnet hervorstürzende Sprache des Zornigen kennzeichnet; zu vergleichen ist das bei Homer häufige δέ im Nach satz. – C. acc., wo der inf. aus dem Zusammenhange leicht zu ergänzen, εὔκηλος τὰ φράζεαι ἅσσ' ἐϑέλῃσϑα, sc. φράζεσϑαι, Il. 1, 554, vgl. 9, 397. 21, 484 Od. 14, 172; Ζεύς τοι δοίη ὅ, ττι μάλιστ' ἐϑέλεις, etwa σοὶ δοϑῆναι, 18, 113; σιτέονται οὐκ ὅσα ἐϑέλουσι Her. 1, 71: ὡς δὲ οὐδὲ ταῦτα ἤϑελον Thuc. 5, 50. – Nicht selten steht ἐϑέλειν, wo eigentlich δύνασϑαι stehn sollte, wie auch im Deutschen z. B. für »das Wasser kann nicht abfließen« gesagt wird »das Wasser will nicht abfließen«. So Hom. Iliad. 21, 366 οὐδ' ἔϑελε προρέειν, ἀλλ' ἴσχετο, Scholl. Aristonic. ἡ διπλῆ, ὅτι ἀντὶ τοῠ οὐκ ἠδύνατο· καὶ ἐν Ὀδυσσείᾳ (3, 121) »ἤϑελ', ἐπεὶ μάλα πολλὸν ἐνίκα δῖος Ὀδυσσεύς«; Odyss. 3, 121 ἔνϑ' οὔ τίς ποτε μῆτιν ὁμοιωϑήμεναι ἄντην ἤϑελ', ἐπεὶ μάλα πολλὸν ἐνίκα δῖος Ὀδυσσεὺς παντοίοισι δόλοισι, Scholl. Aristonic. ἤ ϑελε: (ἡ διπλῆ, ὅτι) ἀντὶ τοῦ ἠδύνατο· »οὐδ' ἔϑελε προρέειν ( Iliad. 21, 366)«, Scholl. E ἐδυνήϑη· ὡς τὸ »οὐ ϑέλει τὰ δένδρα διδάσκειν με Plat. Phaedr. 2303)«. Vgl. Iliad. 13, 106. 9, 353 Odyss. 8, 316. Für οὐδ' ἐδύναντο τείχεος ἔκτοσϑεν μίμνειν πολέες περ ἐόντες schrieb Aristophanes Byz. Iliad. 9, 551 οὐδ' ἐϑέλεσκον, was Aristarch für Homerisch erklärte, geholl. Didym. οὐδ' ἐδύναντο: ἐν τῇ Ἀριστοφάνους ο ὐδ' ἐϑέλεσκον· καὶ ἔστιν Ὁμηρικόν· » οὐδ' ἔϑελε προρέειν ( Iliad. 21, 366)«. Vgl. noch Apoll. Lez. Hom. p. 86, 33 ϑέλειν· τὸ δύνασϑαι· »οὐδ' ἔϑελε προρέειν« ἀντὶ τοῦ οὐκ ἐδύνατο. Τὰ χωρία καὶ τὰ δένδρα οὐδέν μ' ἐϑέλει διδάσκειν Plat. Phaedr. 230 d, was Greg. Cor. 135 als att. für οὐ δύναται erkl.; vgl. Epinom. 975 b; εἰ οὖν δὴ ἐϑέλησε ἐκτρέψαι τὸ ῥέεϑρον ὁ Νεῖλος ἐς τοϋτον τὸν Ἀράβιον κόλπον, τί μιν κωλύει Her. 2, 11, was wie 1, 109 εἰ δὲ ϑελήσει τούτου τελευτήσαντος ἐς τὴν ϑυγατάρα ταύτην ἀναβῆναι ἡ τυραννίς, dem μέλλω ähnlich, zur Umschreibung des Futurs dient und unserm soll entspricht; vgl. noch Ar. Vesp. 536. – An anderen Stellen entspricht ἐϑέλω unserm pflegen: ἡσσημένων δὲ ἀνδρῶν οὐκ ἐϑέλουσιν αἱ γνῶμαι πρὸς τοὺς αὐτοὺςἄνδρας ὅμοιαι εἶναι Thuc. 2, 84; Her. 1, 74; ταῦτα δὲ οὐκ ἔστιν ἰδεῖν ἀμελοῦντα, οὐ γὰρ ἐϑέλει αὐτόματα γίγνεσϑαι Xen. Mem. 3, 12, 8; vgl. Hell. 5, 4, 61. – Aber γνῶναι τὸ ἐϑέλει τὰ δῶρα λάγειν Her. 4, 131 ist ganz wie unser »was die Geschenke sagen wollen« für »zu bedeuten haben«; vgl. 1, 78. 6, 37.
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91 πάσχω
πάσχω, nur praes. u. impf., die übrigen tempp. werden von ΠΑΘ, aor. ἔπαϑον, u. von ΠΕΝΘ, fut. πείσομαι, perf. πέπονϑα, gebildet; ep. πέποσϑε für πεπόνϑατε, Hom. Il. 3, 99, πεπαϑυῖα für πεπονϑυῖα, Od. 17, 555; dor. πέποσχα, Stesichor. bei Phot. lex.; bei Her. 9, 37 das fut. πήσομαι, f. v. l.; πήσας bei Aesch. Ag. 1607 ist in παίσας od. πταίσας geändert; – leiden; eine Einwirkung von außen erfahren, wobei man sich leidend verhält, also übh. irgend einen Eindruck, sei es ein guter oder ein schlechter, empfangen, im Ggstz der eigenen freien Thätigkeit; wie παϑεῖν u. ἔρξαι einander entgegstzt sind, Od. 8, 490; vgl. Aesch Ag. 1545. 1643; Soph. O. C. 268 u. sonst, wie in Prosa, Thuc. 7, 71; Xen. Cyr. 7, 1, 40. – Gew. etwas Schlimmes, Unangenehmes erfahren, erleiden, erdulden, sowohl mit dem Zusatz κακά u. ä., als auch ohne diesen, Hom. u. Folgde überall; ἄλγεα, Il. 20, 297; οὐλὴν ὅττι πάϑοι, Od. 19, 464; μάλα πόλλ' ἔπαϑον καὶ πόλλ' ἐμόγησα κύμασι καὶ πολέμῳ, 5, 223; oft μή τι πάϑῃς, daß dir nichts Uebeles begegne, kein Unglück widerfahre; ἔγνω παϑών, er hat durch schlimme Erfahrungen gelernt, Hes. O. 220; ἴδεσϑέ μ' οἷα πρὸς ϑεῶν πάσχω ϑεός, Aesch. Prom. 92; πτωμάτων γὰρ ἄξια πάσχω τε καὶ πέπονϑα καὶ πείσομαι, Eur. Troad. 468; Soph., Ar. u. in Prosa; πεισόμενος πολλά τε καὶ λυγρά, Her. 9, 37; daher παϑόντες ταῠτα πρὸς Αἰγινητέων, von Seiten der Aegineten eine Niederlage erlitten haben, 5, 89. 6, 88; in ἐάν τι πάϑω, εἴ τι πάϑοιμι, liegt gew. ein Euphemismus, wenn mir Etwas zustoßen, etwas Menschliches begegnen sollte, d. i. wenn ich sterben sollte, vgl. Callin. el. 17; Her. 8, 102 u. oft bei den Att., wie Is. 1, 4 Plat. Menex. 246 c; sogar ἄν τι ἡ δέλτος πάϑ ῃ, wenn sie verloren gehen sollte, Ep. II, 312 d, vgl. ἤν τι ναῠς πάϑῃ, Eur. I. T. 755. – In der Frage τί πάϑω; τί πείσομαι; ist immer der höchste Grad der Noth und Verlegenheit ausgedrückt, in welche Jemand durch gewaltsam auf ihn eindringende Unstände gerathen ist, was wird mir begegnen? was wird aus mir werden? wodurch der Fragende bezeichnet, daß er das Schlimmste erwartet; Il. 11, 404 Od. 5, 465; Her. 4, 118; Aesch. Spt. 1049; Soph. O. C. 216 Tr. 969; vgl. Valck. Eur. Phoen. 902. Wenn auch zuw, ilen unser »was soll ich thun?« (vgl. noch Plat. Euthyd. 302 d, ὡμολόγηκα, ἔφην· τί γὰρ πάϑω; konnte ich denn anders?) dieser Frage entspricht, so liegt doch in dem griechischen Ausdrucke nie der Nebenbegriff der Thätigkeit, sondern immer die leidende Unterwerfung unter ein Schicksal od. unter eine andere Uebernacht. Eben so liegt in τί παϑών; auch ohne weiteren Zusatz der Begriff des Schlimmen, Nachtheiligen, τί παϑόντε λελάσμεϑα ϑούριδος ἀλκῆς; II. 11, 313, was ist uns so Schlimmes begegnet, daß wir unserer Kraft und der muthigen Gegenwehr vergessen? τί παϑόντες γαῖαν ἔδυτε, Od. 24, 106, welch' Unglück ist euch begegnet, daß ihr in die Unterwelt kamet? Häufig wird es, wie das verwandte τί μαϑών (s. μανϑάνω), kurz übersetzt: warum? es ist aber immer der Grund eines schlimmen Begebnisses in einent äußeren Zwange oder in einer leidenschaftlichen Stimmung, die den Handelnden seiner Freiheit beraubt hat, dadurch bezeichnet, also was ist dir begegnet oder widerfahren? was plagte dich, focht dich an? vgl. Ar. Nubb. 340 Pax 701; Sp., wie Luc. Pisc. 29. – Die Bdtg des Unglücks liegt auch in der in der att. Gerichtssprache häufigen Vrbdg παϑεῖν ἢ ἀποτῖσαι, wo ersteres auf Leibes- u. Todesstrafe, letzteres auf Geldbuße geht, Dem. 24, 105, wo er 119. 146 erkl. ἐν γὰρ τῷ παϑεῖν καὶ ὁ δεσμὸς ἔνι; vgl. Lpt. 155 u. sonst, Plat. Polit. 299 a, Xen. Mem. 2, 9, 5 u. bes. Oratt. – Im Ggstz von ποιέω obscön, Aesch. 3, 162, vgl. Dem. 18, 130. – Durch Adverbien bestimmt ist a) κακῶς πάσχειν übel daran sein, sich übel befinden, unglücklich sein; Od. 16, 275; Ar. Plut. 900; Her. 3, 146 u. in att. Prosa; κακῶς πάσχειν ὑπό τινος, Aesch. Prom. 1043, Uebles, Unglück, Schmach von Einem erleiden; Thuc. 8, 48. – Eben so b) εὖ πάσχειν, wohl daran sein, sich wohl befinden, glücklich sein; Pind. P. 3, 104. 1, 99; ἐσλόν τι, 9, 92, öfter, κραδίῃ εὖ πείσομαι, ich werde mich in meinem Herzen wohl befinden, Theogn. 977; ὅσοι πάϑόντες. εὖ κακοῠσί μ' ἐκδίκως, Aesch. Prom. 978; εὖ δρῶσαν εὖ πάσχουσαν, Eum. 830; übh. Gutes erfahren, von Einem Wohlthaten erhalten, Gutes erleiden, ἀνϑ' ὡν ἔπασχον εὖ χάριν δοῠναι, Soph. O. C. 1486; vgl. παϑεῖν μὲν εὖ, παϑεῖν δὲ ϑἄτερα, Phil. 501; αὐτοὶ ἐκ τοῦ εὖ εἰπεῖν τὸ παϑεῖν εὖ ἀντιλήψονται, Thuc. 3, 40; auch ἀγαϑὰ πάσχειν, Her. 2, 37; ὅσον πέπονϑας ἀγαϑόν, Ar. Equ. 187; Dem. u. Folgde; καὶ ταῠτα εὖ πεπονϑὼς ὑπ' αὐτοῠ, Luc. de calumn. 3; so daß also, wo πάσχω in gutem Sinne gebraucht ist, es diesen immer erst durch einen näher bestimmenden Zusatz erhält, das absolut stehende Verbum nur in schlimmem Sinne steht. – Allgemeiner, sich in irgend einer Stimmung befinden, die man sich aber nicht selbst giebt, sondern die durch Eindrücke oder Einwirkungen von außen her entstanden ist; πάσχειν τι πρός τινα, in eine Leidenschaft, Stimmung gegen Jemand gerathen und davon abhängig werden, ἔγωγε ὁμοιότατον πάσχω πρὸς τοὺς φιλοσοφοῠντας ὥςπερ πρὸς τοὺς παίζοντας, Plat. Gorg. 485 a; πάσχομέν τι τοιοῠτον περὶ τὰ ἐν τοῖς ξύλοις, Phaed. 74 d; τοιοῠτον οὐδὲν ἔπασχον, so ging es ihnen nicht, Conv. 215 e; πέπ ονϑα τὸ τῶν πολλῶν πάϑος, es ging mir so, wie dem großen Haufen, ich erfuhr an mir dasselbe, Gorg. 513 b; Alc. I, 118 b; οἷον καὶ ἡ τριὰς πέπ ονϑε, Phaed. 104 a, wie es ging; auch ϑεῖον πεπ όνϑατε, Rep. II, 368 a; ϑεῖον πάϑος πεπονϑέναι, Phaedr. 238 c; πάσχομεν τὰ τοῠ Τηλεμάχου, es widerfährt uns dasselbe wie dem Telemach, es geht uns wie dem Telemach; τὸ τοῠ Ὁμήρου παϑεῖν, wie Homer sagt, Rep. VII, 516 d; Conv. 198 c ἵνα μὴ ταὐτὸ πάϑ ητε τῷ ἵππῳ, daß euch nicht dasselbe, wie dem Pferde (in der Fabel) begegne; auch ὑϊκὸν πάσχει, es begegnet ihm etwas Schweinisches, d. i. es ergeht ihm wie den Schweinen, Xen. Hem. 1, 2, 30; ὥςτε μήτε ἀπειρίᾳ ἐπιϑυμῆσαί τινα τοῠ ἔργου, ὅπερ ἂν οἱ πολλοὶ πάϑοιεν, Thuc. 1, 80, wie es den Meisten gehen möchte; ὅπερ γὰρ οἱ τὰς ἐγχέλεις ϑηρώμενοι πέπονϑας, Ar. Equ. 864. – In der philosophischen Sprache der Stoiker bezeichnet πάσχειν übh. die Abhängigkeit von den äußeren Gegenständen, die Eindrücke, welche man durch sie erhält, und die Vorstellung, welche man dadurch von ihnen erhält; dah. mit folgdm ὅτι = sich vorstellen, meinen, daß Etwas sei, Arr. Epict. 1, 28, 3. 13. – Bei den Gramm. von den Affectionen und Veränderungen eines Wortes.
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92 διά
διά, durch, zwischen. Zu Grunde liegt der Begriff der Trennung, »in zwei Theile«; Wurzel ΔFι, verwandt δύο, δίς, Latein. duo, bis, viginti, dis-, Sanskrit. vi, s. Curtius Grundz. der Griech. Etymol. 1, 39. 204.
Als Adverb. kann διά gebraucht zu sein scheinen in dem Ausdrucke διὰ πρό, was aber wohl besser als ein Wort geschrieben wird, διαπρό.
Als Praeposit. wird διά verbunden:
A. Mit dem genitiv.: Durch; – 1) vom Raume, und zwar – a) durch einen Raum hindurch u. wieder heraus, z. B. δι' ὤμου, δι' ἀσπίδος u. ä., ἦλϑεν ἔγχος, drang durch die Schulter, durch den Schild hindurch, oft bei Hom.; ἔπαξε διὰ φρενῶν ξίφος Pind. N. 7, 26; vgl. P. 3, 57; τιτρώσκειν διὰ ϑώρακος, durch den Panzer hindurch verwunden, Xen. An. 1, 8, 26; φαίνεται πῦρ διὰ τοῦ ὀρόφου, das Feuer schlägt durch das Dach heraus, 7, 4, 16. Aehnl. διὰ τοῠ ὕδατος ὁρῶν ἥλιον, durch das Wasser hindurch die Sonne sehen, Plat. Phaed. 109 c. – Διὰ τέλους, bis zum Ende hindurch, vollständig, Aesch. Prom. 270; διὰ πασῶν (sc. χορδῶν), durch alle Saiten, Töne hin, gänzlich, Plat. Rep. IV, 432 n; bes. von der Oktave. – b)ohne die Bezeichnung des Wiederherauskommens, mitten durch, durch etwas hin; bes. bei Verbis der Bewegung: διὰ νήσου ἰὸν Od. 12, 335, u. öfter; διὰ ϑαλάσσας πέταται Pind. N. 6, 50; ἐλῶσι διὰ ἠπείρου μακρᾶς Aesch. Eum. 75; οἴκτου δι' οἴκων ὁρμωμένου Soph. Tr. 861; ῥέων δι' Εὐρώπης Her. 2, 33; διὰ τῶν νεκρῶν διεξήϊε 7, 238; δι' οὐρανοῦ πορεύεσϑαι, Plat. Tim. 39 d; διὰ πυρὸς ἰέναι, Xen. Symp. 4, 16 u. öfter; vgl. διὰ πολλῶν τε καὶ δεινῶν πραγμάτων σεσωσμένοι An. 5, 5, 8; – διὰ πάντων ἐλϑεῖν, alles durchmachen, Xen. Cyr. 1, 2, 15; ἀπὸ τῆς ἀρχῆς διὰ πάντων ἄχρι τῆς τελευτῆς διεξῆλϑον Dem. 18, 179. – Homer setzt bei mehreren Verbis der Bewegung den genitiv. πεδίοιο ohne Präposition, wo in Attischer Prosa der genitiv. mit διά stehn würde; Iliad. 4, 244 αἵ τ' ἐπεὶ οὖν ἔκαμον πολέος πεδίοιο ϑέουσαι. Scholl. Aristonic. ἡ διπλῆ διὰ τὸ ἐλλείπειν τὴν διά πρόϑεσιν, ἵν' ᾖ διὰ πεδίου; Iliad. 23, 372 οἱ δ' ἐπέτοντο κονίοντες πεδίοιο, Scholl. Aristonic. ἡ διπλῆ, ὅτι ἐλλείπει ἡ διά, διὰ πεδίοιο; Iliad. 5, 222. 6, 2. 38. 507. 8, 106. 13, 820. 14, 147. 18, 7. 21, 247. 22, 23. 23, 364. 518. 521, Scholl. Aristonic. zu allen diesen Stellen; eben so ist gebraucht der genitiv. νειοῖο Iliad. 10, 353 ἑλκέμεναι νειοῖο βαϑείης πηκτὸν ἄροτρον, Scholl. Aristonic. ἡ διπλῆ, ὅτι ἐλλείπει ἡ διά, διὰ νειοῖο. – Seltener c) nebenhin, längs, παρήκει διὰ τῆςδε τῆς ϑαλάσσης ἡ ἀκτή Her. 4, 39; vgl. Od. 10, 391; παρὰ τὴν χηλὴν διὰ τῆς ϑαλάσσης Thuc. 1, 63. Oefter Sp., παριέναι διὰ μειρακίου, Aristaenet. 1, 13. Bei Her. 3, 103, διὰ τῶν ὀπισϑίων σκελέων, ist es = durch beide Schenkel mitten hindurch. – An b) schließt sich d), ὁ δ' ἔπρεπε καὶ διὰ πάντων, eigtl. durch alle hin zeichnete er sich aus, d. i. vor allen, Il. 12, 104; so τετίμακε δι' ἀνϑρώπων Pind. I. 3, 55; εὐδοκιμέων διὰ πάντων βασιλέων Her. 6, 63; u. allgemein, διὰ πάντων ϑέης ἄξιον, vor allen, 1, 25: vgl. 8, 37; ähnlich ὑμῖν διὰ πάντων ἥκιστα 8, 142; womit δι' οὐδενὸς ποιεῖσϑαι, Soph. O. C. 590, zu vergleichen, was B. A. 35 = οὐδενὸς π. gesetzt wird. – e) Wie διὰ μάχης ἐλϑεῖν τινι, Eur. I. A. 1415, ἰέναι, Her. 6, 9 Thuc. 4, 92, ἀπικέατο τῷ Ἁρπάγῳ Her. 1, 169, eigtl. »durch den Kampf hindurchgehen«, d. i. »kämpfen« bedeutet, so dient διά zunächst bei ἰέναι u. ä. Verben, dann auch mit ἔχειν, εἶναι, bes. bei Dichtern u. Sp., zur Bezeichnung des Beharrlichen, Ausdauerns u. Festhaltens eines Thuns oder Zustandes, und wird dann eine Umschreibung für ein einfaches Verbum, mit dem Nebenbegriff der Dauer, kann auch oft durch ein Adv. gegeben werden, vgl. Villois. Anecd. II, 79: διὰ ἀγάπης, ἀμελείας, ἐπαίνου, ψόγου, μνήμης ἔχειν, = ἀγαπᾶν, ἀμελεῖν u. s. w.; δι' αἰδοῦς ὄμμα ἔχειν Eur. I. A. 1000; Bacch. 441; δι' αἰτίας ἔχειν, = αἰτιᾶσϑαι, Thuc. 2, 60, wie δι' αἰτίας ἄγειν, Ael. V. H. 9, 32; δι' ἀκριβείας εἰρῆσϑαι, ἐπίστασϑαι, = ἀκριβῶς, Plat. Rep. III, 404 a, u. öfter; δι' ἀπεχϑείας γίγνεσϑαι, = ἀπεχϑάνεσϑαι, Xen. Hier. 9, 1; vgl. Aesch. Prom. 122; διὰ γλώσσης ἰέναι, reden, Eur. Suppl. 114; διὰ μιᾶς γνώμης γενέσϑαι, einmüthig sein, Isocr. 4, 188; διὰ δικαιοσύνης ἰέναι, auf dem Wege der Gerechtigkeit wandeln, Plat. Prot. 323 a; διὰ δίκης ἰέναι τινί, Soph. Ant. 738 Thuc. 6, 60; δι' ἐλπίδος ἔχειν, Herodn. 2, 1, 16; δι' ἐπιϑυμίας εἶναι, Plat. Phaed. 82 e; δι' ἐχϑρᾶς γενέσϑαι, Ar. Ran. 1112; δι'ἡδονῆς ἔχειν, Herodn. 4, 6, 4; διὰ μάχης ἔρχεσϑαι, Her. 6, 9; Thuc. 2, 11; διὰ πολλῶν μαϑημάτων γενόμενος Luc. Macrob. 22; διὰ μνήμης ἔχειν, Catapl. 9; auch εἶναι, φέρειν, Herodn. 2, 2, 19; δι' οἴκτου ἔχειν, λαβεῖν, Eur. Hec. 851 Suppl. 206; δι' ὀργῆς ἥκειν, ἔχειν, = ὀργίζεσϑαι, Soph. O. C. 909; Thuc. 2, 37. 5, 29; δι' ἡσυχίας εἶναι, Her. 1, 206; διὰ πάσης ἀγωνίης ἔχειν, 2, 91; vgl. δι' ὀργῆς παίειν, im Zorn, O. R. 807; δι' ὄχλου εἶναι, = ὀχληρόν, Thuc. 1, 73; διὰ πολέμου, διὰ φιλίας ἰέναι, Xen. An. 3, 2, 8; διὰ φιλημάτων ἰέναι, unter Küssen, Eur. Andr. 416; διὰ στόματος ἔχειν, Cyr. 1, 4, 25, wie Plut. Lucull. 1, stets im Munde führen; διὰ τιμῆς ἔχειν, ἄγειν, = τιμᾶν, Plut. Demetr. et Ant. 4; Hdn. 2, 2, 17; Luc. Merc. cond. 33; διὰ τύχης τοιᾶςδ' ἰών Soph. O. R. 775; δι' ὑποψίας, φροντίδος ἔχειν, Plut. Rom. 15; Herod. 3, 2, 9; διὰ φόβου ἔρχεσϑαι, εἶναι, Eur. Or. 747; Thuc. 6, 59; διὰ φυλακῆς ἔχειν, in Gewahrsam halten, Thuc. 7, 8; aufbewahren, D. Hal. 4, 15. So διὰ βραχέων, in kurzem, διὰ βραχυτάτων, Lys. 16, 9; διὰ πάντων, in allen Stücken, Plut. C. Graech. 6; διὰ κεφαλαίων (summarisch) ἀναμνήσω ὑμᾶς Aesch. 2, 25; διὰ τάχους, Thuc. 2, 18 u. öfter, wie διὰ ταχέων, = ταχέως, Xen. An. I, 5, 9. Man vgl. noch διὰ χειρὸς ἔχειν, in der Hand haben, Soph. Ant. 1243, s. unten; handhaben, ἡνίας, Plut. Num. 6; öfter Luc. πρᾶγμα; ähnl. διὰ στέρνων ἔχειν, so gesinnt sein, Plut. Ant. 635. – f) διὰ τοσούτου, in einem großen Zwischenraum, Thuc. 2, 29, u. öfter, διὰ πολλοῠ, διὰ ὀλίγου, z. B. 3, 94. 6, 11, wo man διαστήματος ergänzt; δι' ἄλλων εἴκοσι σταδίων ἄλλος ποταμός ἐστι, in einem Zwischenraum von 20 Stadien, Her. 7, 198; δι' ἐλάσσονος, näher, Thuc. 3, 51; οἱ ἄπωϑεν καὶ μάλιστα οἱ διὰ πλείστου 3, 115; δι' ἐγγυτάτου, 8, 96; διὰ δέκα ἐπάλξεων πύργοι ἦσαν, immer nach zehn, 3, 21. Vgl. noch ἐν τῷ διὰ μέσου χρόνῳ, Her. 8, 127. – 2) Von der Zeit, von Her. an, bes. bei Attikern; – a) die Dauer bezeichnend, eine Zeit hindurch, δι' ἡμέρας, διὰ νυκτός, den ganzen Tag, die Nacht hindurch, z. B. δικάζειν, Her. 1, 97 u. öfter; auch mit dem Zusatz ὅλης, Xen. An. 5, 2, 4 u. comici; δι' ἔτους, das ganze Jahr hindurch, Her. 2, 32; Ar. Vesp. 1058; δι' αἰῶνος, immer, Aesch. Ch. 26 u. sonst; auch διὰ παντὸς τοῦ αἰῶνος, Xen. Cyr. 2, 1, 19; u. so διὰ παντός allein, Soph. Ai. 691; δι' ὀλίγου, kurze Zeit hindurch, Thuc. 1, 77; διὰ βίου, zeitlebens, Plat. Phaed. 75 d; Plut. Caes. 57; δ. παντὸς β., Plat. Conv. 203 d; διά τε τοῦ ἔρωτος καὶ ἔξω γενόμενος, während der Liebe, Phaedr. 236 c; dah. διὰ τέλους, bis ans Ende, Soph. Ai. 670; Xen. Cyr. 3, 3, 35 u. sonst; dah. = beständig, Andoc. 1, 6; Lys. 6, 30, u. öfter bei Rednern. So ist auch Xen. Cyr. 7, 2, 24 zu fassen: πρῶτον μὲν ἐκ ϑεῶν γεγονώς, ἔπειτα δὲ διὰ βασιλέων πεφυκώς, durch eine fortlaufende Reihe von Königen von den Göttern abstammend. – b) Einen Zeitabstand bezeichnend, seit, nach; διὰ χρόνου, nach einiger Zeit, auch nach langer Zeit, Lys. 1, 12; Plat. Rep. I, 328 c; Phaedr. 247 b; Xen. Cyr. 1, 4, 28; διὰ πολλοῦ χρόνου, Ar. Plut. 1045; διὰ μακρῶν χρόνων, Plat. Tim, 22 d; u. allein, διὰ μακροῦ, Arr. An. 5, 2, 8; Luc. Asin. 46; δι' ἐτῶν δέκα, Pol. 22, 26, der auch διὰ προγόνων, seit den Vorfahren, sagt, 22, 4. Mit Ordinalzahlen wird die Wiederkehr einer Handlung nach einem bestimmten Zeitraume bezeichnet: διὰ τρίτης ἡμέρας, alle drei Tage, Her. 2, 37; διὰ πεντετηρίδος, alle fünf Jahre, 3. 97 (aber δι' ἑνδεκάτου ἔτους, nach Verlauf von elf Jahren, 1, 62); δι' ἔτους πέμπτου συνάγειν, Ar. Plut. 584; δι' ἐνάτου ἔτους, Plat. Legg. I, 624 b. – 3) durch, vermittelst, was zunächst räumlich ist, φϑόγγος με βάλλει δι' ὤτων Soph. Ai. 1078; vgl. El. 727; δι' ὄμματος λείβειν δάκρυον O. C. 1252; δι' ὁσίων χειρῶν ϑιγεῖν 471; διὰ χειρῶν κομίζειν, in den Händen tragen, Plut. Cim. 5; vgl. διὰ χειρὸς ἄγειν, Soph. Ant. 916; Plut. Pomp. 22; δι' ὀλίγου πόνου κεκτημένος Thuc. 7, 70; αἱ αἰσϑήσεις αἱ διὰ τῶν ῥινῶν, Plat. Prot. 334 c; διὰ τοῦ στόματος, Phaedr. 250 d; τῶν ἡδονῶν αἳ διὰ τοῦ σώματός εἰσιν. d. i. körperliche, sinnliche, Phaed. 65 a; vgl. Xen. Mem. 4, 5, 3, u. πάντα διὰ στόματος ἡδέα, 1, 4, 5. Uebh. vermittelst, durch, δι' ἑρμηνέως λέγειν, Xen. An. 2, 3, 17 u. öfter, wie Pol. 5, 83; δι' ἀγγέλου λέγειν, Her. 7, 203; vgl. Aesch. 3, 95 ἀφικνεῖται οὐκέτι δι' ἀγγέλων ἀλλ' αὐτός; u. πέμψας διὰ τῶν μαϑητῶν Matth 11, 2; γέγραπται διὰ τοῦ προφήτο υ 2, 5; vollständig τὸ ῥηϑὲν ὑπὸ κυρίου διὰ τοῠ προφήτου, 1, 22; auch εἶδον δι' ἐκείνων Her. 1, 113. 117; πεσεῖν ἀλλοτρίας διὰ γυναικός, durch Schuld, Aesch. Ag. 442; δι' ὧνπερ χειρῶν ὤλετο Soph. O. R. 822. Zu beachten ist Plat. Theaet. 184 d, wo ᾡ ὁρῶμεν u. δι' οὗ ὁρῶμεν unterschieden wird. – Διὰ λόγων συγγενέσϑαι, Plat. Polit. 272 d; διὰ τοῦ ἐμοῠ στόματος ἐλέχϑη Phaedr. 242 d; vgl. auch δι' ἑκόντων ἀλλ' οὐ διὰ βίας ποιεῖσϑαι, Phil. 58 a; Aesch. 3, 121 sagt οὐ δι' αἰνιγμάτων ἀλλ' ἐναργῶς γέγραπται. Etwas anders διὰ μέλανος γράφειν, Plut. Sol. 17; διὰ ποιήματος λόγον ἐξενεγκεῖν, ibd. 26. Bei Sp. sogar zur Angabe des Stoffes, βρώματα διὰ γάλακτος καὶ μέλιτος, Ath. XIV, 646 e; δι' ἀλφίτου πεποιημέναι ϑυσίαι, Plut. Num. 8, wie εἴδωλα κατασκευάζειν δι' ἐλέφαντος καὶ χρυσοῦ, D. Sic. 17, 115; u. noch auffallender κυάϑιον δι' ἀργυρίου, Poll. 6, 105. – Besonders häufig, wie man διὰ τοιούτων αἰτιῶν, Plat. Tim. 57 c, δι' ἐμοῦ γιγνόμενα, ibd. 41 c sagt, ist im Att. δι' ἑαυτοῦ, durch sich selbst, ohne fremde Beihülfe, selbstständig, z. B. κτᾶσϑαί τι, Xen. Cyr 1, 1, 4; διέλυε τὰ χρήματα, aus eigenen Mitteln, Dem. 88, 12; vgl. Pol. 7, 8 u. öfter; bes. ποιεῖσϑαί τι, Dem. 51, 22; ἀπολογίαν διὰ σαυτοῦ ποίησαι Aesch. 3, 242. Dah. δι' ἑαυτοῦ ἔχειν, in seiner Gewalt haben, πόλιν, βουλευτήριον, Dem. 15, 14. 22, 38; ὅπως δι' ἑαυτῶν ἔσοιτο ἡ οὐσία Is. 6, 36. – Die Gramm. bezeichnen bes. die Orthographie durch γράφεται διὰ τοῦ ᾱ, ῶ u. s. w.
B. Mit dem accusativ. – 1) vom Orte, nur p., durch, genau in demselben Sinne, wie die Attische Prosa διά mit dem genitiv. vom Raume gebraucht. Hom. Iliad. 10, 298 βάν ῥ' ἴμεν –, ἂμ φόνον, ἂν νέκυας, διά τ' ἔντεα καὶ μέλαν αἱμα, Scholl. Aristonic. ἡ διπλῆ, ὅτι –. καὶ ὅτι πτῶσις ἐνήλλακται, δι' ἐντέων καὶ μέλανος αἵματος; Iliad. 10, 469 und Scholl. Aristonic.; Iliad. 15, 1 αὐτὰρ ἐπεὶ διά τε σκόλοπας καὶ τάφρον ἔβησαν, Scholl. Aristonic. ἀντὶ τοῦ διὰ σκολόπων καὶ τάφρου, ὡς τὸ »διά τ' ἔντεα καὶ μέλαν αἱμα ( Iliad. 10, 298)«. ἢ τὸ ἑξῆς διέβησαν τούς τε σκόλοπας καὶ τὴν τάφρον (dies Letztere spricht Friedländer dem Aristonicus ab); vgl. Iliad. 7, 247. 5, 858; ob in dgl. Stellen Tmesis anzunehmen sei, oder nicht, wird sich schwerlich überall entscheiden lassen; Iliad. 12, 62 διὰ τάφρον ἐλαύνομεν ἵππους; Iliad. 22, 190 ὡς δ' ὅτε νεβρὸν κύων ἐλάφοιο δίηται, διά τ' ἄγκεα καὶ διὰ βήσσας, Scholl. Aristonic. ὅτι ἀντὶ τοῦ δι' ἀγκέων καὶ βησσῶν; Odyss. 10, 281 δι' ἄκριας ἔρχεαι; 7, 139 βῆ διὰ δῶμα, Scholl. Aristonic. διὰ τοῦ δώματος; Odyss. 10, 150 καί μοι ἐείσατο καπνὸς ἀπὸ χϑονὸς εὐρυοδείης Κίρκης ἐν μεγάροισι, διὰ δρυμὰ πυκνὰ καὶ ὕλην; Iliad. 14, 91 μῦϑον, ὃν οὔ κεν ἀνήρ γε διὰ στόμα πάμπαν ἄγοιτο, ὅς τις ἐπίσταιτο κτἑ., im Munde führen; – διὰ σέλματα νηός Archil. 5; φεύγειν διὰ κῦμα ἅλιον, auf der Meereswoge, Aesch. Suppl. 15; vgl. Eur. Hipp. 762 u. sonst, nur in Chören; ἐπὶ χϑόνα καὶ διὰ πόντον βέβακεν Pind. I. 3, 59; διὰ στόμα ὄσσαν ἱεῖσαι Hes. Th. 65; διὰ στόμα ἔχειν, Ar. Lys. 855; vgl. Aesch. Spt. 51. 475. 561; Eur. Or. 103. – Zuweilen ist dies διά c. accusat. nicht wesentlich dem Sinne nach von ἐν verschieden; ähnlich wie sich ἀνά und κατά c. accusat. zu ἐν verhält, so auch dies διά cum accusat.: Aeschyl. Suppl. 868 καὶ γὰρ δυσπαλάμως ὄλοιο δι' ἁλίρρυτον ἄλσος, κατὰ Σαρπηδόνιον χῶμα πολυψάμαϑον ἀλαϑεὶς εὐρείαις εἰν αὔραις; Soph. O. R. 867 ὧν νόμοι πρόκεινται ὑψίποδες, οὐρανίαν δι' αἰϑέρα τεκνωϑέντες, ὧνὌλυμπος πατὴρ μόνος; so ist wohl auch zu fassen Hesiod. Th. 631 δηρὸν γὰρ μάρναντο, πόνον ϑυμαλ γέ' ἔχοντες, Τιτῆνές τε ϑεοὶ καὶ ὅσοι Κρόνου ἐξεγένοντο, ἀντίον ἀλλήλοισι διὰ κρατερὰς ὑσμίνας; sehr zweideutig ist Hom. Iliad. 2, 40 ϑήσειν γὰρ ἔτ' ἔμελλεν ἐπ' ἄλγεά τε στοναχάς τε Τρωσί τε καὶ Δαναοῖσι διὰ κρατερὰς ὑσμίνας, was wohl eben so gut heißen könnte »vermittelst der Schlachten« wie »in den Schlachten«. – 2) Eben so wie vom Raume wird διά c. accusat. auch von der Zeit ungefähr = ἐν gebraucht, auf die Frage »wann«: Iliad. 8, 510 μή πως καὶ διὰ νύκτα Ἀχαιοὶ φεύγειν ὁρμήσωνται; 2, 57 ἀμβροσίην διὰ νύκτα; 10, 41 νύκτα δι' ἀμβροσίην; 10, 83 νύκτα δι' ὀρφναίην; 10, 297 διὰ νύκτα μέλαιναν; dies » durch die Nacht« ist nicht so viel wie »die Nacht hindurch«, sondern im Wesentlichen nichts Anderes als »bei Nacht«, »während der Nacht«, »in der Nacht«, »zur Nachtzeit«; nur ist die zu Grunde liegende Vorstellung bei διὰ νύκτα eine andere; – Mosch. 4, 91 πρὸς δ' ἔτι μ' ἐπτοίησε διὰ γλυκὺν αἰνὸς ὄνειρος ὕπνον. – 3) vom Mit tel oder Werkzeuge, durch, vermittelst, fast nur dichterisch; die Attische Prosa gebraucht regelrecht in dieser Bdtg διά c. genitiv.; Odyss. 8, 520 νικῆσαι διὰ Ἀϑήνην; Iliad. 10, 497 διὰ μῆτιν Ἀϑήνης; 15, 71 Ἀϑηναίης διὰ βουλάς; δι' ἀρετὴν οὐ διὰ τύχην νικᾶν, Isocr. 4, 91; ὅσοις σώζεσϑαι μὲν ἤρκει δι' ὑμᾶς Xen. An. 5, 8, 13; Dem. 24, 7 διὰ τοὺς ϑεοὺς ἐσώϑην; λέγονται Ἀϑηναῖοι διὰ Περι κλέα βελτίους γενέσϑαι Plat. Gorg. 515 e; ταχὺς γενόμενος διὰ τὸν παιδοτρίβην ibd. 520 c; πλείω διὰ σὲ εἴρηκα Theaet. 210 b; διὰ τίν' ἄρχει ὁ Ζεύς; Ar. Plut. 130, wo διὰ τἀργύριον geantwortet wird; εἴ τι ἔστι λαμπρὸν – διὰ σὲ γίγνεται ibd. 145; διὰ τοὺς εὖ μαχομένους αἱ μάχαι κρίνονται Xen. Cyr. 5, 2, 35. Bes. ist zu merken das elliptische εἰ μὴ διά τινα, z. B. Μιλτιάδην εἰς τὸ βάραϑρον ἐμβαλεῖν ἐψηφίσαντο, καὶ εἰ μὴ διὰ τὸν πρύτανιν, ἐνέπεσεν ἄν, wenn es nicht durch den Prytanen verhindert wäre, Plat. Gorg. 516 d; εἰ μὴ διὰ τὴν ἐκείνων μέλλησιν Thuc. 2, 18; Ar. Vesp. 558; Dem. 19, 90. – 4) Am gewöhnlichsten bezeichnet διά c. accusat. die Ursache, » wegen«, »um – willen«, und dies ist in Attischer Prosa der regelmäßige Gebrauch von διά c. accusat.; der Unterschied von ἕνεκα besteht darin, daß dieses den Zweck angiebt, die Absicht; also z. B. πολέμου ἕνεκα = »damit Krieg sei«, διὰ τὸν πόλεμον = »weil Krieg ist (war, sein wird)«. Hom. Iliad. 15, 41 μὴ δι' ἐμὴν ἰότητα Ποσειδάων πημαίνει Τρῶάς τε καὶ Ἕκτορα, τοῖσι δ' ἀρήγει, ἀλλά που αὐτὸν ϑυμὸς ἐποτρύνει καὶ ἀνώγει, mein Wille ist nicht die Ursache, ich bin nicht schuld; Od. 19, 523. 154; τῷ δι' ἀτασϑαλίας ἔπαϑον κακόν, wegen ihrer Frevel, Od. 23, 67; so bes. in Prosa διὰ τί, weswegen?, warum?, διὰ ταῦτα, deswegen, διὰ τό seq. inf. u. acc. c. inf. Bei Arist. Nic. Eth. 10, 2, 2 entspricht dem δι' ἕτερον μηδὲ ἑτέρου χάριν αἱρεῖσϑαίτι nachher τίνος ἕνεκα. – Homer setzt für διά mit dem accusat. in der Bdtg »wegen«, »um – willen« auch den dativ. ohne praeposit.: Iliad. 5, 875 σοὶ πάντες μαχόμεσϑα· σὺ γὰρ τέκες ἄφρονα κούρην, οὐλομένὴν, ᾗ τ' αἰὲν ἀήσυλα ἔργα μέμηλεν, Scholl. Aristonic. ἡ διπλῆ, ὅτι ἀντὶ τοῦ διὰ σέ ; Odyss. 9, 19 εἴμ' Ὀδυσεὺς Λαερτιάδης, ὃς πᾶσι δόλοισιν ἀνϑρώποισι μέλω, Scholl. παρεῖται ἡ διά, καὶ ἡ δοτικὴ ἀντὶ αἰτιατικῆς κεῖται· διὰ δόλους γὰρ μέλω. ὅμοιόν ἐστι τῷ »σοὶ πάντες μαχόμεϑα ( Iliad. 5, 875)«, τουτέστι διὰ σέ.
Dem regierten Worte findet sich διά nachgestellt, z. B. ὅντε διά Hes. O. 3. φρυκτωρῶν διὰ πεισϑεῖσα Aesch. Ag. 590, ἣν διὰ πολλὰ παϑών Hermesianax bei Ath. XIII, 597 e; anastrophirt wird aber διά nicht, s. Lehrs Quaest. ep. p. 73.
In Zusammensetzungen bezeichnet διά 1) Bewegung u. Verbreitung in Raum u. Zeit, διαγίγνεσϑαι, διαφαίνω, bes. bis zum Ziel hindurch führen, διατελέω, διαπράττω, übh. Verstärkung des simplex, διαφϑείρω. – 2) Trennung. zer-, auseinander, διαιρεῖν, διαλύειν, διαγιγνώσκω. – 3) Wetteifer, Wechselwirkung, mit-, untereinander, διαλέγομαι, διαδικάζεσϑαι, διαφιλοτιμέομαι, u. daher Auszeichnung, διαφέρειν, διαπρέπειν, – 4) Mischung, διάλευκος, διάχρυσος.
Das ι ist zu Anfang des Verses bei Hom. einigemal lang, Il. 3, 357. 4, 135. 7, 251. 11, 435; α ist in der Vershebung lang, wofür Aesch. διαί sagt.
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93 ἕτερος
ἕτερος, ἑτέρα, ἕτερον, 11 einer von zweien, einer von beiden, εἰ γοῦν ἕτερός γε φύγῃσιν, falls einer von beiden entfliehen sollte, Il. 5, 258; bes. von paarweis vorkommenden Dingen, ἑτέροιο διὰ κροτάφοιο, durch die eine Schläfe, 4, 502; χωλὸς δ' ἕτερον πόδα 2, 217; χειρὶ λαβὼν ἑτέρῃ 12, 452, auch ἑτέρῃ allein, 16, 734; in Prosa, τῇ ἑτέρᾳ, in der Regel die linke Hand im Ggstz gegen die rechte, die sich gewissermaßen von selbst versteht, vgl. Luc. Tor. 50; Plut. Artax. 1; Ael. V. H. 2, 17; aber Xen. Cyn. 10, 11 von der rechten; vgl. Il. 16, 734; τῇ ἑτέρᾳ λαβεῖν, mit der Linken erfassen, d. i. sprichwörtlich: mit leichter Mühe erlangen, Plat. Soph. 226 a; ϑάτερον κέρας, der linke Flügel, Plut. Alex. 16; wo der Zusammenhang die Zweizahl bestimmt, τῷ δ' ἕτερον μὲν ἔδωκε πατήρ, ἕτερον δ' ἀνένευσεν Il. 16, 250; ἕτεροί γε φίλον παῖδα κλαύσονται, meine Eltern oder deine, denn einer von uns beiden wird sicher fallen, Il. 20, 210; öfter ἑτέροισι νίκην, κῠδος ἔδωκαν, einer von den beiden kämpfenden Parteien; wo dem Frühern Etwas entgegengesetzt wird, ἕτερος δέ με ϑυμὸς ἔρυκεν Od. 9, 302; ἄτην ἑτέραν ἐπάγουσιν ἐπ' ἄτῃ Aesch. Ch. 390; ἀπάτα δ' ἀπάταις ἑτέραις ἑτέρα παρα-βαλλομένα Soph. O. C. 230; φόνον ἕτερον ἐπὶ φόνῳ βαλών Eur. Herc. Für. 1685; τίνα ἑτέραν μόλω πόλιν; in welche andere Stadt? El. 1194, wie τίνα οἶκον ἄλλον ἕτερον; Or. 346; εἶναι σοφώτερον ἕτερον ἑτέρου, Einer sei weiser als der Andere, denn bei comparat. ist bestimmt an zwei zu denken, Plat. Theaet. 171 d. Bestimmter bei zweien ist im Att. ὁ ἕτερος, der eine von beiden, τοῖνδ' wie δυοῖν καλοῖν ϑάτερον Plat. Gorg. 475 a; ὁ ἕτερος τῶν Περικλέους, der eine von den beiden Söhnen des Perikles, Prot. 315 a; im Ggstz des Andern bestimmt ausschließend, ἢ τῷ ἑτέρῳ τούτοιν ἢ ἀμφοτέροις, einen oder beiden, Gorg. 475 a; Theaet. 190 d; ὁ ἕτερος τῶν στρατηγῶν, der eine der beiden Feldherren, Thuc. 4, 43; über ὁ ἕτερος τῶν ὀφϑαλμῶν oder τοῖν ὀφϑαλμοῖν, wofür Phryn. ὁ ἕτερος ὀφϑαλμός gesagt wissen will, vgl. Lob. Phryn. p. 474. – In Doppelsätzen ὁ ἕτερος – ὁ ἕτερος, der eine – der andere, Hom. u. Folgde; auch ὁ ἕτερος – ἕτερος, Od. 5, 265, ὁ μὲν – ὁ δ' ἕτερος, Il. 22, 150 u. in Prosa; ἕτερος – ἄλλος, Il. 9, 313; umgekehrt, 13, 731; ὁ ἕτερος – ὁ λοιπός, Xen. An. 4, 1, 23; auch fehlt im ersten Satze bisweilen ἕτερος, Il. 7, 420. 24, 528; Sp. auch εἷς μὲν – ἕτερος δέ. In Aufzählungen ist ἕτερος der andere, = δεύτερος, Il. 12, 93. 16, 179; Xen. Cyr. 2, 3, 22 u. bes. Sp.; dah. τῇ ἑτέρᾳ, am andern, am folgenden Tage, Xen. u. Folgde., – Οἱ ἕτεροι, die Anderen, die Gegenpartei, die Feinde, Thuc. 4, 48. 7, 34; Xen. Hell. 4, 2. 15 u. öfter; τὰ ἕτερα τῆς πόλεως, die andere Seite der Stadt, 1, 2, 7,; –. ὁ ἕτερος δαίμων ist der Unglück bringende, Pind. P. 3, 34; ähnl. vom unglücklichen Opfer, Aesch. Ag. 147; vgl. Soph. παϑεῖν μὲν εὖ, παϑεῖν δὲ ϑἄτερα Phil. 501, nach der Scheu der Griechen, das Unglückliche auszusprechen, wie auch Dem. sagt ὅσα πώποτε τῇ πόλει γέγονεν ἀγαϑὰ ἢ ϑάτερα, 22, 12, u. ἐὰν δ' ἀποτύχῃ καὶ τὰ ἕτερα ψηφίσωνται οἱ δικασταί, d. i. etwas Ungünstiges, 48, 30. – Οὐδ' ἕτερος, μηδ' ἕτερος, stärker als οὐδέτερος, auch nicht der eine von beiden, Il. 11, 70; vgl. Thuc. 2, 72. 5, 48; Xen. An. 7, 4, 10. – Häufig findet es sich in einem Satze zwei od. mehrmal neben einander gestellt, συμφορὰ ἑτέρους ἑτέρα πιέζει Eur. Alc. 895; Or. 977; ἑτέρᾳ ἕτερος ἕτερον δυνάμει παρῆλϑεν Bacch. 903; ὁ ἕτερος τὸν ἕτερον παίει Xen. An. 5, 9, 5; vgl. Ar. Av. 701; ἕτερος ἀφ' ἑτέρου ἔϑνησκον Thuc. 7, 64; ἕτερα γὰρ ἑτέροις ἐστὶν ἡδέα Arist. Eth. 3, 1; – ἕτερος τοιοῠτος, ein anderer von eben der Art, ein eben solcher, Plat. Lach. 200 a u. öfter, um den Ggstz gegen das schon Genannte dieser Art hervorzuheben; ἄνϑρωπος καὶ σὺ εἶς καὶ ἑτέρων τοιῶνδε ἄρχεις Her. 1, 207; 2, 150; auch ἑτέρους τοσούτους, eine eben so große Zahl, Aesch. 3, 98; vgl. Hes. Th. 367; Her. 2, 149 u. A.; ναυμαχία οἵα οὐχ ἑτέρα τῶν προτέρων, wie keine andere der früheren, Thuc. 7, 70; ξυμφορὰ οὐδεμιᾶς ἥσσων ἑτέρας 7, 29. Aehnl. auch γονεῖς μὲν τέκνα φιλοῦσιν ὡς ἑαυτούς, τὰ γὰρ ἐξ αὐτῶν οἷον ἕτεροι αὐτοὶ τῷ κεχωρίσϑαι Arist. Eth. 8, 14, wie ihr anderes Selbst; wie Pythagoras den Freund erkl. als ein anderes Ich, ἕτερος ἐγώ, Iambl. – In Vrbdgn wie Thuc. 4, 67 Πλαταιῆς δὲ ψιλοὶ καὶ ἕτεροι περίπολοι kann es "außerdem" übersetzt werden, wie Xen. An. 1, 4, 2. Vgl. ἄλλος. – 21 wie schon bei den Aufzählungen mehrerer Dinge ἕτερος der zweite bedeutet, so wird damit auch Einer aus einer größern Menge herausgenommen u. einem Andern entgegengesetzt, so daß sogleich wieder eine Zweiheit eintritt, ταῠτ' οὖν καὶ ἕτερός τις ὑμῶν πέ es auch dem ἄλλος entspricht u. ohne den Zusatz τις unbestimmter wird; auffallend ist στοιχεῖον ἕτερον τῶν τεσσάρων Arist. mund. 2. Mit ἄλλος vbdn, πολλοὺς χἀτέρους ἄλλους πόνο υς Eur. Suppl. 573; Ῥόδον καὶ ἄλλας πόλεις ἑτέρας Dem. 15, 27. In οὐ τῆς ἐπιούσης ἡμέρας οἴομαι αὐτὸ ἥξειν, ἀλλὰ τῆς ἑτέρας Plat. Crit. 44 a ist es übermorgen (morgen u. übermorgen als die beiden in Frage kommenden Tage betrachtet). Anders Dem. 23, 74 τρίτον δ' ἕτερον δικαστήριον, was mehr zum folgenden Falle gehört. – 31 oft wird das Andere als ein Verschiedenes bes. hervorgehoben, wie es von selbst in ἕτερα μὲν λέγειν, ἕτερα δὲ φρονεῖν, z. B. Din. 1, 47, erscheint; ἕτερα φρονῶν καὶ δημηγορῶν 1, 17; ἕτερον μὲν κεύϑει ἐνὶ φρεσίν, ἄλλο δὲ βάζει Il. 9, 313; Plat. Conv. 186 b ἕτερον καὶ ἀνόμοιον; ἕτερος ἤδη ἦν καὶ οὐχ ὁ αὐτός Dem. 34, 12; τὰ γὰρ ἕτερα τῷ εἴδει ὑφ' ἑτέρων οἰόμεϑα τελειοῠσϑαι, das der Art nach Verschiedene, Arist. Eth. 10, 4. So ἕτερα καινὰ δαιμόνια εἰςφέρειν Xen. Mem. 1, 1, 1. D aher ἕτερον ὄνομα, ῥῆμα, uneigentlicher Ausdruck, Heindf. Plat. Lys. 220 a. Gew. wird es dann mit dem gen. verbunden, ἕτερον εἶναι σωφροσύνης σοφία, die Weisheit sei etwas von der Besonnenheit Verschiedenes, Plat. Prot. 333 a, vgl. Gorg. 495 c; ἑτέραν τὴν κρύβδην ψῆφον τοῦ φανερῶς ϑορύβου Dem. 10, 44; vgl. Ath. XIII, 596 c; so erkl. auch Krüger Xen. An. 6, 2, 8 καὶ τούτων ἕτεροι, u. andere, von diesen verschiedene; auch παρὰ πάντα ταῠτα ἕτερόν τι, Plat. Phaed. 74 a; ἕτερον ἢ τὰ νῠν Soph. Tr. 835; dah. ἕτερον γίγνεσϑαι, ein Anderer werden, seine Gesinnung ändern, Plut. ed. lib. 14. – Adv. ἑτέρως, auf die andere Weise, anders, wie das adj., Hom. u. Folgde; εἰ ἑτέρως πως ἔχει Plat. Legg. X, 897 b; Ggstz von ἀμφοτέρως, Theaet. 181 e; mit dem gen., anders als, ἑτέρως πως τῶν εἰωϑότων γενόμενα, anders als gewöhnlich, Polit. 295 d. Auch im schlimmen Sinne, νῠν δ' ἑτέρως ἐβάλοντο ϑεοὶ κακὰ μητιόωντες Od. 1, 234; τῶν ὡς ἑτέρως συμβάντων Dem. 18, 212. – Auch ἑτέρᾳ, auf andere Weise, steht adverbial. – Mit dem Artikel verschmilzt es Att. im nom. in ἅτερος, im gen. u. den anderen cass. ϑατέρου u. s. w. Ion. οὕτερος, Her. 1, 34; τοὔτερον 1, 32; dor. ὥτερος, Theocr.; ϑατέρω Tim. Locr. 94 a, ϑωτέρω Epicharm. Ath. VII, 282 e.
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94 πίπτω
πίπτω, (1) fallen, niederfallen, stürzen, auch so, daß die bestimmte Absicht des subj. ausgedrückt wird, sich werfen; von den in der Schlacht Getöteten; abweichend vom Deutschen, πέσεν ἐν κονίῃσιν, er fiel in den Sand, wobei man zu denken hat 'und blieb darin liegen'; übh. hineingeraten in etwas; πεδίῳ πίπτειν, zu Boden stürzen und liegen bleiben; ἐπὶ γᾷ πέσε, wie vom Schlafe; πίπτειν ἔν τινι, sich mit Gewalt auf etwas werfen, stürzen; ἐνὶ νήεσσι πέσωμεν, wir wollen einen Angriff auf die Schiffe machen, uns auf sie stürzen; von Kämpfenden, ἐπ' ἀλλήλοισιν, auf einander stürzen; εἰς γόνατα, auf die Kniee fallen; ὅς κεν ἐπ' ἤματι τῷδε πέσῃ μετὰ ποσσὶ γυναικός, derselbe Ausdruck für 'geboren werden', den wir nur von Tieren gebrauchen: fallen, geworfen werden; auch vom Fallen der abgemähten Ähren u. abgehauener Bäume, vom Abfallen der Frucht; εἴς τι, in etwas hineingeraten, ohne daß man es weiß oder will; ἐς νόσον, in eine Krankheit verfallen; πίπτειν ἔκ τινος, herausfallen, -geraten aus etwas, ohne daß man es weiß oder will; ἐκ ϑυμοῦ πίπτειν τινί, jemandem aus dem Herzen fallen, = um seine Gunst oder Liebe kommen; auch mit Vorsatz u. freiem Willen; ἐξ ἀρκύων πέπτωκεν, ist aus dem Netz herausgenommen; (2) fallen, sich legen, sinken, an Kraft verlieren, nachlassen, schwächer werden; ἄνεμος πέσε, der Wind legte sich; Βορέαο πεσόντος, Βορέαο πεσόντος 'wenn der Boreas daherstürmt'; ταῖς ἐλπίσι πεσεῖν, in seinen Hoffnungen nachlassen, seine Hoffnungen sinken lassen. Auch von besiegten Heeren: unterliegen; übh. zusammenfallen, -stürzen, -sinken, untergehen. Auch = durchfallen, mißlingen, τὰ πεπτωκότα, das Mißlungene, auch vom Dichter, dessen Stück durchfällt; (3) vom Fallen der Würfel. Übh. vom Zufall oder Schicksal, ausfallen, einen Ausgang nehmen; πρὸς τὰ πεπτωκότα τίϑεσϑαι τὰ αὑτοῦ πράγματα, nach den zufälligen Begebnissen. Daher auch zusammenfallen, der Zeit nach zusammentreffen; ὅσα πέπτωκεν ὑπὸ τὴν ἡμ. ἱστ., was in unsere Geschichte fällt; πίπτει εἰς τοὺς ἡμετέρους χρόνους, es fällt in unsere Zeit; οὐδ' ὑπὸ λόγον, πίπτει ἡ ἀδικία, fällt nicht der Berechnung anheim, man kann davon keine Rechenschaft geben; ἑκατὸν καὶ εἴκοσι τάλαντα πρόςοδος ἔπιπτε τῷ δήμῳ, fielen dem Volke als Einkünfte zu; πίπτει τὰ τέλη, die Abgaben kommen ein, sind fällig; εἴς τινα, einem zukommen -
95 παρ-έχω
παρ-έχω (s. ἔχω), 1) das act.; – a) hinhalten, vorhalten, zur Hand, in Bereitschaft halten, αὐτὰρ ἐγὼ τούτοισι φάος πάντεσσι παρέξω, Od. 18, 316, vgl. Il. 18, 556. 4, 229. 23, 50. – b) darbieten, gewähren, schenken, ἱερήϊα, δῶρα, σῖτον, βρῶσιν, πόσιν, Il. 19, 147 u. oft in der Od.; ϑεοῖσι δαῖτα παρέχων, Pind. Ol. 1, 39, wie Aesch. Ag. 1575; ξένα μονοτράπεζά μοι παρέσχον, Eur. I. T. 950; u. in Prosa, Her. 7, 21. 168; λουτρὰ ϑερμὰ παρασχόντες, Plat. Legg. VI, 761 c; – auch von unkörperlichen Dingen, gewähren, verursachen, ἀρετήν, Od. 18, 133, φιλότητα, Il. 3, 354 Od. 15, 55, γέλω τε καὶ εὐφροσύνην, 20, 8; so auch πλεῖστον πόνον ἐχϑροῖς παρασχών, Aesch. Pers. 320; Σάρδεσι πένϑος, 314; τοῖς δ' αὖ δακρύων βίον ἀμβλωπὸν παρέχουσαι, Eum. 915; vgl. Pind. βουσὶν εἰράναν παρέχοισα, P. 9, 23; εὔνοιαν, Wohlwollen zeigen, Soph. Trach. 708 (s. unter med.); ἡσυχίην ϑεήσασϑαι παρέχειν, Her. 1, 9; πράγματα, πόνον παρέχειν τινί, Einem Arbeit, Noth, zu schaffen machen, 1, 155. 175. 177; vgl. Ar. Vesp. 313; Plat. Phaed. 115 a u. Folgde häufig; auch ἔργον παρέχειν, Ar. Nubb. 524; ἐμοὶ τοῦτο πλεῖστον ἔργον παρέσχε τῆς τέχνης, Plat. Ion 530 c; ἡδονήν, Prot. 353 d; ἱδρῶτα, Xen. Cyr. 2, 1, 29. – Auch c) preisgeben, hingeben zu Etwas, bes. c. inf., τὸ σῶμ' αὐτοῖσιν παρέχω τύπτειν, Ar. Nubb. 440; παρέχοντας ἑαυτοὺς διαφϑαρῆναι αἰσχίστῳ μόρῳ, Her. 9, 17; ἐμαυτόν σοι ἐμμελετᾶν παρέχειν οὐ δέδοκται, Plat. Phaedr. 228 e, vgl. Prot. 312 c; παρέχωμεν ἡμᾶς αὐτοὺς χρῆσϑαι Κύρῳ ὅτι ἂν δέῃ, Xen. Cyr. 8, 1, 5; oft im obscönen Sinne, scheinbar intrans., wo man ἑαυτόν oder ἑαυτήν ergänzen muß, vgl. Ar. Lys. 162, 227; Luc. D. Mer. 13; Strat. (XII, 200); auch παρέσχεν ἑαυτὸν δεϑησόμενον, Luc. Tox. 35. – d) als Etwas hinhalten, wozu machen, γῆν ἄσυλον καὶ δόμ ους ἐχεγγύους παρασχών, Eur. Med. 387; καϑαρὸν τὸν ἄνϑρωπον, Plat. Crat. 405 b; Xen. Cyr. 1, 2, 5 u. A.; bes. ἑαυτόν, z. B. εὐπειϑῆ, sich gehorsam zeigen, Xen. Cyr. 2, 1, 22; vgl. Plat. Rep. III, 413 e; ἑαυτὸν τοιοῠτον πολίτην, Lys. 14, 1, u. sonst. – e) impers. παρέχει τινί, wobei man καιρός zu ergänzen pflegt, es ist Zeit oder Gelegenheit dazu, es ist vergönnt, geht an, παρέχει μοι νῠν ὑμέων ἄρχειν, Her. 3, 142, u. oft so c. inf., vgl. 5, 93. 8, 30. 75. 100. 9, 122. Daher παρέχον und aor. παρασχόν absolut, da man kann oder konnte, Zeit oder Gelegenheit hatte, Her. 5, 48; μετὰ τὰ ἐν Πύλῳ, καλῶς παρασχόν, οὐ ξυνέβησαν, Thuc. 5, 14, vgl. 1, 120. 5, 60; Sp., wie Plut. Cimon 14. – f) πάρεχ' ἐκποδών, intr., aus der Sprache des gemeinen Lebens, packe dich, mache dich aus dem Staube, Ar. Vesp. 949. – 2) das med.; – a) von seiner Seite, aus eignen Mitteln geben, aus eignem Willen darbringen, Her. 4, 49. 6, 15. 7, 89 u. öfter; sehr gewöhnlich bei den Rednern μάρτυρας παρέξομαι u. παρασχήσομαι, ich werde Zeugen stellen, Antiph. 5, 20. 23 Lys. 10, 5 Dem., u. A., wie Plat. Apol. 19 d Conv. 215 b; τεκμήρια, Antiph. 1, 11; Sp. so auch act., τούτων παρέξω σοι μάρτυρας, Luc. catapl. 27. – b) beweisen, sehen lassen, zeigen, προϑυμίαν, Her. 1, 8, εὔνοιαν, Andoc. 1, 6; Dem. 18, 10; συγγνώμην, Lycurg. 2; τὸ πρόϑυμον, Plat. Legg. IX, 859 b, wie Thuc. 4, 85; ὠφέλειαν, Plat. Rep. VIII, 559 b; τίνα ἡμῖν ὠφέλειαν ἢ τίνα βλάβην παρέξεται, Phaedr. 239 e. – c) für sich Etwas zu Wege bringen, machen, ζῶσαν τὴν πόλιν καὶ ἐγρηγορυῖαν παρεχόμεναι, Plat. Legg. VII, 809 d; καὶ τοὺς ἑαυτοῦ ἄνδρας ἀβλαβεῖς διὰ τὸ πείϑεσϑαι παρέχεται, Xen. Cyr. 4, 1, 3. – Die Form παρασχήσομαι erklärt Möris für attisch, παρέξομαι für hellenistisch, doch findet sich letzteres bei Plat. Conv. 215 b u. sonst. – [In πᾱρέχει ist Od. 19, 113 die erste Sylbe durch Vershebung lang geworden.]
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96 πούς
πούς, ὁ, ποδός, dat. plur. ποσί, ep. ποσσί u. πόδεσσι, der Fuß, sowohl von Menschen als von Thieren, Hom. u. Folgde; λαβὼν ποδός, ἕλκε ποδός, ἔχεν ποδός, am Fuß, Il. 10, 490. 11, 258. 16, 763; βάλεν ταρσὸν ποδός, 11, 377; λὰξ ποδί, öfter; ἐρίγδουποι πόδες ἵππων, 11, 152, u. sonst; bei Hom. u. Att. nicht selten ποδί, ποσὶ στῆναι, βῆναι, ἱκέσϑαι, ἐλϑεῖν, δραμεῖν, πηδᾷν u. dgl., wo es uns pleonastisch erscheint, aber sinnlich anschaulicher ist. – Auch die Krallen des Raubvogels, Od. 15, 526; die Arme oder Fänger des Polypen, Hes. O. 526. – Il. 17, 386 steht γούνατά τε κνῆμαί τε πόδες ϑ' ὑπένερϑεν, also der untere Theil des Beines, vom Knöchel abwärts; aber auch überh. das ganze Bein; oft χεῖρες καὶ πόδες, πόδας καὶ χεῖρας ὕπερϑεν verbunden; auch der vom Leibe getrennte, abgehauene Fuß, Od. 20, 299. 22, 290; ξύλινος πούς, ein hölzerner, Stelzfuß, Her. 9, 37; ἐς πόδας ἐκ κεφαλῆς, vom Kopf bis zu den Füßen, Bezeichnung der ganzen Leibeslänge, Il. 18, 353. 23, 169; auch ἐκ κεφαλῆς ἐς πόδας ἄκρους, 16, 640; danach komisch τὰ πράγματα ἐκ τῶν ποδῶν ἐς τὴν κεφαλήν σοι πάντ' ἐρῶ, Ar. Plut. 649. – Auch Fußtritt, Gang, τῷ δ' ὑπὸ ποσσὶ μέγας πελεμίζετ' Ὄλυμπος, unter seinen Füßen, seinen Tritten, Il. 8, 443, vgl. 13, 19. 14, 285; bes. Lauf, Wettlauf, οἱ ἀέϑλια ποσσὶν ἄροντο, sie erlangten Kampfpreise mit den Füßen, d. i. im Wettlauf, Il. 9, 124. 266. 22, 160 Od. 8, 103. 206. 353. Daher ποσὶν ἐρίζειν, mit den Füßen wetteifern, Wettlauf halten, Il. 13, 325. 23, 792, ποσὶ νικᾷν, mit den Füßen, im Wettlaufe siegen, 20, 410 Od. 13, 261; so τιμὰ ποδῶν Pind. Ol. 12, 15; αἴγλα ποδῶν, 13, 36; ἀρετά, P. 10, 23; ποσσὶ κράτεσκε, N. 3, 52; ἔλαβε ποσίν, holte ein, 3, 81, u. öfter; ποδοῖν κλοπὰν ἀρέσϑαι, heimlich entfliehen, Soph. Ai. 243; σύντεινε ποδὸς ὁρμάν, Eur. El. 112; ἅμιλλαν ἐπόνει ποδοῖν, I. A. 213; πόδα τιϑέναι, gehen, Ar. Th. 1100. – Das Zunächstvorliegende wird oft bezeichnet als πρόσϑεν ποδός oder ποδῶν, προπάροιϑε ποδῶν, was vor den Füßen ist; παρὰ ποδός, sogleich, Theogn. 282; πρὸ ποδός, das Gegenwärtige, dem Raum u. der Zeit nach, Pind. I. 7, 13; auch τὸ πὰρ ποδός, P. 3, 60; φροντίδα τὰν πὰρ ποδός, 10, 62; πὰρ ποδὶ σχεδόν, Ol. 1, 74. Anders ist παραὶ ποσὶν ἔκπεσε ϑυμός, vor die Füße entfiel ihnen der Muth, Il. 15, 280. – Πημάτων ἔξω πόδα ἔχειν, Aesch. Prom. 263, wie ἔξω κομίζων ὀλεϑρίου πηλοῦ πόδα, Ch. 686, vgl. Eur. Bacch. 110, d. i. entronnen sein, wie ἐκτὸς κλαυμάτων Soph. Phil. 1260; – βράχιστα γὰρ κράτιστα τἀν ποσὶν κακά, Ant. 1309, wie ἡ Σφὶγξ τὸ πρὸς ποσὶ σκοπεῖν μεϑέντας ἡμᾶς τἀφανῆ προςήγετο, O. R. 130; τοὐν ποσὶν οἰστέον κα-κόν, Eur. Alc. 742; τὰ ἐν ποσὶν ἀγνοῶν, Plat. Theaet. 175 b; Sp., wie Luc. Nigr. 7; – κατὰ πόδα, auf dem Fuße, so schnell die Füße können, auf dem Fuße folgend, Her. 9, 89; Thuc. 3, 98. 8, 17; κατὰ πόδας αὐτῶν ἰέναι, auf dem Fuße folgen, 5, 64; Xen. Mem. 2, 6, 9; ἕπεσϑαι, Plat. Legg. XI, 918 a; ὑπέλαβες, Soph. 243 e; Sp., wie Pol. 2, 49, 4; τῇ κατὰ πόδας ἡμέρᾳ, am folgenden Tage, 1, 12, 1; τῷ κατὰ πόδας ἐνιαυτῷ, 2, 20, 4, u. öfter; – so auch ἐκ ποδὸς ἕπεσϑαι, 3, 68, 2, vgl. 14, 8, 13; und so ὅσον ἐκ ποδός, = ὅσον ἤδη, 2, 68, 9; u. παρὰ πόδας, sogleich, in kurzem, 1, 7, 5 u. öfter; – aber ἐκ ποδῶν ist = fern, weit ab, Her. 6, 35, s. ἐκποδών; – ἐπὶ πόδα ἀνάγειν, Xen. Cyr. 3, 3, 69, wie ἐπὶ πόδα ἀναχωρεῖν, An. 5, 2, 32, werden durch B. A. 72, 31 χωρεῖν ἐπὶ σκέλος, τὸ ὀπίσω ἀναχωρεῖν μὴ δόντα τοῖς ὑπεναντίοις τὰ νῶτα erklärt, also sich so zurückziehen, daß man gegen die Feinde Front macht; vgl. bes. Xen. Cyr. 7, 5, 6, ἀπῄεσαν, ἕως μὲν ἐξικνεῖτο τὰ βέλη ἀπὸ τοῦ τείχους, ἐπὶ πόδα, um den Schild zum Decken gebrauchen zu können, ἐπεὶ δὲ ἔξω βελῶν ἐγένοντο, στραφέντες, und Arr. An. 5, 17, 12, wo es mit πρύμναν κρούεσϑαι zusammen steht; vgl. noch Pol. 2, 30, 4. 68, 4. 18, 8, 4; – περὶ πόδα, um den Fuß, passend, angemessen, ἔστι μοι τοῠτο περὶ πόδα, das ist mir sehr gelegen, eben recht, eigtl. ein Schuh, der genau um den Fuß anschließt, Hesych. u. Sp., wie Luc.; – ὡς ποδῶν ἔχει, wie er zu Fuß ist, so schnell er kann, Plat. Gorg. 507 d u. sonst, vollständiger ὡς ποδῶν εἶχον τάχιστα ἐβοήϑεον, Her. 6, 116, vgl. 9, 59; – φεύγειν ἀμφοῖν ποδοῖν, auch ἐκ δυοῖν ποδοῖν, mit beiden Füßen, aus allen Kräften fliehen; – βοηϑεῖν χειρὶ καὶ ποδί oder ὅλῳ ποδί, mit Hand und Fuß, mit aller Macht beistehen; so bei Aezeh. 3, 109 ὤμοσαν βοηϑήσειν τῷ ϑεῷ καὶ χειρὶ καὶ ποδὶ καὶ πάσῃ δυνάμει; vgl. Suid.; übertr. sagt Ap. Rh. 4, 1165 οὔποτε φῦλ' ἀνϑρώπων τερπώλης ἐπέβησαν ὅλῳ ποδί, sie traten nicht mit ganzem Fuße auf, d. h. sie haben keine reine, ungemischte Freude. – Die Tragg. brauchen auch πούς τινος als Umschreibung einer Person, Herm. Soph. Ant. 43; Eur. Hipp. 661. – Uebertr. von leblosen Dingen, der Fuß, das untere Fußende, bes. der Fuß, der untere Theil eines Berges, Il. 2, 824. 20, 59, – Fuß eines Tisches, Bettes u. dal., Xen. Men. 2, 1, 30 u. Sp. – Bei Ath. X 454 a wird Ω beschrieben: πόδας ἔχων βρα χεῖς δύο. – Am Schiffe sind πόδες die beiden untern, Zipfel des Segels, auch die an ihnen befestigten Taue, mit denen das Segel gedreht und gespannt wird, Od. 5, 260. 10, 32, an welcher letzteren Stelle Einige den sing. vom Steuerruder verstanden haben. Allgemeiner ist Eur. Hec. 940 zu nehmen: ἐπεὶ νόστιμον ναῠς ἐκίνησε πόδα, während ἐκπετάσουσι πόδα ναός I. T. 1136 auf das Segel geht; τοῠ ποδὸς παριέναι, Ar. Equ. 434, wo der Schol. bemerkt, daß es ein vom Einziehen der Segel entlehnter Ausdruck sei, πόδας καλοῠσιν οἱ ναῠται τοὺς παρ' ἑκάτερα τὰ μέρη κάλως ἐκδεδεμένους τῆς ὀϑόνης. Vgl. noch Ap. Rh. 2, 931; Qu. Sm. 9, 438 u. Schol. Ap. Rh. 1, 567. – Fuß als Längenmaaß, 4 Palmen od. 16 Finger, 11 Zoll 87/10 Linien rheinländisch, Her. 2, 149 u. Folgde. Daher ὑπὲρ τὸν πόδα, über das Maaß. – In der Metrik ein Versfuß, Gramm., Scholl. – Von Flötenbläsern, Trompetern u. Ausrufern, ein lauter, mit vollem Ausathmen verbundener Ruf, Galen. – [Πούς ist die von den alten Gramm. allein anerkannte Accentuation, nicht ποῠς, E. Mp. 686, 16 Arcad. 126, 6 B. A. 554, 31. 1196; vgl. Lob. Phryn. 765.]
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97 τῑμάω
τῑμάω, fut. pass. ist gew, τιμήσομαι, H. h. Apoll. 485 Soph. Ant. 210 Thuc. 2, 87 und sonst, vgl. Piers. Moer. 367, seltener ist τιμηϑήσομαι, Thuc. 6, 80 und Dem. 19, 223; Xen. Cyr. 8, 7, 15 ist das einzige Beispiel, wo τιμήσομαι akt. Bdtg hat, wenn da nicht zu ändern ist; – 1) werth achten, schätzen, ehren, ehrerbietig behandeln; Hom.; von der Ehrerbietung der Menschen gegen die Götter, Eltern, Vornehmen oder gegen Andere, gegen welche ein Pflichtverhältniß stattfindet: οἵ κέ ἑ δωτίνῃσι ϑεὸν ἃς τιμήσουσιν, Il. 9, 155; Od. 5, 36; oft auch med., οἳ δή μιν πέρι κῆρι ϑεὸν ἃς τιμήσαντο Od. 19, 280, τὸν ξεῖνον ἐτιμήσασϑ' ἐνὶ οἴκῳ 20, 129; u. pass., τίη δὴ νῶϊ τετιμήμεσϑα μάλιστα ἕδρῃ τε κρέασίν τε Il. 12, 310, warum sind wir durch einen Ehrenplatz u. s. w. geehrt, σκήπτρῳ μέν τοι δῶκε τετιμῆσϑαι περὶ πάντων 9, 38; – auch von dem Benehmen der Eltern gegen die Kinder, lieb u. werth halten, Od. 14, 203. 15, 365, Hes. Th. 532; und der Götter gegen die Menschen, welche sie ehren, oder denen sie Ehre bei andern Menschen verleihen: ἔτι καὶ νῦν ἀϑάνατοι τιμῶσι παλαιοτέρους ἀνϑρώπους, Il. 23, 788; Ζεύς μιν τίμα καὶ κύδαινε, 15, 612, vgl. 17, 99; Od. 3, 379; Hes. Th. 81 Sc. 104; – τιμῆς τετιμῆσϑαι, einer Ehre werth gehalten werden, Il. 23, 649. – So auch Pind. und Tragg.: ἐξόχως τίμασεν, Ol. 9, 69; τετίμαται φίλος, I. 3, 77; ἐν μάχαις τιμώμενος, Ol. 2, 45; δαιμόνων τιμᾶν γένος, Aesch. Spt. 218; ἀλλ' ὃν πόλις στυγεῖ, σὺ τιμήσεις τάφῳ, 1037; öfter pass., χάρις τιμήσεται Διός, Ag. 567; ἢ τοὺς κακοὺς τιμῶντας εἰςορᾷς ϑεούς; Soph. Ant. 288; τὸν φίλον τιμῶσιν ἐξ ἴσου πατρί; 640; ὦ γῆς μέγιστα τιμώμενοι, O. R. 1223; ὅςτις τιμᾷ μητέρα, Eur. Or. 1606; τί τὴν τυραννίδα τιμᾷς ὑπέρφευ; Phoen. 550, u. öfter; u. in Prosa überall: πᾶς τιμάτω τοὺς αὑτοῦ γεννήτορας, Plat. Legg. XI, 932 a; Ggstz ἀτιμάζω, Phaed. 64 d; τιμῶν καὶ σεβόμενος, Legg. V, 729 c; ὡς τιμήσων τε καὶ ὀργιάσων, Phaedr. 252 d. – Durch ein Ehrengeschenk auszeichnen oder belohnen. Dem. oft; vgl. Wolf Lpt. 233; δώροις καὶ τιμαῖς πρεπούσαις τιμηϑείς, Plat. Legg. XII, 933 d; τιμᾶν καὶ κοσμεῖν, Xen. Cyr. 1, 3, 3. – Von Sachen, schätzen, werth halten; H. h. 24, 6; τίμα ὕμνου τεϑμόν, Pind. Ol. 7, 88; u. in Prosa, μαϑήματα τιμῶν, Plat. Rep. IX, 591 c. – 2) schätzen, abschätzen, den Werth bestimmen, taxiren; ἐτιμήσαντο τὰς οἰκίας, Pol. 2, 62, 7; Dem. ὅτι αὐτῆς εἴη ἐντῇ προικὶ τετιμημένα, in der Mitgift anstatt baares Geldes angeschlagen, 47, 57; c. gen., wie hoch, D. Sic. 12, 28; πλοῖα τετιμημένα χρημάτων, Thuc. 4, 26; auch im med., πολλοῠ τιμᾶσϑαι, hoch schätzen, Her. 3, 154; πρὸ παντὸς ἂν ἐτιμήσασϑε, Thuc. 3, 40, πολλοῦ τιμῶμαι τὴν παρὰ σοὶ κατάκλισιν, Plat. Conv. 174 d; οὐ πρό γε τῆς ἀληϑείας τιμητέος ἀνήρ, Rep. X, 595 e. – Vom Census des Vermögens, τετιμῆσϑαι ἕκαστον τὴν οὐσίαν χρεών, Plat. Legg. XII, 955 d; ὑπὸ τὰς τετρακοσίας δραχμὰς τετιμημένοι, Pol. 6, 19, 2; μείζονος τιμᾶσϑαι, höher schätzen, Xen. Cyr. 2, 1, 13. – Vom Richter gebraucht, der den Angeklagten einer Buße werth schätzt und diese bestimmt, eine Geldstrafe bestimmen, dazu verurtheilen; τιμάτω τὸ δικαστήριον, ὅ τι ἂν δέῃ πάσχειν ἢ ἀποτίνειν τὸν ἡττηϑέντα, Plat. Legg. VIII, 843 b; τὴν ἀξίαν τῆς βλάβης, IX, 879 b; τινί τινος oder τινά τινος, εἰ μὴ τοσούτου βούλεσϑέ μοι τιμῆσαι, Plat. Apol. 38 b, vgl. 37 c; Legg. IX, 880 c; pass. mit doppeltem gen, ἀργυρίου τιμηϑῆναι τῆς ὕβρεως, an Geld gestraft werden wegen thätlicher Mißhandlungen, Dem. 21, 47; τιμηϑῆναι ϑανάτου, 24, 103, vgl. 63, u. sonst; καταψηφίσασϑαι καὶ τιμᾶν αὐτῷ τῶν ἐσχάτων, Dem. 21, 102; Sp., οὐκ ἀπέκτεινε μὲν αὐτοὺς καίπερ καὶ τούτου τινῶν αὐτοῖς τιμησάντων, D. Cass. 44, 10; τιμᾶν περί τινος, über Einen richterlich erkennen, Dem. 21, 47; τὴν μακρὰν τιμᾶν τινι, Einen durch den langen Strich auf der Stimmtafel verurtheilen, Ar. Vesp. 106. – Med. in Strafe antragen, τιμᾶσϑαί τινι τὴν δίκην δεσμοῠ, ἀργυρίου, ϑανάτου, τῶν ἐσχάτων, bei der Klage auf Gefängnißstrafe, Geldstrafe, Todesstrafe gegen den Beklagten antragen, Plat. Apol. 36 b Gorg. 486 b Crit. 52 c; auch mit dem bloßen gen., τετιμημένος ἑαυτῷ ϑανάτου, Din. 1, 1; ἐτιμήσατο ὁ πάππ ος διακοσίων ταλάντων, Lys. 19, 48; τιμᾶσϑαί τινα, gegen Einen einen Strafantrag stellen, Plat. Legg. XII, 954 b; auch vom Verklagten, τούτου τιμῶμαι, ἐν πρυτανείῳ σιτήσεως, Apol. 37 a; Dem. συνεχώρουν ὅσουπερ αὐτοὶ ἐτιμῶντο, 53, 18; ἐγὼ πάσχειν ὁτιοῦν τιμῶμαι, 8, 24.
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98 χάρις
χάρις, ἡ, gen. χάριτος, acc. χάριν, bei sp. D. auch χάριτα, Mel. 85 u. Philp. Thess. 65. 73 (V, 149. IX, 254. 438), wie Her. 6, 41; vgl. χαίρω, eigtl. Alles, worüber man sich freu't, bes. – Anmuth, Liebreiz, Liebenswürdigkeit, liebliches, einnehmendes Wesen; zunächst – 1) von körperlicher Schönheit; Hom. ϑεσπεσίην δ' ἄρα τῷ γε χάριν κατέχευεν Ἀϑήνη, Od. 2, 12, u. sonst; κάλλεϊ καὶ χάρισι στίλβων Od. 6, 237; χάριν ἀμφιχέαι τινί Hes. O. 65; – auch von anmuthiger Redegabe, οὔ οἱ χάρις ἀμφιπεριστέφεται ἐπέεσσιν Od. 8, 175; und von schöner, kunstvoller Arbeit, χάρις δ' ἀπελάμπετο πολλή Il. 14, 183 Od. 18, 298; ἔργοισι χάριν καὶ κῦδος ὀπάζειν 15, 320; εὐμόρφων δὲ κολοσσῶν ἔχϑεται χάρις ἀνδρί Aesch. Ag. 406; einzeln auch bei Folgdn; μετὰ χαρίτων, mit Anmuth, Thuc. 2, 41. – Vgl. nom. pr. – 2) von der Gesinnung, Wohlwollen, Geneigtheit, Gunst, Huld; τινός, gegen Einen, Hes. O. 192; χάριν ἔχειν, in Gunst stehen, beliebt, angenehm sein; δι-πλῆν μὲν ἐξ ἐμοῦ κτήσει χάριν Soph. Phil. 1356; ἔγνωκα γὰρ τῆς παλαιᾶς χάριτος ἐκβεβλημένη Ai. 795; – bes. Erkenntlichkeit und Verpflichtung für genossenes Gutes, Dank; πᾶσι δέ κε Τρώεσσι χάριν καὶ κῦδος ἄροιο Il. 4, 95, Dank u. Ruhm von den Troern erndten; οὐδέ τίς ἐστι χάρις μετόπισϑ' εὐεργέων Od. 4, 695. 22, 319, Hes. Th. 503, Dank für Wohlthaten; seltner c. inf., οὐκ ἄρα τις χάρις ἦεν μάρνασϑαι δηΐοισιν ἐπ' ἀνδράσι Il. 9, 316. 17, 147, Dank dafür, daß Einer kämpft; ἄγει δὲ χάρις φίλων ποίνιμος ἀντὶ ἔργων ὀπιζομένα Pind. P. 2, 17; δοῦναι χάριν ἀντί τινος, seinen Dank wofür durch die That bezeigen, sich dankbar bezeigen, Il. 23, 650; u. so bei den Att. gew. χάριν ἀποδοῦναι, χάριτας ἀποδ., Is. 7, 10; ἀπονἔμειν, ἐκτίνειν, Aesch. Prom. 987 Ag. 795; ἄχαριν χάριν ἀντ' ἔργων μεγάλων ἀδίκως ἐπικρᾶναι Ag. 1524; ταῖς δ' ὑπουργῆσαι χάριν Prom. 638; ἡμῖν αὖ δὸς ἥντιν' αἰτούμεσϑα 823; χάριν ἀμεί. βειν τινός, Dank wofür abstatten, Ag. 711; χἠ χάρις προςκείσεται Soph. O. R. 232; χάριτας πα-τρῴας ἐκτίνων Eur. Or. 453; διπλῆ ἂν εἴη ἡ χάρις Plat. Prot. 310 a; χάριν διδόναι Legg. III, 702 a; ἀποδιδόναι Phaedr. 231 b, u. öfter, wie Xen. An. 1, 4,15 Cyr. 1, 2, 7 u. sonst. – Dagegen ἐγὼ δέ κέ τοι ἰδέω χάριν ἤματα πάντα, ich würde es dir Dank wissen immerdar, Il. 14, 235, wie χάριν ἀπομνήσασϑαί τινι Hes. Th. 503. In Prosa gew. χάριν εἰδέναι, γιγνώσκειν, ἐπίστασϑαί τινι, Einem Dank wissen, Plat. Prot. 310 a Apol. 20 a Xen. Cyr. 1, 3,14 u. öfter; χάριν προςείσομαι Ar. Vesp. 1420, wie Plat. Apol. 20 a; χάριν φέρειν τινί, Dank gegen Einen im Herzen tragen, Pind. OI. 11, 17; Eur. Or. 239 Med. 508; ἔχειν Plat. Prot. 328 d Gorg. 479 c; χάριν ὁμολογεῖν, seinen Dank bekennen, Dank sagen, χάριν ὀφεῖλαι, Dank schuldig sein, τοῖς ϑεοῖς Soph. Aut. 331; Plat. u. A.; χάριν καταϑέσϑαι τινί, sich bei Einem Dank verdienen, Her. 6, 41; vgl. Xen. Cyr. 8, 3,26; χάριν νικῶντι καταϑέμεν Pind. N. 7, 75; einfach ϑέσϑαι χάριν τινί Aesch. Prom. 784, wie Eur. Hec. 1211 Bacch. 770 El. 61; ἀνύσαι Soph. Trach. 991; παρέχειν O. C. 1494; χάριν ἀπαιτεῖν Eur. Hec. 276; χάριν λαμβάνειν, Dank empfangen, erndten, χάριν ἀπέχειν, auch κομίσασϑαι, seinen Dank weg haben, Dank geerndtet haben, Thuc. 3, 58; χάριτας ἀπολήψονται παρὰ τῶν δημοτῶν ἀξίας Inscr. 100; – χάρις τοῖς ϑεοῖς, ὅτι Xen. An. 3, 3,14. – 3) die Handlung der Gunst oder des Wohlwollens, Gunstbezeugung, Gefälligkeit, Wohlthat, übh. was Einem angenehm, erwünscht ist; χάριν φέρειν τινί, wie ἦρα u. ἐπίηρα φέρειν τινί, Einem etwas Angenehmes erzeigen, Il. 5, 211. 874. 9, 613. 21, 458; Ἀϑηναίων χάρις Pind. P. 1, 76; χάριν Διός, durch Zeus' Gnade und Gunst, 3, 95; προπράσσων χάριτος ὀργὰς λυπράς Aesch. Ch. 822; χάρις τιμήσεται Διὸς τόδ' ἐκπράξασα Ag. 567; u. so oft bei Her.; – χάριν δοῦναι, νέμειν, δρᾶσαι, eine Gnade, Gunst, Wohlthat erweisen, Soph. Ai. 1333 Ar. Av. 384 Thuc. 2, 40, Plut. Thes. 34; προςϑέσϑαι χάριν Soph. O. C 771; χάριν τίϑεσϑαί τινι = χαρίζεσϑαι, Lycurg. 148; τῶν Μεσσηνίων χάριτι πεισϑείς, aus Gefälligkeit gegen die Messenier, Thuc. 3, 95, wie χάριτι πείϑοντες ἢ μισϑῷ τοὺς κυρίους Plut. Lyc. 15; μὴ ἡμῶν τήν γε πρώτην αἰτησάντων χάριν ἀπαρνηϑεὶς γένῃ Plat. Soph. 217 c; ἐν χάριτι καὶ δωρεᾷ λαμβάνειν Pol. 1, 31, 6. – Bes. auch der Liebesgenuß, χάριν μνηστῆς ἰδεῖν, die Liebesgunst der Vermählten erfahren, kennen lernen, Il. 11, 243; u. so auch bei den Att., bes. im plur., z. B. Xen. Hier. 1, 34. 7, 6; χάριτας πράττειν, des Liebesgenusses pflegen, διὰ χαρίτων τῇ ὥρᾳ χρῆσϑαι, durch Liebesfreuden der Jugend genießen, Xen. Lac. 2, 12; auch χάριτες ἀφροδισίων ἐρώτων, Pind.; vgl. Plut. amat. p. 751, der aus Pind. P. 2, 43 anführt Κένταυρον ἄνευ χαρίτων ἐκ τῆς Ἥρας γενέσϑαι; so Plat. Phaedr. 254 a Legg. VIII, 840 d, χάριν ἔχειν τινί, sich Einem zum Liebesgenuß hingeben. – Uebh. 4) Genuß, Freude, Vergnügen, Wonne; so Pind. oft von der Siegesfreude; daher als Gegensatz von λύπη, Soph. El. 811; Eur. Hel. 661; οὐδεμίαν τῷ βίῳ χάριν ἔχω, ich habe keine Freude am Leben, Ar. Lys. 865; οὐδεμίαν σιτίοις χάριν οἶδ' ἐσϑίων Vesp. 869; u. in Prosa, χάριτός τινος καὶ ἡδονῆς ἀπεργασίας Plat. Gorg. 462 c, διὰ χάριτος καὶ παντάπασι δι' ἡδονῆς Soph. 222 e. – Verehrung, Huldigung, δαιμόνων δέ που χάρις, βιαίως σέλμα σεμνὸν ἡμένων Aesch. Ag. 175, vgl. 362. 761 Spt. 685; τιμή τε καὶ γέρα καὶ χάρις Plat. Euthyphr. 15 a. – 5) Absolut wird der acc. χάριν gebraucht, τινός, zu Jemandes Gunsten oder Vortheil, Einem zu Gefallen, χάριν Ἕκτορος, zu Hektors Gunsten, Il. 15, 744; ψεύδεσϑαι γλώσσης χάριν, lügen zu Gunsten der Zunge, ihr freien Spielraum gebend, Hes. O. 711; auch mit dem Artikel, τὴν Ἀϑηναίων χάριν, zu Gunsten der Athener, Her. 5, 99. – Bei den Att. nimmt es dann den Charakter einer Präposition mit dem gen. in der Bdtg um – willen, wegen, = ἕνεκα an u. steht dem gen. gewöhnlich nach, τοῦ χάριν, weswegen? Ar. Plut. 53; χάριν πλησμονῆς Plat. Phaedr. 241 c; οὗ χάριν εἴρηται Theaet. 208 d; συγχωρῶ τοῦ λόγου χάριν Rep. III, 475 a; Xen. u. Folgde; χάριν τῶν συγγεγραφότων Pol. 1, 64, 3; ἐμὴν χάριν, σὴν χάριν, wie mea, tua gratia, mir, dir zu Gefallen, meinetwegen, deinetwegen, Aesch. Pers. 1083; τὰν ἐμὰν χάριν Eum. 899; τὴν σὴν χάριν Soph. Ai. 1399, vgl. Ai. 176 Trach. 485; συγχωρητέον χάριν σήν Plat. Phaedr. 234 e; Soph. 242 b. – Pleonastisch steht τίνος χάριν ἕνεκα Legg. III, 701 d; vgl. Herm. de pleon. p. 202; Jac. Ach. Tat. p. 832. – Ἐν χάριτι, τινός u. τινί, zu Gunsten Jemandes, ἐν χάριτι κρίνειν τινά, aus Gunst, Vorliebe für Einen entscheiden, aus Parteilichkeit ihm den Sieg zuerkennen, Theocr. 5, 69; auch ποιῆσαί τινί τι ἐν χάριτι, Einem Etwas zu Gefallen od. zu Dank thun, ὅ τι ἄν σοι ποιοῦντες ἡμεῖς ἐν χάριτι μάλιστα ποιοῖμεν Plat. Phaedr. 115 b; – πρὸς χάριν, τινός, Jem. zu Gunst, zu Liebe, Pind. Ol. 8, 8, Soph. O. C. 1773; πρὸς χάριν διαλέγεσϑαι, oder ὁμιλεῖν τινι, Einem zu Gefallen, nach dem Munde reden, ihm Schmeicheleien sagen, ἢν τοῖσι πολλοῖς πρὸς χάριν λέγητέ τι Eur. Hec. 257; πρὸς χάριν λέγων Plat. Gorg. 521 d; πρὸς χάριν τινὸς πολιτεύεσϑαι Plut.; πρὸς χάριν ἀκούειν, Schmeicheleien hören, Pol. 2, 5; so οὐδὲν εἰς χάριν πράσσων Soph. O. R. 1353; ἐς σὴν χάριν Longin. subl. 1; – πρὸς χάριν μὲν οὐκ ἐρεῖς, κλάων δ' ἐρεῖς, mit Gutem, Soph. O. R. 1152, vgl. frg. 26; auch χάριτος ἕνεκα, Xen. Cyr. 4, 2,11; – auch πρὸς χάριν τινός = um Genuß od. Vergnügen wovon zu haben, πρὸς χάριν βορᾶς, πρὸς χάριν σαρκός, Soph. Ant. 30 Phil. 1141; u. fast ganz wie das einfache χάριν, um einer Sache willen, μὴ πρὸς ἰσχύος χάριν Eur. Med. 538; πρὸς χάριν ἢ ἀπέχϑειαν Luc. hist. conscr. 47; – διὰ χαρίτων εἶναι, γίγνεσϑαί τινι, mit Einem in wechselseitigem freundschaftlichem Verhältnisse stehen, wohlwollend od. liebreich gegen einander gesinnt sein, Xen. Hier. 9, 1. 2, der πρὸς ἔχϑραν ἄγειν u. δι' ἀπεχϑείας γίγνεσϑαι entggstzt; – μετὰ χάριτος, mit Gunst, καὶ ἐϑελοντὶ παραδόντες τὴν πόλιν Pol. 2, 22, 5 u. öfter. – Vgl. übrigens nom. pr. – [Hom. braucht im accus. χάριν die letzte Sylbe in der Vershebung zuweilen lang, wie Il. 5, 874. 11, 293.]
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99 δέω
δέω und δεύω, bedürfen; wohl nicht, wie gewöhnlich angenommen wird, von einer Wurzel ΔΕF-, sondern von einer Wurzel ΔΥ-, mit Guna ΔΕγ-; zunächst verwandt ist wohl δεύτερος, δεύτατος. In δέω ist das Υ der Wurzel ausgestoßen; vgl. ἔχευα ἔχεα, ἀλεύω ἀλέω, ἀχεύων ἀχέων, εὔαδεν ἕαδεν. Die Attische Prosa hat von δεύω δέω ein activum δέω, δεήσω, ἐδέησα, δεδέηκα, meist unpersönlich gebraucht, δεῖ, δεήσει, ἐδέησε, δεδέῆκε, und ein deponens passiv. δέομαι, δεήσομαι, ἐδεήϑην, δεδέημαι; dic Contraction in ει unterbleibt zuweilen, δέεται und δεῖται, δέεσϑαι und δεῖσϑαι, s. Buttmann Ausf. Gramm. ed. 2 Bd 2 S. 150. Bei Homer findet sich das activum in wenigen Formen und Stellen: ἐδεύησεν zweimal; Odyss. 9, 540 κὰδ δ' ἔβαλεν μετόπισϑε νεὸς κυανοπρώροιο τυτϑόν, ἐδεύησεν δ' οἰήιον ἄκρον ἱκέσϑαι, es fehlte (nur noch grade), daß er die Spitze des Steuerruders traf, Apollon. Lex. Homer. p. 62, 11 ἐδεύησεν· ἐνδεὴς ἐγένετο; derselbe Vers interpolirt Odyss. 9, 483 κὰδ δ' ἔβαλε προπάροιϑε νεὸς κυανοπρώροιο τυτϑόν, ἐδεύησεν δ' οἰήιον ἄκρον ἱκέσϑαι, vgl. Scholl. vs. 5401 δῆσεν oder ἔδησεν einmal, Iliad. 18, 100 ὁ μὲν μάλα τηλόϑι πάτρης ἔφϑιτ', ἐμεῖο δὲ δῆσεν ἀρῆς ἀλκτῆρα γενέσϑαι, er entbehrte meiner, daß ich ihm ein Retter geworden wäre, var. lect. δ' ἔδησεν, vgl. Scholl. (Herodian.) und Apollon. Lex. Homer. p. 62, 14 ἔδ η σεν· ἐνδεὴς ἐγένετο· »ἐμεῖο δ' ἔδησεν ἀρῆς«; δ εῖ unpersönlich einmal, Iliad. 9, 337 τί δὲ δεῖ πολεμιζέμεναι Τρώεσσιν Ἀργείους, »wozu ist es nöthig, daß die Argiver mit den Troern kämpfen?« In dieser Weise gebraucht Homer öfters χρή; und so haben denn auch in der vorliegenden Stelle Neuere statt δεῖ schreiben wollen χρή, ein Versuch, welcher eben so wohlfeil und eben so werthlos ist wie Iliad. 18, 100 der geistreiche Vorschlag Neuerer statt ἐμεῖο δ' ἔδησεν oder ἐμεῖο δὲ δῆσεν zu schreiben ἐμεῠ δ' ἐδέησεν; beide »Besserungen« sind leichtfertge, frivole Attentate auf den aus dem Alterthume überlieferten Homer-Text, was Buttmann einsah, Ausf. Gramm. ed. 2 Bd 2 S. 151 sq. Anmerk. Vgl. noch mit δῆσεν ἔδησεν das Homerische κῆται, welches sich zu κέηται verhält wie δῆσεν zu δέησεν. – Häufiger als das activ. erscheint bei Homer das deponens, immer mit dem Υ, δεύομαι, in folgenden Formen und Stellen: δεύεαι Iliad. 23, 484; δεύῃ Odyss. 1, 254; δεύεται Odyss. 7, 73. 8, 137; δευοίατο Iliad. 2, 128. 5, 202; δευέσϑω Iliad. 20, 122; δεύεσϑαι Iliad. 13, 310; δευόμενος Iliad. 22, 492; δευόμενον Iliad. 1, 134. 20, 472 Odyss. 4, 264; δευομένους Iliad. 3, 294; ἐδεύεο Iliad. 17, 142; ἐδεύετο Iliad. 1, 468. 602. 2, 431. 4, 48. 7, 320. 23, 56. 24, 69 Odyss. 16, 479. 19, 425; δευέσϑην Iliad. 8, 127; δεύοντο Iliad. 2, 709; δευήσεαι Odyss. 6, 192. 14, 510; δευήσεσϑαι Iliad. 13, 786 Odyss. 23, 128. Aorist. und perfect. kommen bei Homer nicht vor. Bedeutung und Construction: absolut, Iliad. 1, 134 αὐτὰρ ἔμ' αὔτως ἧσϑαι δευόμενον, entbehrend; Iliad. 22, 492 δευομενος δέ τ' ἄνεισι πάις ἐς πατρὸς ἑταίρους, Mangel leidend; Iliad. 20, 122 μηδέ τι ϑυμῷ δευέσϑω, er soll sich nicht verlassen fühlen; δεύεσϑαί τινος einer Sache oder Person entbehren, Iliad. 2, 128 πολλαί κεν δεκάδες δευοίατο οἰνοχόοιο; Odyss. 1, 254 ἦ δὴ πολλὸν ἀποιχομένου Ὀδυσῆος δεύῃ; Iliad. 4, 48 οὐ γάρ μοί ποτε ῃωμὸς ἐδεύετο δαιτὸς ἐίσης, λοιβῆς τε κνίσης τε; Odyss. 19, 425 δαίνυνι', οὐδέ τι ϑυμὸς ἐδεύετο δαιτὸς ἐίσης; Odyss. 4, 264 πόσιν οὔ τευ δευόμενον, οὔτ' ἂρ φρένας οὔτε τι εἶδος; Iliad. 3, 294 καὶ τοὺς (ἄρνας) μὲν κατέϑηκεν ἐπὶ χϑονὸς ἀσπαίροντας, ϑυμοῠ δευομένους· ἀπὸ γὰρ μένος εἵλετο χαλκός, der Lebenskraft ermangelnd, sterbend, vgl. Apollon. Lex. Homer. p. 57, 34; δεύεσϑαί τινος Einem nachstehn, Iliad. 23, 484 ἄλλα τε πάντα δεύεαι Ἀργείων, auch in allen andern Stücken stehst du den Argivern nach; δεύεσϑαί τινος in etwas nachstehn, zurückstehn, Iliad. 17, 142 Ἕκτορ εἶδος ἄριστε, μάχης ἄρα πολλὸν ἐδεύεο, im Kampfe standest du sehr zurück, das εο in ἐδεύεο mit Synizese zu lesen; so hat man auch Iliad. 13, 310 erklärt, ἐπεὶ οὔ ποϑι ἔλπομαι οὕτως δεύεσϑαι πολέμοιο καρηκομόωντας Ἀχαιούς, Apollon. Lex. Homer. p. 58, 1. – Vgl. die Homerischen compos. ἐπιδεύομαι und ἐπιδευής. – Folgende: 1) Activum: παραδείγματος αὐτὸ τὸ παράδειγμα δεδέηκεν, der Beweis bedarf selbt des Beweises. Plat. Polit. 277 d; ἡ βουλὴ δεῖ διακρινοῠντος Lach. 184 c. – Gew. a) πολλοῠ, ὀλίγου δέω, essehltviel, wenigdaran, daßich, e. inf., z. B. πολλοῠ δεῖς τὸ εἶδος ἀγνοεῖν τοῠ παιδός, es fehlt viel daran, daß du nicht kennen solltest, Plat. Lys. 204 e; vgl. Theaet. 167 b; ὡστε ϑολλοῠ δέω μὴ οὐ δύο γε φεύγειν Euthyd. 297 c; πολλοῦ μοι δοκῶ δεῖν τὰ ὑμέτερα ἔχειν Xen. An. 7, 6, 18; οὐ πολλοῠ δέοντας ἴσους τὸ πλάτος καὶ τὸ μῆκος εἶναι, beinahe eben so dick wie lang, 5, 4, 32; auch absol., als nachdrückliche Veineinung, πολλοῠ γε δέω, Plat. Phaedr. 228 a, wie Dem. 20, 58, ich bin weit entfernt, d. i. durchaus nicht; τοῦ παντὸς δέω, Aesch. Prom. 1008; τοσούτου δέουσιν ἐλεεῖν ὥστε μᾶλλον, wie tantum abest, Isocr. 4, 168; vgl. 14, 18 u. 11, 5, wo vor Bekk. τοσούτῳ stand. Seltener steht auch der acc., τοσοῠτον δέω εἰδέναι Plat. Menon. 71 a; Luc. Icarom. 5; ὀλίγον, μικρὸν δέω τοῠ ποιεῖν, Plut. Pyrrh. 17. 30, öfter. – An Vrbdgen, wie μικροῠ δέοντα τέτταρα τάλαντα, beinahe vier Talente, woran wenig fehlt, Dem. 27, 35, reihen sich Ausdrücke für die Zahlen 18, 19, 28, 29 u. ä.; δυοῖν δέοντα τεσσαράκοντα, Her. 1, 14. Bes. Att., ἑνὸς δέον εἰκοστὸν ἔτος, das zwanzigste Jahr weniger eins, d. i. das neunzehnte, Thuc. 8, 6. 25; πεντήκοντα δυοῖν δέοντα ἔτη, d. i. 48 Jahre, 2, 1; μιᾶς δέουσι ἑξήκοντα, Plat. Legg. V, 738 a; Sp. brauchen gen. abs., ἑξήκοντα ἑνὸς δέοντος ἔτη, Plut. Pomp. 79; D. L. 5, 27. – b) das imperson. δεῖ, conj. δέῃ, auch δῇ, s. Mein. III, 293, es bedarf, ist nöthig; mit acc. c. inf., Pind. Ol. 6, 28; Her. bes. von Schicksalbestimmungen, οὐ γὰρ ἔδει Ναξίους ἀπολέσϑαι, sie sollten nicht untergehen, 5, 33; vgl. 6, 64. 9, 109; u. mit dem Zusatz κατὰ τὸ ϑεοπρόπιον, 8, 53; δεῖ γενέσϑαι τι, Thuc. 5, 26. Seltener findet eine Attraction statt, ἡγούμην αὐτὸς περιεῖναι δεῖν αὐτῶν, καὶ μεγαλοψυχότερος φαίνεσϑαι Dem. 19, 235; vgl. 44, 28 u. Lob. Phryn. 754; selten auch steht der dat., δεῖ ἐπισάξαι τὸν ἵππον Πέρσῃ ἀνδρί Xen. An. 3, 4, 35; vgl. Oec. 7, 20; Soph. O. C. 721; Eur. Hipp. 945; Plat. Rep. X, 608 c.; Soph. abdt auch δεῖ σ' ὅπως δεἰξεις Ai. 553; bgl. Phil. 54. – Ohne Inf., εἴ τι δέοι u. ἐἀν τι δέῃ, wenn es nöthig sein sollte, Xen. oft. – Gew. mit dem gen. der Sache, δεῖ τινος, es bedarf einer Bache, es ist etwas nöthig, es thut Noth, εὐβουλίπς δεῖ Beph. Ant. 1083; ἀγαϑοῠ δημτουργοῠ δεῖ Plat. Gouv. 187 c, der sogar abdi σφόδρα ἡμῖν δεῖ ἄκρων εἶναι τῶν ἀρχόντων Rep. V, 459 b; οὐδὲν ἔτι αὐτῶν δεῖ Thuc. 5, 55; Xen. An. 5, 1, 10. Die Person, welche etwas nöthig hat, steht gew. im dat., ἔδει γὰρ δὴ συμμαχίης τινός οἱ μεγάλης Her. 5, 38, wo pleonast ἐξευρεϑῆναι zugesetzt ist; ἓν δεῖ μόνον μοι Eur. Suppl. 594; τέχνης δεῖ τῷ μέλλοντι δρᾶν Plat. Soph. 255 a; δεῖ μοι τῆς αὐτῆς ἐρωτήσεως Men. 79 c. Selten im accus., αὐτὸν σε δεῖ Προμηϑέως Aesch. Ag. 840; ποίας με δεῖ φροντίδος Soph. El. 602; vgl. Eur. Rhes. 837; u. spätere Prosaiker, nach Arist. pol. 7, 13. – c) an a) schließt steh πολλοῠ, ὀλίγου δεῖ, essehltviel, wenig, worauf acc. c. inf. folgt, πολλοῦ γε δεῖ οὕτως ἔχειν Plat. Prot. 341 d; ἐδέησεν ἐλαχίστου αὐτοὺς διαφϑεῖραι (τὸ πῠρ), es fehlte sehr wenig daran, daß das Feuer sie rernichtete, Thuc. 2, 77; daher πολλοῦ γε καὶ δεῖ, zu nachdrücklicher Verneinung am Ende des Satzes, weit gefehlt, Dem. 18, 300 u. sonst; absol. πολλοῠ, ὀλίγοὺ δεῖν, so daß viel, wenig fehlt, Plat. Apol. 22 a Lgg. XII, 998 d; ὀλίγου δεῖν φορήματι ἀλλὰ προςϑήματι ἐοίκασι, beinahe, Xen. Mem. 3, 10, 13; so μικροῦ δεῖν, Isocr. 4, 144; ἵν' εἰδῆτε πολλοῠ δεἴν ἄξιον ὄντα, daß viel fehlt, daß er bei weitem nicht würdig ist, Dem. 23, 7. – 2) Deponens: perf. δεδέημαι Xen. An. 7, 7, 14; nöthighaben, bedürfen, entbehren, τινός; Sp. D., wie Ap. Rh. 1, 968; sehr gew. Her. u. Att. Auch οὐδὲν ἐμοῠ δέονται, Plat. Theaet. 151 b, u. öfter; εἴ τι ἄλλο ἡ τῆς οὐσίας δέοιο Conv. 218 c; ἢν δέ τι δέωνται τοῦ βασιλέως, in irgend einer Sache, Thuc. 8, 37; οἱ δεόμενοι, die Bedürftigen, Isocr. 6, 67, wie οἱ μάλιστα βίου δ. 4, 35; vgl. Her. 8, 59; so absol., τὸ δεῖσϑαι, Xen. An. 2, 6, 13. Dah. = begehren, wünschen, τινός, Her. 9, 35, u. Folgde oft; c. inf., Her. 2, 173; δέομαι αὐτὸ τοῠτο μαϑεῖν Plat, Phaed. 73 b, u. sonst; bitten. Πολυκράτεος πέμψαι ἑαυτῷ στρατόν Her. 3, 44; τῶν ἱερέων πάντα διελϑεῖν Plat. Tim. 23 d, u. sonst; auch mit dem acc. c. inf., ἐδεήϑη Δαρείου ἕνα αὐτῷ παἴδα καταλειφϑῆναι Her. 4, 84; δέομαι ὑμῶν τούτοις τὸν νοῠν προςέχοντας ἀναμιμνήσκισϑαι Andoc. 1, 37; aber auch ἐδέοντο Κύρου ὡς προϑυμοτάτου γενέσϑαι Xen. Hell. 1, 5, 2. – Mit folgd. ὥςτε, Thuc. 1, 119; ὅπως, Plut. Ant. 84; τοῠτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον Plat. Apol. 18 a; ὅπερ ἐδεόμεϑά σου Conv. 173 e; σύμφορα δέονται Thuc. 1, 32; wie δονατά Plat. Prot. 335; δίκαια καὶ μέτρια Dem. 58, 2; vgl. Xen. Cyr. 1, 4, 1; An. 7, 2, 34; ἐδεήϑῆ ἐμοῦ τινα ἰσχυρὰν δέησιν Aesch. 2, 43; δέῃμα, ὃ δεῖταί μου σφόδρα Ar. Ach. 1059; τινὸς παρά τινος, Luc. u. a. Sp. Auffallend ist ἐδέοντο Βοιωτοὺς ὅπως παραδῶσι Thuc. 5, 36, wo Krüger ᾐτοῠντο vermuthet.
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100 ὄνομα
ὄνομα, τό, ion. u. poet. οὔνομα, äol. ὄνυμα (ὀ ist vorgeschlagen, die Wurzel ΓΝΟ = ΝΟ), 1) Name, die Benennung einer Person oder Sache; bei Hom. der Eigenname, mit dem eine Person genannt wird, οὕς κεν ἐϋ γνοίην καὶ τοὔνομα μυϑησαίμην, Il. 3, 235, wie τῶν ἄλλων τίς κεν ᾗσι φρεσὶν οὐνόματ' εἴποι, 17, 260 (sonst nicht in der Il.); auch bestimmter, Ἀρήτη δ' ὄνομ' ἐστὶν ἐπώνυμον, Od. 7, 54, vgl. 19, 403, der Name, mit dem sie genannt wird, ἐμοὶ δ' ὄνομα κλυτὸν Αἴϑων, 19, 183, Εὐρυβάτης δ' ὄνομ' ἔσκε, 247, öfter; ὄνομα τῇ κολάσει εὐϑῦναι, Plat. Prot. 326 d, wie ὄνομα αὐτῷ εἶναι Ἀγάϑωνα, 315 e; auch parenthetisch, Δίων ὄνομα αὐτῷ, Is. 6, 20; auch εἴπ' ὄνομ', ὅττι σε κεῖϑι κάλεον, mit dem sie dich nannten, Od. 8, 550, vgl. 9, 364; ὅπερ καλοῦμεν ὄνομα ἕκαστον, Plat. Crat. 383 e, vgl. 402 d; daher ὄνομα κέκληται δημοκρατία, Thuc. 2, 37; ὄνομα ϑεῖναί τινι, einen Namen geben, beilegen, Od. 19, 403; häufiger im med., ὄνομα τίϑεσϑαι, 19, 406; so Ar. Nubb. 66 Av. 809. 923; u. in Prosa, τούτοις ὄνομα ἀποικίαν τιϑέμενος, Plat. Legg. V, 736 a; ἀντὶ τοῦ ὀνόματος, οὗ ἔϑετο αὐτῷ ὁ πατὴρ Βοιωτόν, Dem. 40, 34; Folgde häufig; – ἐπ' ὀνόματος εἶναι, s. ἐπί; – ὄνομα φέρειν, einen Namen tragen, Soph. O. C. 60; ὄνομα ἔχειν ἀπό τινος, von oder nach einem Andern den Namen haben, Plat. Hipp. mai. 282 a; Γαῖα, πολ λῶν όνομάτων μορφὴ μία, Aesch. Prom. 210, öfter; τύμβῳ ὄνομα σὸν κεκλήσεται, Eur. Hec. 1271; – πόλις Θάψακος ὀνόματι, mit Namen, Xen. An. 1, 4, 11; gewöhnlicher im absoluten accus., πόλις ὄνομα Καιναί, 2, 4, 28 u. öfter, u. Folgde; ἐπ' ὀνόματος καλεῖν τινα; bei Namen rufen, Pol. 5, 35, 2; namentlich, ἐπ' ὀνόματος δηλοῦν τὰς πόλεις, 18, 28, 4. – 2) wie bei uns, Name, Ruf, Ruhm; Hom., doch so, daß an den Eigennamen selbst zu denken ist, Ἰϑάκης γε καὶ ἐς Τροίην ὄνομ' ἵκει, Od. 13, 248; ἃς σὺ μὲν οὐδὲ ϑ ανων ὄνομ' ὤλεσας, dem nachher entspricht ἀλλά τοι αἰεὶ πάντας ἐπ' ἀνϑρώπους κλέος ἔσσεται ἐσϑλόν, 24, 93; Od. 4, 710 ἵνα μηδ' ὄνομ' αὐτοῦ ἐν ἀνϑρώποισι λίπηται, daß auch nicht der Name von ihm übrig bleibe; ὄνομα μόνον δείσαντες, den Ruf des Namens, Soph. O. C. 266; πολὺ τὸ σὸν ὄνομα διήκει πάντας, 307. – Auch in Prosa = berühmter Name, οὐδ' ἂν ἐγένετο Πρωταγόρου ὄνομα ἐν τοῖς Ἕλλησιν, Plat. Prot. 335 a; ὧν ὀνόματα μεγάλα λέγεται ἐπὶ σοφίᾳ, Hipp. mai. 281 c; καὶ τῷ μέλλοντι χρόνῳ καταλιπεῖν ὄνομα ὡς οὐδὲν σφήλας τὴν πόλιν διεγένετο, Thuc. 5, 16; ἀπὸ γὰρ τῆς μάχης τὸ τούτου ὄνομα μέγιστον ηὔξητο, Xen. Cyr. 4, 2, 3; ἐν ἀτίμῳ ὀνόματι, von unberühmtem Namen, Herkommen, An. 6, 4, 7; Sp., die auch ὄνομα καὶ δόξα, ὄνομα καὶ κλέος u. dgl. verbinden, Anth. – 3) der bloße Name in Ggstz der Person oder Sache, ὄνομα, ἔργον δ' οὐκ ἔχουσιν οἱ φίλοι, Eur. Or. 454, vgl. I. A. 128; ἐκ τῶν ὀνομάτων μᾶλλον ἢ τῶν πραγμάτων σκέπτεσϑαι, Dem. 9, 15. Daher auch der falsche Name, hinter dem man die Sache versteckt, Vorwand, καὶ πρόσχημα, Pol. 11, 6, 4; D. Hal. u. a. Sp.; vgl. auch Thuc. 4, 60. – 4) bes. bei Gramm. das nomen im Ggstz von ῥῆμα, verbum, auch im engeren Sinne Eigenname im Ggstz von προςηγορία, nomen appellativum (s. unter ῥῆμα). – Uebh. das Wort, der Ausdruck, ὀνόμασι διαϑέσϑαι, dem ἐνϑυμηϑῆναι entgegengesetzt, Isocr. 4, 9, der auch ὀνόματα = λέξις den ἐνϑυμήματα gegenüberstellt.
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